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Anna Kendrick
Paramount Pictures

Newcomerin Up in the Air

Anna Kendrick emanzipiert sich

Sie ist das, was man als aufgewecktes Mädchen bezeichnet. Eine, die weiß, was sie will. So tritt Anna Kendrick auch in Interviews auf, so wirkt sie 2009 in ihrer Paraderolle als ambitionierte Newcomerin Natalie Keener in "Up in the Air". Dabei wächst die Schauspielerin im hohen Norden der USA auf, im abgeschiedenen Maine. Dem Bundesstaat sagt man nach, verschlafen zu sein. Auch die junge Anna empfindet das so. Doch wie das bei einem aufgeweckten Mädchen eben so ist, erkennt sie früh ihre Leidenschaft - und engagiert sich.
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de,  1. November 2010
Anna Kendrick
Paramount Pictures
Anna Kendrick
Mit sechs Jahren beginnt Kendrick Rollen in Theateraufführungen zu übernehmen. Doch eine Schauspielkarriere in dem isolierten Maine hält sie für unwahrscheinlich. So erwirkt sie, dass ihre Eltern sie regelmäßig mit dem Auto von ihrer Heimatstadt Portland zu Vorsprechterminen ins 450 km entfernt gelegene New York City fahren. Da ist Anna zehn Jahre alt.

Die Fahrerei zahlt sich aus, das Mädchen macht bald in der Branche von sich reden: Für ihre Leistung in dem Broadway Musical "High Society" erntet sie überragende Kritiken. Unter den zahlreichen Theaterpreisen, für die sie in der Folge vorgeschlagen wird, ist mit dem Tony Award auch der bedeutendste Theaterpreis der USA. In der Historie des 1949 erstmals vergebenen Preises ist Kendrick mit zwölf Jahren die zweitjüngste nominierte Schauspielerin.

Nach ihrem Leinwand-Debüt in "Star Camp" (2003) arbeitet sie einige Jahre als Darstellerin in einer TV-Serie. Ihre nächste Filmrolle folgt erst 2007: Zwar übernimmt sie in "Rocket Science" lediglich eine Nebenrolle, der Auftritt in der Independent-Komödie wird sich jedoch Jahre später als Türöffner erweisen.


Twilight - Biss zum Morgengrauen
Concorde Filmverleih
Twilight - Biss zum Morgengrauen

Beginn des "Twilight"-Hypes

Vorerst hat Kendrick das Glück, für eine Rolle in der Leinwandadaption von Stephenie Meyers "Twilight"-Romanen besetzt zu werden. "Twilight - Biss zum Morgengrauen" löst einen regelrechten Hype unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. Es handelt sich um eine Fantasy-Romanze über Vampire und Werwölfe und begründet den Erfolg einer Reihe, an dem auch Anna mit ihrer Rolle der Jessica Stanley partizipiert. Für den zweiten Teil "New Moon - Biss zur Mittagsstunde" wird ihr Part im Vergleich zur Romanvorlage von den Drehbuchautoren ausgebaut.

An einem derart erfolgreichen Projekt teilzunehmen, kann aber auch tückisch sein. "Twilight" hat bald eine beträchtliche Fanbasis. Viele junge Schauspieler haben Probleme damit, sich von einer frühen populären Rolle zu emanzipieren, da sie von der öffentlichen Wahrnehmung schnell darauf festgelegt werden. Als Nebendarstellerin hat Anna Kendrick zwar naturgemäß weniger Probleme, als Robert Pattinson oder Kristen Stewart. Dass dieser Prozess zu einem solch frühen Zeitpunkt weit fortgeschritten scheint, ist dennoch ein Glücksfall für die junge Schauspielerin.


Anna Kendrick als Natalie an der Seite von George Clooney in "Up in the Air"
Paramount Pictures
Anna Kendrick als Natalie an der Seite von George Clooney in "Up in the Air"

Jason Reitman wird Kendrick-Fan

Jason Reitman ist Regisseur einiger vielbeachteter Independent-Filme wie "Juno" oder "Thank You for Smoking". Im Jahr 2008 befindet sich Reitman auf der Suche nach einer Hauptdarstellerin für "Up in the Air". Für die Tragikomödie möchte er jemanden, der in der Lage ist, mit dem designierten Hauptdarsteller George Clooney auf Augenhöhe zu agieren. Als der Regisseur Kendricks Auftritt in "Rocket Science" sieht, ist er begeistert. Reitman schreibt ihr eine Rolle auf den Leib.

So kommt es schließlich zu dem ungewöhnlichen Umstand, dass Anna Kendrick mit gerade einmal einer Handvoll Leinwandauftritte Anfang 2010 in einer tragenden Rolle an der Seite von George Clooney, und darüber hinaus zeitgleich in der "Twilight"-Fortsetzung in den Kinos zu sehen ist. Für "Up in the Air" wird Kendrick von der Kritik einhellig gelobt. Zudem dürften die daraus resultierenden Nominierungen für Golden Globe und Oscar dafür sorgen, dass man künftig nicht mehr von ihr als der Schauspielerin sprechen wird, die mit "Twilight" bekannt geworden ist. Ob sie sich tatsächlich als seriöse Darstellerin etablieren kann, muss sich zeigen.

Die kommenden Fixpunkte sind 2011 und 2012, wenn die nächsten Fortsetzungen der Fantasy-Reihe produziert werden. Anna ist ein aufgewecktes Mädchen. Ihr Mitwirken in "Live with It", einer Tragikömödie über einen Krebspatienten, könnte sich als weiterer kluger Schritt erweisen.
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de,  1. November 2010

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