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Verbrechen nach Schulschluß
Christian Wolff unter Mordverdacht

Gefährdete Jugend

In Alfred Vohrers Jugenddrama "Verbrechen nach Schulschluß" erhebt der Regisseur keinesfalls den Zeigefinger gegen die zunehmend verrohenden Jugendlichen. Auch ist es kein Klagelied, wie oftmals behauptet. Vielmehr lenkt Vohrer sein Augenmerk auf die Erwachsenen, die seiner Ansicht die Hauptschuld am Versagen der heutigen Jugend tragen.

Walter Clemens als böser Vater

Walter Clemens als böser Vater

Jugend gegen Erwachsene
Wie die Zeitschrift Filmrevue am 12. Mai 1959 berichtet, steht im Mittelpunkt des Films ein verlogener Lehrer und Vater, ein Obrist A.D. (Richard Münch). Dieser hat anstelle des Rückenmarks einen Säbel und überlässt seinen an und für sich gutherzigen Sohn immer wieder der Einsamkeit. Es kommt, wie es kommen muss. Aus Trotz und Angst, vielleicht auch aus Langeweile, gründet der gedemütigte Sohn eine gewaltbereite Schülerbande, der sich auch Viola (Corny Collins) anschließt. Doch das Mädchen ist Lukas Körner (Christian Wolff) weit überlegen. Der Junge kommt sogar vor Gericht. Ihm wird Mord vorgeworfen. Belastet wird er von einer fragwürdigen Zeugin namens Erna Kallies (Erica Beer). Von der Mordanklage wird Lukas schließlich freigesprochen, für alle anderen Delikte muss er sich aber verantworten.

Christian Wolff und Corny Collins in "Verbrechen nach Schulschluß"

Christian Wolff und Corny Collins in "Verbrechen nach Schulschluß"

Für und Wieder
Nur wenige Monate nach der Berichterstattung in der Filmrevue am 12. Mai 1959 nahm Alfred Vohrers Drama "Verbrechen nach Schulschluß" bei den Filmfestspielen in San Sebastián teil. Der damals 21-jährige Christian Wolff wurde für seine schauspielerische Leistung mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet. Die deutsche Zeitschrift Spiegel Wissen war von dem Film allerdings wenig begeistert. In der Ausgabe vom 1. Juli 1959 urteilt das Blatt: "Dieser Nachzügler der Halbstarken-Serie, der nach einem Illustrierten-Tatsachenroman verfertigt wurde, vereinigt eine so ungewöhnlich hohe Zahl kinematographischer Untugenden, daß seine Uraufführung sich wie ein Versehen nach Drehschluß ausnimmt. Regisseur Alfred Vohrer vermochte das Unvermögen der darstellenden Kinderriege (Christian Wolff, Heidi Brühl, Corny Collins) nicht zu kaschieren."
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de - 2. April 2014
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