Starbiographie: Einbahnstraße Ruhm? | FILMREPORTER.de
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Starfeature

Julia Roberts als Doppelagentin
Hollywood-Königin Julia Roberts

Einbahnstraße Ruhm?

Einst hatte sie das teuerste Lächeln der Welt, mittlerweile gibt sie eher das Muttertier. Julia Roberts Karriere ist 2009 in eine neue Phase eingetreten. Mit Rollen in romantischen Komödien wurde sie zur finanziell erfolgreichsten Schauspielerin aller Zeiten. Ein Titel, auf den nun eine Nachfolgerin hoffen kann. Kürzlich kündigte Roberts an, sie wolle Liebesromanzen künftig der jüngeren Generation überlassen.
Von  Katharina Gärtner/Filmreporter.de, 29. April 2009

Duplicity - Gemeinsame Geheimsache

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Südstaatenmädchen mit Akzent
1967 deutet nichts darauf hin, dass Julia Roberts einmal die bestbezahlte Schauspielerin der Traumfabrik werden wird. Julia wird in Georgias Hauptstadt geboren. Ihre Eltern haben eine Schauspielschule für Kinder. Dort werden auch die Kinder des schwarzen Bürgerrechtlers Dr. Martin Luther King Jr. unterrichtet. Die Schule ist leider nicht profitabel und wird 1971 geschlossen. In der Folge wird die Ehe der Eltern 1972 geschieden. Julia bleibt bei ihrer Mutter und zieht mit ihr in einen Vorort Atlantas. Nach Abschluss der High-School folgt sie ihrer älteren Schwester Lisa Roberts Gillan nach New York. Dort hält sie sich mit diversen Jobs über Wasser, unter anderem in einem Schuhladen und einer Eisdiele. Zwar erhält sie einen Vertrag mit einer Modelagentur, gibt aber später an, dass sie die Arbeit hasse und niemals wirklich als Model gearbeitet habe. Julia nimmt Sprachunterricht, um ihren Südstaatenakzent loszuwerden. Inspiriert durch den Erfolg ihres älteren Bruders Eric Roberts, der ebenfalls als Schauspieler arbeitet, versucht sie erste Engagements zu bekommen.1986 kann Eric seine kleine Schwester schließlich in "Blood Red-Stirb für dein Land" unterbringen. An der Seite ihres älteren Bruders, Giancarlo Giannini und Dennis Hopper debütiert sie in dem Western über eine sizilianische Winzerfamilie. Julia hat gerade mal zwei Sätze Text. Erst 1988 läuft der Film in wenigen Kinos.

Sexy wie eh und je: Julia Roberts

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Erste Erfolge
Mit ihrer ersten Hauptrolle in "Pizza Pizza - Ein Stück vom Himmel" (1987) gelingt es Julia Roberts erstmals, auf sich aufmerksam zu machen. Zunächst glaubt sie, nicht geeignet zu sein, die portugiesisch-stämmige und verführerische Daisy Arujo zu spielen. Eine Anekdote besagt, dass sie sich die Haare schwarz färbt, um die Rolle zu bekommen. Das hat zur Folge, dass ihr Filmfreund mit schwarzen Händen aus der Probe kommt. Ihre Eigeninitiative überzeugt Regisseur Donald Petrie dennoch. Obwohl Roberts gute Kritiken für ihre Darstellung einstreicht, braucht ihre Schauspielkarriere immer noch ein bisschen Förderung. Die kommt von Sally Field. Die Schauspielerin schlägt Roberts als Besetzung ihrer Filmtochter in "Magnolien aus Stahl" (1988) vor. Während Roberts selbst mit einer rätselhaften Krankheit im Krankenhaus liegt, beginnt sie sich auf ihre Rolle als Braut, die an Diabetes erkrankt, vorzubereiten. Die Tragödie bringt ihr die erste Oscar-Nominierung ein. Ein großer Erfolg für eine Nachwuchsschauspielerin.

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Durchbruch als Prostituierte
Schon vor "Magnolien aus Stahl" kommt Julia Roberts mit einem Projekt in Berührung, dass unter dem Arbeitstitel "3000" kursiert. Ursprünglich ist der Film, der später unter dem Titel "Pretty Woman" weltweit einschlägt, als Drama über Prostitution im Los Angeles der späten 1980er Jahre konzipiert. Ein Happy-End ist nicht vorgesehen. Zudem ist Roberts nicht die erste Wahl für die Rolle der sich unflätig ausdrückenden und ungebildeten Prostituierten. Nachdem das Projekt von Disney übernommen und Garry Marshall als Regisseur verpflichtet wird, steht Meg Ryan ganz oben auf der Wunschliste. Die lehnt dankend ab, genauso wie Molly Ringwald, die Ende der 1980er Jahre ein großer Star ist. Michelle Pfeiffer und Daryl Hannah werden in Betracht gezogen, können sich aber ebenfalls nicht mit dem Projekt anfreunden. Zu guter Letzt bekommt Roberts die Rolle. Die romantische Komödie á la Pygmalion handelt von Geschäftsmann Edward Lewis (Richard Gere), der die Prostituierte Vivian Ward (Julia Roberts) auf dem Hollywood Boulevard aufliest und sie als seine Begleitung engagiert. Der Liebesfilm spielte bei Produktionskosten von geschätzten 14 Millionen Dollar weltweit über 450 Millionen Dollar ein. Roberts bringt er eine weitere Oscar-Nominierung und den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin ein. Die Romanze wird häufig als zu unrealistisch kritisiert, dennoch kann Roberts als Prostituierte mit Herz überzeugen. Filmkritiker Roger Ebert prognostiziert der jungen Schauspielerin eine große Zukunft in Hollywood. Er wird Recht behalten.

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