Retronews: Eva Ingeborg Scholz' große Zukunft | FILMREPORTER.de
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Eva Ingeborg Scholz in "Banditen der Autobahn"
Jungdarstellerin auf dem Vormarsch

Eva Ingeborg Scholz' große Zukunft

Eva Ingeborg Scholz hat den Schrecken des Zweiten Weltkriegs in besonders schlimmer Form erfahren müssen. Die gebürtige Berlinerin wird mit den Eltern sechsmal ausgebombt und erlebt die Eroberung der deutschen Hauptstadt aus nächster Nähe. Nach dem Krieg steht sie mit buchstäblich nichts da und nimmt eine Arbeit als Aufwartefrau bei den Amerikanern an. Zu ihrem späteren Beruf findet sie durch den Schauspielunterricht, den die Darstellerin Hilde Körber mitten in den Trümmern kostenlos anbietet.
Von  Tobias Röhring/Filmreporter.de, 15. Juli 2016

Eva Ingeborg Scholz in "Die Zeit mit dir"

Eva Ingeborg Scholz in "Die Zeit mit dir"

Vielversprechende Jungdarstellerin
Auf ihren ersten Bühnenauftritt bei einer Weihnachtsaufführung blickt Eva Ingeborg Scholz auch heute noch gerührt zurück. Die Rolle als Sally Middleton in "Lied der Taube" am Berliner Renaissance-Theater stellt eine kleine Entschädigung für die bitteren Erfahrungen dar, die ihr bis dato beschienen sind. Für ihren ersten Film "Eins, zwei, drei, Corona" wird sie unter 300 Mitbewerberinnen ausgesucht. Seither macht 'die Scholz' mit Auftritten in Filmen wie "Der Verlorene" und "Des Teufels General" auf sich aufmerksam.

Kritiker loben ihr intensives Spiel und ihre kraftvolle Ausstrahlung und bescheinen der 25-Jährigen eine große Zukunft als Schauspielerin. Ihr Privatleben verläuft dagegen weniger glanzvoll, wie die Filmzeitschrift Film Revue im zweiten Augustheft 1955 berichtet. Nach dem tragischen Unfalltod ihres Gatten Wilfried Seyferth lebt Scholz mit ihren kleinen Kindern Stefan und Kathrinchen zurückgezogen in München.

Eva Ingeborg Scholz in "Des Teufels General"

Eva Ingeborg Scholz in "Des Teufels General"

Vielschichtige Charakterdarstellerin
Mit ihrem feinfühligen und oft zurückhaltenden Spiel machte sich Eva Ingeborg Scholz einen Namen als vielschichtige Charakterdarstellerin. Im Lauf ihrer Karriere spielte sie an zahlreichen deutschen Theatern. Nach ihrem Kinodebüt gegen Ende der 1940er Jahre etablierte sich Scholz auch als Filmschauspielerin. Hin und wieder arbeitete sie auch als Synchronsprecherin und lieh beispielsweise der Titelfigur des Zeichentrickfilms "Cinderella" (1950) sowie Alice' Schwester in "Alice im Wunderland" (1951) ihre Stimme.

In den 1960er Jahren war sie immer seltener im Kino zu sehen und konzentrierte sich vor allem auf Fernsehrollen und das Theater. Es folgten Auftritte im Mehrteiler "Es ist soweit" sowie in populären Krimiserien wie "Der Kommissar", "Tatort" und "Derrick". Zu ihren bislang letzten Arbeiten für das Kino zählen Helmut Dietls Satire "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997) und Rainer Kaufmanns Krimikomödie "Die Apothekerin" (1997). Heute lebt die mittlerweile 83-jährige Scholz in Gräfelfing bei München.
Tobias Röhring/Filmreporter.de - 15. Juli 2016
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