Retronews: Vittorio de Sicas Liebesreigen | FILMREPORTER.de
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Das Cover des Spiegel vom 30. Juni 1954
Hommage an Italiens Hauptstadt

Vittorio de Sicas Liebesreigen

Vittorio de Sica gilt nicht nur in Italien als Regiewunder. Seine Leistungen in "Fahrraddiebe" und "Das Wunder von Mailand" sind unübertroffen und lassen auf mehr hoffen. Nun präsentiert er sein neuestes Werk "Rom, Station Termini". Doch die Kritiken entsprechen nicht den Erwartungen des Meisterregisseurs. Das Magazin Der Spiegel nimmt am 30. Juni 1954 Stellung.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 11. Januar 2018

Montgomery Clift in "Misfits: nicht gesellschaftsfähig"

Montgomery Clift in "Misfits: nicht gesellschaftsfähig"

Sozialkritik und privates Unglück
Die verheiratete Amerikanerin Maria Forbes (Jennifer Jones) beginnt in Rom eine Affäre mit dem Italiener Giovanni (Montgomery Clift). Doch schließlich entscheidet sie sich für ihre Familie und will nach Amerika zurückkehren. Auf dem römischen Hauptbahnhof treffen sich die Geliebten zum Abschied. Giovanni versucht, Maria zum Bleiben zu überreden. In einem leerstehenden Wagon lieben sie sich ein letztes Mal - allerdings werden sie von der Polizei erwischt und auf die Wache gebracht.

In de Vittorio de Sicas neuestem Werk kommt man um die Sozialkritik und das private Unglück der Protagonisten nicht herum. Der Regisseur ließ sich einige Komplikationen und Umwege einfallen, dennoch vergehen die eineinhalb Stunden Abschied recht langsam. Allerdings genießt man das starke Spiel der Hauptdarsteller Jennifer Jones und Montgomery Clift.

Vittorio de Sica als Dichter mit Charme

Vittorio de Sica als Dichter mit Charme

Ein großer Fehler?
Der Spiegel sah in seiner Ausgabe vom 30. Juni 1954 die Reaktionen auf Vittorio de Sicas Werk voraus. Jahre später bezeichnete selbst Montgomery Clift den Film als "großen, dicken Fehler". Produzent David O. Selznick, Ehemann der Hauptdarstellerin Jennifer Jones, kürzte den Film für die amerikanische Version von 87 auf 63 Minuten.

1983 wurde das Werk restauriert und erhielt seine ursprüngliche Fassung zurück. Heute gilt "Rom, Station Termini" als Klassiker des italienischen Films und als Beispiel für de Sicas einfühlsame Regiearbeit.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de - 11. Januar 2018
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