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Hans Richter in jungen Jahren
Warum Kinderfilme schwierig sind

Junge Stars auf dem Bildschirm

1920 gilt als Geburtsjahr der Kinderstars. Charlie Chaplins "The Kid", der 1923 in die deutschen Kinos kam, nahm dabei eine Vorreiterrolle ein. Jackie Coogans Karriere, der damals gerade mal sieben Jahre alt war, erhielt einen gehörigen Aufschwung. Unterschiedliche Begabungen zeichnen die kleinen Stars aus. Eines jedoch haben sie alle gemeinsam: ihre kindliche Natürlichkeit. Die Neue Filmwelt widmet sich ihnen im Jahr 1948.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de, 10. Oktober 2018

Inge Landgut in jungen Jahren

Inge Landgut in jungen Jahren

Kindliche Darsteller am Set
Beinahe alle Kinderfilme, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden, spielten in der Welt der Erwachsenen. Die kindliche Figur galt lediglich als dramaturgisches Mittel, als humoristischer oder rührender Moment. Ein richtiger Kinderfilm jedoch erfordert ein ganzes Ensemble jugendlicher Darsteller. Dabei steht die Geschichte oder das Problem im Mittelpunkt und nicht das Kind als Star. 1926 kam der erste deutsche Kinderfilm auf die Leinwand, der ein soziales Problem behandelte: "Die Unehelichen" von Gerhard Lamprecht. "Emil und die Detektive" nach Erich Kästner entstand ebenfalls unter seiner Regie.

Bei seinem ersten Kinderfilm holte sich Lamprecht die Kinder von der Straße, genau so wie bei "Irgendwo in Berlin". Tiefes Verständnis der kindlichen Psyche und eine leichte und zugleich feste Hand braucht ein Regisseur, um die kindliche Unbefangenheit zu erhalten. Güte und Humor muss er ebenfalls haben, damit ihm die Kinder vertrauen. Er muss Vater und Erzieher sein - zumindest am Set. Solche Projekte sind eine große Herausforderung für jeden Regisseur.

Der junge Rolf Wenkhaus

Der junge Rolf Wenkhaus

Märchen für die Großen
Gerhard Lamprecht wurde den Anforderungen der Neue Filmwelt an einen guten Regisseur gerecht. Der Deutsche Filmpreis im Jahr 1967 spricht dafür. Das Buch "Emil und die Detektive" wurde nach Lamprecht noch sieben Mal als Filmvorlage verwendet. Andere Werke Erich Kästners wie "Das fliegende Klassenzimmer" (2003) und "Pünktchen und Anton" (1999) wurden ebenfalls mehrfach verfilmt und modernisiert.

"Das doppelte Lottchen" kam 2007 sogar als Animationsfilm ins Kino. Auch von Otfried Preußlers "Der Räuber Hotzenplotz" gab es 2006 eine neue, überarbeitete Kinoversion. Heute gelten Märchenfilme als die ersten deutschen Kinderfilme. Tatsächlich wurden sie jedoch als Unterhaltung für alle Altersgruppen produziert.
Barbara Mayr/Filmreporter.de - 10. Oktober 2018
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