RETRO News
Filmwelt
Jenny Jugo
Kleines Mädchen weiß, was sie will
Vaters Liebling Jenny Jugo
Schon als Kind war Jenny Jugo ein Wonneproppen und liebte es, mit ihrem Vater auf den Rummelplatz zu gehen. Bei einem dieser Ausflüge geschah es, dass der Vater ohne seine sechsjährige Tochter zum Bahnhof zurückkehrte. Jenny blieb nämlich verzückt vor einem Schaufenster mit lauter Puppenspielzeug stehen. Erst am nächsten Morgen konnte der verängstigte Vater seine Tochter auf dem Polizeirevier abholen.
Filmwelt
Jenny Jugo mit ihrem Hund
Hilflose Vaterliebe
Die Filmwelt weiß in ihrer Ausgabe vom 21. Januar 1934 von weiteren lustigen Begebenheiten aus Jennys Kindheit. Nach diesem Schock wollte der Vater seinen Fauxpas wieder gut machen und kaufte der Sechsjährigen einen Manikürekasten mit Silberbesteck. Das Mädchen konnte damit natürlich nicht umgehen und zerschnitt vor lauter Freude sämtliche Decken und Tücher in ihrem Kinderzimmer. Außerdem feilte sie unzählige Möbel an. Als Jennys Mutter von einem Ausflug zurückkam und das Desaster entdeckte, redete sie vor lauter Entsetzen wochenlang kein Wort mit ihrer reuigen Tochter. Der Vater tröstete seine Kleine durch erneute Geschenke darüber hinweg, was wiederum zu Zwistigkeiten in der Familie führte.

Zum Film kam Jenny eher zufällig. Knapp 16-jährig heiratete sie den Schauspieler Emo Jugo und ging mit ihm auf eine achtmonatige Hochzeitsreise. Nach Ablauf dieser Zeit kehrten sie nach Berlin zurück, wo die Ehe nach nur drei Monaten zerbrach. Dennoch blieb Jenny in Berlin: Und das war der Beginn einer zauberhaften Karriere.
Filmwelt
Jenny Jugo mit ihrem zweiten Ehemann
Zurückgezogener und ruhiger Lebensabend
Jenny Jugo heiratete tatsächlich im jungen Alter von fünfzehneinhalb Jahren. Nach der Trennung ihres ersten Gatten Emo Jugo schlug sie eine beachtliche Karriere beim Stummfilm ein. Mit Einzug des Tonfilms sah es anfangs schlecht um sie aus. Erst nach langwierigem Unterricht bei einem bekannten Sprachpädagogen schaffte sie den Sprung in das neue Medium. In den 1930er Jahren war sie dann hauptsächlich unter der Regie von Erich Engel aktiv.

Nach dem Zweiten Weltkrieg drehte sie nur mehr wenige Filme. 1971 erhielt sie das Filmband in Gold für ihr Schaffen im deutschen Film. Bis zu ihrem Tod am 30. September 2001 lebte sie zurückgezogen auf ihrem Jägerhof in Schwaighofen bei Königsdorf.

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2021