Der Stern
Der Hase und der Swinigel
Märchenfilme für die Kleinen
Retro News: Der Unterrichtsfilm
Was ist ein Unterrichtsfilm? Wir kennen alle Spiel-, Werbe-, Kulturfilme und Wochenschauen. Vielen ist jedoch der Unterrichtsfilm, auch Lehrfilm genannt, unbekannt. Sämtliche Gebiete unserer modernen Wissenschaft werden heute filmisch aufbereitet, um den Schülern und Studenten das Lernen zu erleichtern. Seit ihrer Einführung im Jahre 1934 in Deutschland entstanden bis 1939 über 600 solcher Lehrfilme.
erschienen am 26. November 2021
Der Stern
Der Hase und der Swinigel
"Der Hase und der Swinigel" - ein Lehrfilm
Es gibt kaum ein wissenschaftliches Fach, zu dem kein Unterrichtsfilm gedreht wurde. Sei es ein Medizinfilm über die Muskelbewegungen des menschlichen Körpers oder ein technischer Film über die Luftströmung an fahrenden Kraftfahrzeugen, jedes wichtige Thema wird für Schüler und Studenten seit Jahren filmisch präsentiert. Wie Der Stern vom Januar 1939 berichtet, hat es niemals vorher ein derart instruktives und anschauliches Lehrmittel gegeben. Früher war Unterricht vorwiegend 'akustisch', heute richtet er sich mehr an das Auge des Lernenden.

Dabei werden nicht nur Studenten mit Lehrfilmen instruiert, auch die Kleinen im ersten Schuljahr anhand bewegter Bilder. Das Märchen vom "Hasen und dem Swinigel" ist beispielsweise ein neuer Puppentrickfilm, dessen Uraufführung den Sechsjährigen in der Grundschule dieses Jahr bevorsteht. Bisher war es nicht gelungen, plastische Filmpuppen von derart starker Ausdruckskraft und charakteristischer Wandlungsfähigkeit der Gesichtszüge zu schaffen, wie es die Diehl-Filmfabrik mit "Der Hase und der Swinigel" schaffte. Obwohl es schon seit bald zehn Jahren Tonfilme gibt, werden diese stumm gezeigt, während der Lehrer oder ein Schüler die Handlung des Märchens erzählt. So werden alte Sagen wie die vom "Hasen und dem Igel" in lebendiger Form an die Kinder vermittelt.
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Der Hase und der Swinigel
Die Geburt des Mecki
Im Jahre 1938 dreht Ferdinand Diehl zusammen mit seinen Brüdern Herrmann und Paul den Puppenfilm "Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel" der im Stern unter dem Titel "Der Hase und der Swinigel" geführt wird. Der Titel leitet sich vom niederdeutschen Wort für Schweineigel ab. Der Animationsfilm ist der erste Auftritt des damals noch namenlosen Igels, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Mecki in Comic, TV-Serien und anderen Filmen Berühmtheit erlangt. Gebrüder Diehl Film produzieren in den folgenden Jahren Beiprogrammfilme für Tobis, sowie Werbefilme und zahlreiche Produktionen für das 1931 gegründete Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (F.W.U.). Zeitweise fungiert diese als Reichsanstalt (R.W.U.) und hat die Aufgabe, für den Schulunterricht propagandistische Filme für das NSDAP-Regime zu verbreiten.

Die Gebrüder Diehl drehen 1928 ihr Erstlingswerk, den nach dem Vorbild von Lotte Reiniger gemachten Scherenschnittfilm "Kalif Storch". Bis 1970 inszenieren sie über 30 Filme mit weit über 1.000 Puppen. Im Dritten Reich dienen diese nicht nur der wissenschaftlichen Aufklärung, sondern sondern werden auch für die nationalsozialistische Propaganda eingesetzt.
erschienen am 26. November 2021
Zum Thema
Der 1901 geborene Puppenfilmregisseur und -produzent Ferdinand Diehl wird 1927 Trickfilmzeichner und gründet 1928 zusammen mit seinen Brüdern Herrmann und Paul die "Gebrüder Diehl Filmfirma" in Grafelfing bei München. Hier drehten sie bis 1970 über 30 Puppenfilme mit weit über 1.000 Puppen. Die bekannteste Figur wurde 1938 geboren, ein Igel, der als Mecki nach dem Zweiten Weltkrieg berühmt werden sollte. Ende der 1960er Jahre drehen die Diehl-Brüder zwei Märchenfilme fürs Fernsehen, "Die..
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2021