RETRO News
Filmwelt
Ilse Werner
Filmbiographie einer Ausnahmekünstlerin
Schwedische Nachtigall im Kino
Nur wenigen Menschen wird die Ehre zuteil, dass sich Jahrzehnte nach ihrem Ablegen noch einmal alle Augen auf ihr Lebenswerk richten. Die schwedische Opernsängerin Jenny Lind ist ein gutes Beispiel. Im 19. Jahrhundert vermochte kaum ein Sänger sein Publikum mit seinem Gesang so zu berühren und zu bezirzen. Jetzt hat sich Regisseur Peter Paul Brauer der Sopransängerin angenommen und verewigt sie in seinem Film "Die schwedische Nachtigall". Die Filmwelt berichtet in ihrer Ausgabe vom 21. Februar 1941 über die filmische Biographie.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  30. April 2021
Filmwelt
Ilse Werner
Eine Karriere gegen die Liebe
Jenny Lind (Ilse Werner) kann ihr Publikum schon in jungen Jahren bezaubern. Erst siebzehn Lenze ist sie alt, als sie in Stockholm im "Freischütz" singt und auf einen Schlag die Opernbegeisterte Gesellschaft in ihren Bann zieht. Neben dem Alter gibt es eine weitere Besonderheit, die sie aus dem Kreis der Opernsänger positiv hervorhebt: Im Gegensatz zu vieler ihrer Kolleginnen und Kollegen ist sie ein schmales, fast zerbrechlich wirkendes Persönchen, das mit den bekannten, eher Walkürenhaften Wuchtbrummen so gar nichts zu tun hat, und ihnen in deren Stimmgewaltigkeit trotzdem in nichts nachsteht.

Die Opernwelt ist in die feenhafte Schwedin total vernarrt. Dieselben Gefühle weckt sie auch bei dem dänischen Märchenschriftsteller Hans Christian Andersen (Joachim Gottschalk), der ihr bald sein Herz zu Füßen legt. Um ihre Karriere zu fördern empfiehlt er sie Staatsminister Graf Rantzau (Karl Ludwig Diehl), der ihr den Weg in die Stockholmer Opernschule ebnet. Zum Unglück Andersens beginnen die beiden eine Liebesliaison, die aber wegen des künstlerischen Ehrgeizes der Sängerin nicht in eine Ehe mündet. Nach der Trennung versucht Andersen sein Glück ein zweites Mal. Werden seine Bemühungen dieses Mal von Erfolg gekrönt sein?
Erika
Ilse Werner bewundert Jenny Linds Statue
Und die Liebe siegte doch
Hans Christian Andersens Bemühungen erzielten nicht die erwünschte Wirkung, seine Liebe wurde nicht erwidert. Dennoch ist sein Name auf immer mit der schönen Schwedin verbunden. Schließlich war er es, der Lind durch seine Geschichte "Die Nachtigall" - die sich eindeutig auf die Sängerin bezieht - zu ihrem Beinamen verhalf. Die Sängerin fand ihr Liebesglück schlussendlich doch noch. Sie heiratete den deutschen Komponisten und Pianisten Otto Goldschmidt, mit dem sie drei Kinder hatte. Jenny Lind starb im November 1887 im Alter von 67 Jahren im englischen Kurort Malvern. Sie wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  30. April 2021

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2021