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Greta Garbo mit Hut und Sonnenbrille.
Kein Kontakt zur Außenwelt

Greta Garbos goldener Käfig

Sowohl Fans, als auch Reporter kennen Greta Garbos Abneigung gegenüber ihrer Anhängerschaft. Das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Einer der vielen Reporter, die geduldig vor ihrem Haus auf sie warten, hat allerdings einen ganz besonderen Plan.
Von  Indra Fehse/Filmreporter.de, 31. Januar 2018

Greta Garbo

Greta Garbo

Verfolgung eines Mythos
Seitdem sich Greta Garbo in Monte Carlo aufhält, befindet sich tagtäglich eine Traube von Fotografen vor ihrer Villa. Das Anwesen trägt den Namen The Rock und gleicht wahrlich einer Festung. Schafft es ein Journalist tatsächlich hinter das beeindruckende Eingangstor, ist es noch ein weiter Weg bis zum Haus. Derzeit wird spekuliert, ob die Garbo möglicherweise einen unterirdischen Gang bauen lässt, um ihr Anwesen ungesehen betreten und verlassen zu können.

Ein Reporter der Münchner Illustrierten (26. November 1955) betrat nicht nur das Haus der bekannten Schauspielerin, er verbrachte sogar eine Nacht in einem ihrer Gästezimmer und unterhielt sich mit der begehrten Garbo. Da ihre Scheu vor der Presse allgemein bekannt ist, behielt der Reporter seinen Beruf für sich und gab sich als ehemaliger Architekt der Villa aus. Ebenso vermied der Journalist, die Schauspielerin auf ihre zukünftigen Filmpläne anzusprechen. Die einzige Information hierzu ist, dass Greta Garbo jegliche Angebote von Max Ophüls, Elia Kazan und Tennessee Williams abgelehnt hat.

Greta Garbo

Greta Garbo

Flucht in die Anonymität
Tatsächlich drehte Greta Garbo nach ihrer letzten Rolle 1941 in "Die Frau mit den zwei Gesichtern" keinen weiteren Film. Besonders hartnäckig soll Tennessee Williams auf die schwedische Schönheit eingeredet haben. Doch seine Beharrlichkeit blieb erfolglos. Den Rest ihres Lebens ruhte sich die Diva auf ihren vier Oscar-Nominierungen aus. 1955 erhielt sie den Ehren-Oscar.

So standhaft, wie sie auf jegliche Filmangebote reagierte, blieb sie auch in ihrer Abneigung gegenüber der Presse. Während ihrer gesamten Karriere gab Garbo lediglich 14 Interviews. Sie erschien nie zu Filmpremieren, unterschrieb keine Autogramme und beantwortete keine Fanpost. Ab 1953 lebte sie in New York City. Dort machte sie regelmäßig lange Spaziergänge durch die Stadt. Dabei achtete sie stets auf unauffällige Kleidung und trug große Sonnenbrillen, um unerkannt zu bleiben. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie in vollkommener Abgeschiedenheit. Angeblich verfasste sie kurz vor ihrem Tod im Jahre 1990 ihre Memoiren. Diese wurden jedoch nie veröffentlicht - falls sie überhaupt existieren.
Indra Fehse/Filmreporter.de - 31. Januar 2018
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