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RETRO News

Peter Schöck bei seiner Antarktisexpedition
Bild und Funk

Verschollen in der Antarktis

Gefangen im ewigen Eis
Nach seinem fast einjährigen Aufenthalt im ewigen Eis der Antarktis kehrte der deutsche Forscher und Wissenschaftler Peter Schöck im Januar 1958 nach Deutschland zurück. Er war der einzige Teilnehmer der amerikanischen Antarktis-Expedition von 1957. Dass dieses Abenteuer nicht ganz ungefährlich war, erzählt er gegenüber dem Reporter der Fernsehzeitschrift Bild und Funk am 30. März 1958.
Peter Schöck und seine Frau
Bild und Funk
Peter Schöck und seine Frau

Mühsame Kleinarbeit statt Romantik

Der 32-jährige Diplomingenieur Schöck studierte an der TH Karlsruhe Maschinenbau. 1953 wurde er als Dozent an die Universität Minneapolis gerufen. Seine Frau begleitete ihn nach Amerika. Da Peter Schöck ein guter Skiläufer und Bergsteiger ist, wurde er als einziger Deutscher in die amerikanische Antarktisexpedition berufen. Zudem ist er Spezialist für Eis- und Gletscherkunde und leitete unter anderem die Forschungsgruppe für Südlichtbeobachtung. Am 31. Oktober 1957 stürzte er allerding beim US-Hauptstützpunkt Little America im Ross-Schelfeis in eine 19 Meter tiefe Gletscherspalte. Dabei zog er sich mehrere Rippenbrüche und eine Lungenverletzung zu. Nach seiner Genesung kehrte er nun frohen Mutes nach Deutschland zurück. "Als Wissenschaftler in der Antarktis zu sein, ist kein romantisches Abenteuer, sondern mühsame Kleinarbeit", so Peter Schöck.


Sir Ernest Shackletons Antarktis-Expedition 1914

Der Artikel in der Bild und Funk aus dem Jahr 1958 lässt es erahnen. Antarktis-Expeditionen faszinierten seit jeher Wissenschaftler, Forscher und Laien. Was allerdings aus der US-Antarktis-Expedition 1957 und aus Peter Schöck geworden ist, können wir heute leider nicht mehr nachvollziehen. Das von Schöck angesprochene Abenteuer fand jedoch Einzug in vielen Filmen. So auch die tollkühne Expedition von Sir Ernest Shackleton im Jahre 1914. Sein Plan war es, als erster die Antarktis zu durchqueren. Sein Vorhaben scheiterte, als sein Schiff, die Endurance, im Weddell-Meer von Eisschollen eingeschlossen wurde. Für den Expeditionsleiter und seine Männer begann ein zweijähriger Überlebenskampf im ewigen Eis, den wie durch ein Wunder alle überlebten. Diese Ereignisse wurden vom Kameramann Frank Hurley in über 100 Fotos und auch auf Filmmaterial festgehalten. Dieses Material diente schließlich der aufwendigen Dokumentation "Verschollen im Packeis - Das Antarktis-Abenteuer des Sir Ernest Shackleton" von George Butler als Volage.

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