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Peter Voß
Filmwelt

Erich Waschneck dreht Kriegsfilm

Viktor de Kowa im Weltkrieg

16 Jahre nach Ende des Weltkriegs dreht Erich Waschneck noch einmal die Zeit zurück. In "Mein Leben für Maria Isabell" zeigt der Regisseur die letzten Tage der Kampfhandlungen an der österreichischen Balkanfront. Die Zuschauer verfolgen das bittere Ringen anhand des Schicksals des braven Fähnrich Menis (Viktor de Kowa). Einem Reporter der Filmwelt wurde der Besuch der Dreharbeiten in den Johannisthaler Ateliers gestattet. Das Blatt berichtet in der Ausgabe vom 16. Dezember 1934 darüber.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  7. November 2020
Maria Andergast, Viktor de Kowa
Filmwelt
Maria Andergast, Viktor de Kowa

Braver Fähnrich rettet Frau seines Herzens

Ich erscheine genau zur rechten Zeit am Filmset, das wahrhaft beängstigend gestaltet ist. Niedergebrannte Höfe, zerschossene Gebäude und Schützengräben lassen die Grauen des Krieges erschreckend realistisch wieder auferstehen. Am Bahnhof warnen Schilder vor dem Ausschank alkoholhaltiger Getränke an Angehörige des Militärs. Außerdem warnen sie vor der herrschenden Gefahr durch Spione, die ihre Opfer mit geschickten Tricks in verhängnisvolle Gespräche verwickeln. Als ich dem Schild 'Ausgang' folge, führt mich der Weg ins Atelier.

Dort wird gerade eine spektakuläre Szene zwischen Maria Andergast und Hans Zesch-Ballot gedreht. Man befindet sich in dem von Engländern besetzten Herrscherpalast Konak in Belgrad. Maria Andergast als Schwester des Roten Kreuzes wagt sich in die besetzten Gemächer, um sich vom feindlichen Oberbefehlshaber Zesch-Ballott Kerzen zu erbeten. Doch der Militär ist ein Schuft und tut der hübschen Frau auf ungehörige Weise schön. Da öffnet sich die Tapetentür und der Fähnrich Menis (Viktor de Kowa) kommt seiner Angebeteten zur Hilfe. Er streckt den Feind mit einer gezielten Kugel nieder und stürmt mit seiner Geliebten an der Hand aus dem Bild. Mit dem Ende dieser Szene gehen im Atelier die Lichter aus.


Viktor de Kowa
Filmwelt
Viktor de Kowa

Im Bund mit Curd Jürgens und Pierre Brice

Viktor de Kowa wurde als Sohn eines Landwirts geboren und wuchs in Dresden auf. Dort besuchte er die Kunstakademie, woraufhin er sich als Plakatzeichner verdingte. Er nahm Schauspielunterricht und schaffte es bald ans Dresdner Staatstheater. Später arbeitete er in Berlin unter anderem mit Gustaf Gründgens zusammen. Er stand schon zu Stummfilmzeiten vor der Kamera und avancierte in den 1930er und 1940er Jahren zum begehrten Komödiendarsteller.

In der Nachkriegszeit war er "Peter Voß, der Millionendieb", spielte neben Curd Jürgens in "Des Teufels General" einen SS-Gruppenführer und neben Pierre Brice in "Winnetou und sein Freund Old Firehand". Ende der 1960er Jahre zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück. Viktor de Kowa starb 1973 in Berlin.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  7. November 2020

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