Der Stern
Das jüngste Gericht
Franz Seitz setzt "Das Jüngste Gericht" in Szene
Retro News: Weltuntergang in Österreich-Ungarn
Obwohl er den wenig unterhaltsamen Titel "Das Jüngste Gericht" trägt, ist dieser Lichtspielfilm von Franz Seitz dennoch heiter. Die Zeitschrift Der Stern vom Dezember 1939 berichtet, dass das filmische Lustspiel im österreich-ungarischen Dorf Kalk spielt und zwar anno 1910. Die schöne Susi Nicoletti gibt die Marianne, ein Mädel, das unbedingt einen Turnlehrer (Hans Holt) ehelichen will. Doch wie es oft so ist, hat ihr Herr Vater etwas dagegen, weil das Töchterl was Besseres verdient hat: den Herrn von Schnackenberg (Erik Frey) nämlich.
erschienen am 5. November 2021
Der Stern
Szene aus "Das jüngste Gericht"
Heitere Apokalypse im Dorf Kalk
Um sein geliebtes Mädel doch noch zu bekommen, fällt dem Turnlehrer Leopold Forster etwas ein: Er sorgt dafür, dass das Lokalblatt "Der Kalker Anzeiger" den Weltuntergang verkündet. Der droht dem Dorf angeblich durch einen feurigen Kometen, der mit furchtbarer Gewalt heranbraust und mit seinem Schweife angeblich die Welt vergasen wird.

Plötzlich fürchten all die Kalker Spießbürger um ihr Seelenheil und bereuen ihre Klatschsucht, den Geiz und die Lügen. Jetzt heißt es, die wenigen letzten Stunden noch rasch zu etwas Schönem nutzen. Wird Forster so seine Marianne bekommen? Oder muss seine geliebte Marianne den Brauerei-Erben Alexander von Schnackenberg heiraten? Der erfahrene Regisseur Franz Seitz drehte diese leichte Liebesromanze im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs.
Der Stern
Szene aus "Das jüngste Gericht"
Ein Komet, Alpenkomödien und ein Propagandafilm
"Das Jüngste Gericht" von 1939 beruht zwar nicht auf einer wahren Begebenheit, jedoch war im Jahre 1910 tatsächlich der Komet Halley, auch Halleyscher Komet genannt, unterwegs. Dieser ist alle 75 bis 77 Jahre deutlich von der Erde aus mit bloßem Auge erkennbar. Halley war seit 240 v. Chr. mindestens 25 Mal beobachtet worden und wird im Jahr 2061 wieder der Erde nahe kommen.

Was den Regisseur von "Das Jüngste Gericht" betrifft, so machte Franz Seitz bereits 1917 seinen ersten Stummfilm. Meist drehte er seine deftigen Schwänke mit alpenländischem Hintergrund in Bayern oder Österreich. 1936 drehte Seitz den Nazi-Propagandafilm "SA-Mann Brand". Im selben Jahr inszenierte er auch seinen größten Erfolg, den preußisch-bayerischen Schwank "IA in Oberbayern". Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er nur einen Film realisieren, der passenderweise "Der Letzte Schuss" (1951) hieß. Im folgenden Jahr starb Franz Seitz. Sein Sohn Franz Seitz Junior produzierte den letzten Film des Vaters. Er gewann als Produzent der "Blechtrommel" 1980 den Oscar und folgte seinem Vater politisch zum Glück nicht dessen braunen Fußstapfen.
erschienen am 5. November 2021
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Der geborene Münchner Regisseur, Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor Franz Seitz war zunächst Bühnenschauspieler und Regisseur, bevor er 1917 seinen ersten Stummfilm "Der Herr mit der Dogge" drehte. 1930 gründete er seine eigene Produktionsgesellschaft, mit der er hauptsächlich leichte Liebeskomödie mit bayerischen oder österreichischen Hintergrund drehte. Franz Seitz produziert wurde. Im Jahr darauf starb Franz Seitz Senior.
Obwohl er den wenig unterhaltsamen Titel "Das Jüngste Gericht" trägt, ist dieser Lichtspielfilm von Franz Seitz dennoch heiter. Das filmische Lustspiel spielt im österreich-ungarischen Dorf Kalk und zwar anno 1910. Die schöne Susi Nicoletti gibt die Marianne, ein Mädel, das unbedingt einen Turnlehrer (Hans Holt) ehelichen will. Doch wie es oft so ist, hat ihr Herr Vater etwas dagegen, weil das Töchterl was Besseres verdient hat: den Herrn von Schnackenberg (Erik Frey) nämlich.
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2021