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RETRO News

Brigitte Horny
Der Stern

Kindheit und Karriere der Brigitte Horney

Die Tapferkeit von Winnetou
Als Kind kletterte sie auf Bäume und las Winnetou. Die Mutter schrieb Entschuldigungszettel, die das Mädchen in der Schule abgeben konnte, wenn es keine Lust auf Unterricht hatte. Und an Weihnachten verkleidete sich der Großvater als Weihnachtsmann. So gefiel er Brigitte Horney am besten. Die junge Schauspielerin, die derzeit ihren zweiten Film in England gedreht hat, plaudert freigiebig aus ihrer Jugend und von ihrem Leben als Schauspielerin.
Von  André Weikard/Filmreporter.de,  20. März 2020
Brigitte Horny in ihrer ersten Rolle am Mainfranken Theater in Würzburg
Der Stern
Brigitte Horny in ihrer ersten Rolle am Mainfranken Theater in Würzburg

Die falsche Biggi

Dabei mag es Biggi gar nicht, wie ihre Freunde sie nennen, wenn man sie wie eine Diva behandelt. Am Kamin ihres Babelsberger Landhauses erzählt sie dem Reporter der Zeitschrift Der Stern von den Dreharbeiten ihres letzten Films "Verklungene Melodie". Dazu musste die Schauspieltruppe für Aufnahmen nach Afrika reisen. Natürlich warteten Fotografen und Presseleute am Kai, als das Schiff mit den Filmleuten eintraf. Die scheue Schauspielerin schickte kurzerhand ihre elegant gekleidete Maskenbildnerin Frau Siebert vor. Und tatsächlich: Die Fotografenmeute stürzte sich auf die falsche Biggi, während die echte in aller Ruhe im Hotel zu Mittag aß.


Brigitte Horney als Generalin
Film Revue
Brigitte Horney als Generalin

Mit gebrochenen Rippen vor Kamera

Dies sollte nicht der einzige Irrtum der Presse in Bezug auf die Frau mit der markanten Stimme und den ausgeprägten Wangenknochen bleiben. Als sie sich 1946 wegen einer Tuberkuloseerkrankung in einem Schweizer Sanatorium aufhielt, verkündete die Presse fälschlicher Weise ihren Tod. Die eingehenden Kondolenzschreiben beantwortete sie persönlich. Brigitte Horney war wie ihre Mutter Ärztin und leitete lange Zeit ein Krankenhaus in Amerika. Trotz guter Englischkenntnisse emigrierte sie während der Zeit des Nationalsozialismus nicht, sondern bewies mehrfach Zivilcourage.

Unter anderem versteckte das widerspenstige Mädchen von einst den verfolgten Schriftsteller Erich Kästner in ihrem Babelsberger Haus. Auch stand sie in engem Briefkontakt mit Carl Zuckmayer. Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Fernsehserie "Das Erbe der Guldenburgs" stand sie mit gebrochenen Rippen durch, die Nächte verbrachte sie in der Klinik. 1988 starb Horney an Leberkrebs.
Von  André Weikard/Filmreporter.de,  20. März 2020

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