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Paul Lukas und Maximilian Schell in "Das Urteil von Nürnberg"

Film Revue

"Das Urteil von Nürnberg" als Sprungbrett

Hollywoodstar Maximilian Schell?

Als Verteidiger Hans Rolfe nimmt sich Maximilian Schell im TV-Film "Urteil von Nürnberg" der Entlastung des Innenministers und dreier Richter an. Diese haben während des NS-Regimes zahlreiche unschuldige Menschen zum Tode verurteilt. In seiner Darstellung überzeugt der Schauspieler ("Reifende Jugend") die US-Kritiker derart, dass sie sogar versuchen, ihn durch einen Vertrag zu binden. Ob sich der eigensinnige Österreicher das gefallen lässt?
Von  Nina Klofac/Filmreporter.de,  31.01.2014

Marketta Kimbrell als Zeugin von Maximilian Schell

Film Revue

"Man muss sich die Dinge reiflich überlegen"

Nachdem "Urteil von Nürnberg" im Rahmen der amerikanischen Playhouse 90-Schau im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde, erhielt Maximilian Schell dutzende Rollenangebote aus Hollywood, so eindringlich hatte er den Verteidiger gespielt. Zuvor war der Charakterdarsteller erst in einer amerikanischen Produktion zu sehen, nämlich "Die jungen Löwen" an der Seite von Marlon Brando. "Ich will nicht Angebote akzeptieren, bloß um meine Filmtätigkeit in Hollywood zu forcieren. Bisher hat mir keine Story zugesagt", so der Schauspieler im Interview mit der Fachzeitschrift Film Revue vom 23. Juni 1959.

Trotz seiner wählerischen Haltung konnte ihn eine Idee überzeugen. Seine Zusage erteilte der neugeborene Hollywoodstar einem Fernsehfilm. Darin wird er einen deutschen Journalisten spielen, der 1937 in München auf eine englische Bibliothekarin (Joan Fontaine) trifft. Diese enttäuscht ihn bitterlich. "Die Charaktere der Story sind interessant gezeichnet und die Atmosphäre ist mit Hochdruck geladen", so Schell über das Projekt.


Maximilian Schell, Claude Rains und Melvyn Douglas

Film Revue

Auszeichnungen wie kaum ein anderer

Nachdem die TV-Episode erfolgreich ausgestrahlt wurde, inszenierte Stanley Kramer 1961 den Kinofilm "Das Urteil von Nürnberg". Maximilian Schell übernahm erneut die Rolle des Verteidigers und wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet. Seine Zurückhaltung gegenüber den Versuchen Hollywoods, ihn vertraglich zu binden, schadete der Karriere Maximilian Schells nicht annähernd.

Der am 8. Dezember 1930 in Wien geborene Schauspieler wurde im Verlauf seiner beachtlichen Laufbahn mit den verschiedensten Preisen und Ehrungen überhäuft. Hierzulande erhielt Schell unter anderem 1984 den Deutschen Filmpreis für seine Rolle in "Morgen in Alabama", 2002 den Bambi sowie 2009 den Bambi für sein Lebenswerk. Jenseits des Atlantik war er mehrfach für den Golden Globe und den Emmy nominiert.
Von  Nina Klofac/Filmreporter.de,  31.01.2014

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