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Brigitte Bardot
Brasilianer liegen ihr zu Füßen
Brigitte Bardots Comeback
Lange Zeit war Brigitte Bardot Frankreichs Exportartikel Nummer eins. Die Franzosen waren stolz auf die schöne Blondine mit dem Schmollmund, das Sexsymbol, das es durch seine körperbetonten Auftritte in zahlreichen Filmen zu internationaler Berühmtheit gebracht hat. Doch in letzter Zeit schien die Luft raus zu sein. Zeitungen in Europa schrieben seit 1962, es sei bereits ein Ende des B.B.-Mythos abzusehen. Die Leute waren ihrer überdrüssig, plötzlich reichte die Diva nicht mehr als Aushängeschild eines neuen Films. Aber auf einmal drehte sich der Wind wieder, eine Reise nach Brasilien läutete Bardots zweite Karriere ein. Die Zeitschrift Quick berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. April 1964 wie es zu dem Gesinnungswechsel kam.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  23. April 2021
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Brigitte Bardot
Brasilianer vergöttern die Bardot
Ende 1963 traf Bardot eine folgenreiche Entscheidung. Fast panisch packte sie ihre Siebensachen und verließ ihre Pariser Heimat. Kurz zuvor hatten die Produzenten von "Eine entzückende Närrin" verlauten lassen, ihre Gage sei vollkommen überzogen und ihr Name reiche nicht mehr aus, um die Leute ins Kino zu locken. Aus diesem Grund wurde Anthony Perkins engagiert, der retten sollte, was zu retten war. Die Bardot hatte das hübsche Näschen voll, sie dachte nur noch an Flucht. Wie gut, dass ihre aktuelle Liebe Brasilianer ist und somit ein Rückzug auf einen anderen Kontinent gerechtfertigt. Bob Zagury hat sich aus eigener Kraft ein Vermögen angehäuft, der Besitzer einer Autohauskette ist mehrfacher Millionär und war auf einer Party in Paris mit der Schauspielerin bekannt geworden.

Der Menschenandrang war unglaublich, als die beiden frisch Verliebten auf dem Flughafen von Rio de Janiero landeten. Dem Anschein nach liegt ganz Südamerika der blonden Französin zu Füßen, Hunderttausende belagerten rund um die Uhr das Hotel der Bardot, das unter Zuhilfenahme des brasilianischen Militärs vor den Menschenmassen gesichert werden musste. Das war natürlich Balsam für die geschundene Seele der in ihrer Heimat unpopulär gewordenen Diva. Stundenlang stand sie hinter dem Vorhang ihres Hotelzimmers und genoss den Zuspruch ihrer euphorischen Fans. Als es ihr dann doch zu viel wurde, reiste sie mit ihrem Freund ins 200 Kilometer entfernte Buzio, wo die beiden einen erholsamen Strandurlaub verbrachten. In dem Fischerdörfchen an der brasilianischen Atlantikküste lebten sie bescheiden in einem ehemaligen Taubenschlag, von dem die Bardot sagt: "Für uns und die Liebe groß genug." Völlig entspannt konnte sie wieder nach Hause zurückkehren. Durch das immense Medienaufkommen im Ausland ist auch die Wertschätzung im eigenen Land wieder gestiegen. Um einen Mangel an Filmangeboten braucht sich die Schauspielerin erst einmal keine Gedanken zu machen.
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Bob Zaguri, Brigitte Bardot
Freiwilliger Rückzug nach Comeback
Die Reise nach Brasilien brachte die ins Stocken geratene Karriere von Brigitte Bardot tatsächlich noch einmal ins Rollen. In den 1960er Jahren war sie in zahlreichen Filmen zu sehen, gehörte immer noch zu den begehrtesten Frauen Europas. In den 1970er Jahren zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück, um sich ganz dem Tierschutz zu widmen. Nach Buzios kehrte sie noch einige Male zurück, allerdings ohne Bob Zagury. Kein Wunder dass die Liebe nicht ewig hielt, schließlich war der Brasilianer nach Bardots Aussage ihre 19. Liebe auf den ersten Blick.

Nach der Trennung heiratete die Diva den deutschen Playboy Gunter Sachs. Heute ist sie in vierter Ehe mit dem Politiker Bernard d'Ormale verheiratet, einem führenden Mitglied der rechtsradikalen Front National.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  23. April 2021

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