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Brooke Shields
NBC, Inc.

Mal nackt, mal pelzig!

Gesicht der 80er: Brooke Shields

Nacktaufnahmen als Minderjährige, eine erfolgreiche Karriere als Top-Model, ein Werbespot für Jeans, der Kultstatus erreicht. Ob in hautengen Denims mit Fell oder nackt: Die Karrierehöhe und -tiefpunkte der Brooke Shields drehen sich oft um ihre Bekleidung. Das Jahr 2010 steht für sie leider unter dem uncoolen Motto Pelz - auch abseits der Leinwand.
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de,  25. Oktober 2010
Brooke Shields in "Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig!"
Concorde Filmverleih
Brooke Shields in "Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig!"
Die schöne Frau in den Blue Jeans blickt verträumt in die Leere, ihr braunes Haar reicht beinahe bis zu den Hüften. Die roten Lippen pfeifen ein Kinderlied, plötzlich blickt sie direkt in die Kamera, fragt mit lasziver Stimme "Wollen Sie wissen, was zwischen mich und meine Calvins kommt? Nichts."

Der Werbespot für Designerjeans aus dem Jahr 1980 macht Brooke Shields bekannt. Die damals 14-Jährige avanciert gar in der Folge zur Stilikone: Im gleichen Jahr schafft sie es als jüngstes Model auf das Cover des Modemagazins Vogue. Das Gesicht mit den markanten Augenbrauen wird vom Time-Magazine zum Gesicht der 1980er Jahre erkoren.


Brooke Shields
NBC, Inc.
Brooke Shields

Frühe Weichenstellung

Doch der Aufstieg in die Riege der Supermodels ist nur ein Aspekt ihres Schaffens. Brooke betreibt parallel ihre Schauspielkarriere. Ihren ersten Werbeauftritt hat sie als Säugling, seit ihrem elften Lebensjahr dreht sie ein bis zwei Filme pro Jahr. Später wird sie ihren Freund Michael Jackson damit aufziehen, dass er ein Spätzünder gewesen sei, weil er erst im Alter von fünf Jahren mit dem Showbusiness beginnt, sie hingegen mit elf Monaten.

Ihr Gesicht hat durch die mediale Omnipräsenz in jenem Jahrzehnt einen Wiedererkennungswert wie kaum ein zweites. Die Modelkarriere könnte nicht besser laufen. Zwischen 1980 und 1987 ziert sie dreizehn Mal das Cover der US-Vogue, bereits 1981 erhält das Mädchen für eine Shampoo-Kampagne eine Gage von einer Million US-Dollar. Ihre Kampagne für Calvin Kline gilt als Meilenstein auf dem Weg des Modelabels zur internationalen Spitzenmarke. Als Schauspielerin jedoch bleibt dem Teenager der Erfolg verwehrt.


Brooke Shields 1978 als "Pretty Baby"
Paramount Pictures
Brooke Shields 1978 als "Pretty Baby"

Kontroverse um die Nacktszenen einer Zwölfjährigen

Die Auswahl der angebotenen Drehbücher zeigt, dass Shields früh auf eine Rolle festgelegt wird. Während sie als Model gut zehn Jahre älter wirkt, wird sie als Schauspielerin vornehmlich als begehrenswerte Minderjährige besetzt. So sorgen ihre Filme immer wieder für Kontroversen.1977 gibt sie das erste Mal die Lolita.

In "Pretty Baby" spielt sie eine Zwölfjährige, die in einem Bordell aufwächst. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war Shields tatsächlich zwölf, aufgrund der Nacktszenen des Mädchens kommen Vorwürfe der Kinderpornografie auf. In Teilen Kanadas darf das Drama denn auch nicht gezeigt werden.


Brooke Shields
NBC, Inc.
Brooke Shields

Gut im Bett?

Doch die junge Brooke gibt sich ausgesprochen reif, ist sich ihrer Außenwirkung bewusst. Das Spiel mit den Medien beherrscht sie auch als Mädchen perfekt - sie ist's vom Modeln gewohnt. Während der Promotion zu "Pretty Baby" wird sie gefragt, ob sie wisse, was es bedeute, "gut im Bett" zu sein. Brookes smarte Antwort: "Wenn ich krank bin und nicht in die Schule gehen kann (...) und meine Mama bringt mir Suppe - das ist gut im Bett."

Zwar gelingt mit "Die blaue Lagune" (1980) der Durchbruch als Schauspielerin, für ihre Leistung erntet die 14-Jährige jedoch überwiegend schlechte Kritiken. Shields wird mit der ersten Goldenen Himbeere der Filmgeschichte in der Kategorie: Schlechteste Darstellerin ausgezeichnet. Auch das Drama selbst kommt nicht gut an, wird aber immerhin ein passabler kommerzieller Erfolg. So bezeichnet der renommierte Journalist Roger Ebert - für seine Filmrezensionen 1975 mit dem Pulitzer Preis bedacht - den Film in der Tageszeitung Chicago Sun-Times als "dümmsten Film des Jahres" (the dumbest movie of the year).


Brooke Shields und Christopher Atkins freizügig in "Die blaue Lagune"
Sony Pictures
Brooke Shields und Christopher Atkins freizügig in "Die blaue Lagune"

Höhepunkt mit 14

Auf den Box Office Hit, der einen Rechtsstreit um die Bildrechte an Shields’ Nacktaufnahmen nach sich zieht, folgt lediglich ein weiterer Kassenerfolg mit ihr in der Hauptrolle. In "Endlose Liebe" (1981) spielt sie abermals ein frühreifes Mädchen, das eine Liebesbeziehung mit einem älteren Mann eingeht. In dem Drama gibt der junge Tom Cruise sein Leinwanddebüt in einer Nebenrolle, Shields erhält auch hierfür eine Goldene Himbeere für ihre wenig ansprechende Leistung. Als Model ist sie noch einige Jahre erfolgreich, um die Schauspielerin Brooke Shields wird es still. Bald bekommt sie nur noch Nebenrollen in schlechten Filmen, hat Gastauftritte in TV-Serien und Cameos bei wenig bedeutsamen Produktionen.

Doch auch wenn sie nicht an ihre frühen Erfolge anknüpfen kann ist es nicht angebracht, Brooke als abgehalfterten Kinderstar zu beschimpfen. Durch ihre zweigleisige Karriereplanung hat die gebürtige New Yorkerin im Gegensatz zu vielen gescheiterten Kollegen nicht alles auf eine Karte gesetzt. Sie hat so immer eine gewisse Präsenz in den Medien, zehrt nicht nur von ihrem Namen oder der Ehe mit dem populären Tennisprofi Andre Agassi. An der Fernsehserie "Susan" (1996 - 2000) ist sie nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als Produzentin maßgeblich beteiligt.


Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig!
Concorde Filmverleih
Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig!

Folgenschweres Bekenntnis

2010 spielt das Thema Bekleidung wieder eine zentrale Rolle in Brooke Shields Leben. In der Komödie "Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig!" ist sie nach langer Pause wieder einmal in einer tragenden Rolle einer Major-Produktion zu sehen. Darin spielt sie die Leinwandgattin von Brendan Fraser, das Ehepaar muss sich gegen die Attacken tierischer Waldbewohner wehren. Pikante Randnotiz: Anfang desselben Jahres bekannte sich Shields in der Öffentlichkeit ausdrücklich zum Tragen von Pelzen, wofür sie von der Tierschutzorganisation PETA aufs Heftigste angegriffen wird - der Originaltitel ihrer Komödie lautet "Furry Vengeance", was sich wörtlich mit Pelzige Rache übersetzen lässt.
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de,  25. Oktober 2010

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