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RETRO News
Hans Holt ("Die unheimlichen Wünsche")
Der Stern

Fatale Wünsche eines mittellosen Adligen

Hans Holts Glücksbringer

In einem kleinen Gärtchen neben den Johannisthaler Tobis-Ateliers wird die lauschige Mittagsruhe alle drei Minuten von dröhnendem Motorengeräusch unterbrochen. Kein Wunder, befindet man sich doch in direkter Nachbarschaft zum Johannisthaler Fluggelände. Keine allzu günstigen Voraussetzungen, um einen poetischen Filmstoff wie "Die unheimlichen Wünsche" auf Zelluloid zu bannen. Die literarische Vorlage stammt vom großen französischen Schriftsteller Honoré de Balzac. Regie führt Heinz Hilpert, der Intendant des Deutschen Theaters. Mit Hans Holt, Käthe Gold, Ewald Balser, Axel von Ambesser und Elisabeth Flickenschildt hat er ein Schauspielerensemble der Extraklasse um sich geschart. Der Stern berichtet im Juni 1939 über die Dreharbeiten.
Von  Michael Wenk,  30. August 2020
Käthe Gold ("Die unheimlichen Wünsche")
Der Stern
Käthe Gold ("Die unheimlichen Wünsche")

Erlösung durch die Liebe

Der junge Marquis Rafaél de Valentin (Hans Holt) hat sein gesamtes Vermögen verloren. Als letztes ist ihm ein Stück Eselshaut geblieben, das die magische Kraft besitzt, Wünsche zu erfüllen. Angesichts seiner verzweifelten Situation wünscht sich Rafaél drei Dinge: Macht, Reichtum und Liebe. Doch genau die Erfüllung dieser drei Wünsche macht ihn unglücklich. Rafaéls Leben wird trist und leer.

Um seiner Einsamkeit zu entrinnen, sucht er nach einem Menschen, der wirklich zu ihm gehört. Er findet ihn in der Silhouettenschneiderin Pauline (Käthe Gold), die den Marquis schon lange heimlich liebt. Pauline kann Rafaél dazu überreden, sein magisches Stück Eselshaut für immer beiseite zu legen. Mit eigener Kraft und Selbstvertrauen beginnt der Marquis an der Seite von Pauline ein neues Leben.


Hat Elisabeth Flickenschildt unheimlichen Wünsche?
Der Stern
Hat Elisabeth Flickenschildt unheimlichen Wünsche?

Lyrisch-sanfter Filmstar

Der gebürtige Wiener Hans Holt ist dem deutschsprachigen Kinopublikum der 1930er und 1940er Jahre ein gern gesehener Begleiter. Seine lyrisch-sanfte Form der Darstellung prädestiniert ihn für Rollen als junger Adliger in "Die unheimlichen Wünsche" oder in der 1941 entstandenen Komödie "Wir bitten zum Tanz". Nicht weniger glaubwürdig gibt er den jungen Naturburschen in der Nestroy-Verfilmung "Lumpacivagabundus". Daneben macht sich Holt als Darsteller namhafter Wiener Persönlichkeiten einen Namen. So spielt er 1942 in "Brüderlein fein" den Dramatiker Ferdinand Raimund und verkörpert in der Filmbiografie "Wen die Götter lieben" Wolfgang Amadeus Mozart.

Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs gehört Holt zu den Säulen des Wiener Films. In Willi Forsts "Wien, du Stadt meiner Träume" spielt er einen in der Donaumetropole gestrandeten Exilkönig. Seinen wohl größten kommerziellen Kinoerfolg hat er mit der Rolle des Barons von Trapp im Familienfilm "Die Trapp-Familie". 2001 stirbt Hans Holt 91-jährig.
Von  Michael Wenk,  30. August 2020

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