Interview: Gaby Dohm zu zu Das Traumhotel - China | FILMREPORTER.de
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Gaby Dohm und Christian Kohlund in "Das Traumhotel - CHina"

Gaby Dohm und Christian Kohlund in "Das Traumhotel - CHina"

Ricore: In "Das Traumhotel" stellen Sie als Loretta Ihren Beruf und ihre Familie, in diesem Fall Ihren gehbehinderten Sohn, über Ihre junge Liebe zu dem Kunsthistoriker Thomas Ritter, gespielt von Christian Wolff. Sehen Sie Parallelen zu ihrem privaten Leben? Können Sie also die Entscheidungen der Loretta nachvollziehen?

Dohm: Man kann in meinen Rollen eigentlich generell keine Verbindung zu meinem privaten Leben sehen. Das Schicksal des Jungen und somit auch das Schicksal der Figur Loretta ist ein schreckliches. Loretta schenkte ihrem Sohn zum 18. Geburtstag ein Motorrad, womit ihr Junge verunglückte und seitdem an den Rollstuhl gefesselt ist. Natürlich war es eine dumme Idee, dem Sohn so früh ein Motorrad zu schenken, weshalb Loretta zu Recht mit schweren Schuldgefühlen zu kämpfen hat. Die will sie wieder wettmachen, indem sie ihren Sohn sehr bemuttert und bevormundet. Das ist einfach ein Schicksal der Rolle, das man mit dem Privatleben überhaupt nicht vergleichen kann. Die Loretta steht mit Thomas Ritter zudem im Disput über die Frage, ob man Kunstgegenstände außer Landes bringen oder lieber im eigenen Land lassen sollte. Sie ist der Meinung, welcher ich mich anschließen könnte, dass man Kunstwerke ruhig außer Landes bringen sollte, weil diese Gegenstände viel von den Menschen, ihrem Leben und ihrer Vergangenheit zeigen. Es gibt viele Leute, die nie die Möglichkeit bekommen, in entfernte Länder reisen zu können. Gerade für die ist es besonders wichtig, sich die Kunstwerke anderer Kulturen auch im eigenen Lande anschauen zu können. In diesem Sinne ist es wichtig, solche wertvollen Dinge auch zu verleihen.

Ricore: Schauspielerei und Privatsphäre sind dann für Sie wie zwei unterschiedliche Leben?

Dohm: Die Verkörperung von Rollen und das private Leben eines Schauspielers kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Das eine ist der Beruf, der sich mit Charakteren beschäftigt, die man frei erfindet. Das andere ist das Privatleben, das mit der jeweiligen Rolle gar nichts zu tun hat. Das ist eben das Interessante an dem Beruf der Schauspielerei. Man erfindet einen Menschen, dessen Charaktereigenschaften oder Leben überhaupt nichts mit der eigenen, privaten Person zu tun hat.

Ricore: Sie sagen, man kann die Rolle der Loretta überhaupt nicht mit der Person Gaby Dohm vergleichen. Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Dohm: Ich habe mich so vorbereitet, wie ich mich für andere Rollen auch vorbereite. Ich versuche, mich in den anderen Charakter hineinzuversetzen. In diesem Fall gehörte dazu, sich vorzustellen, wie es sein kann, ein Kind zu haben, dass an den Rollstuhl gefesselt ist. Mein Beruf hat sehr viel mit Fantasie zu tun.

Ricore: Denken Sie gerne an vergangene Rollen zurück? Natürlich spiele ich hier im Besonderen auf "Die Schwarzwaldklinik" an. Was sind in diesem Zusammenhang Ihre liebsten Erinnerungen?

Dohm: Ich habe die Rolle der Christa in der "Schwarzwaldklinik" damals sehr durchlebt. Würde ich nicht so oft darauf angesprochen werde, würde ich wohl nicht so häufig daran zurückdenken. Die Rolle hat mir einen großen Erfolg beschert, für den ich natürlich auch heute noch sehr dankbar bin.

"Klappe, die Erste..."

"Klappe, die Erste..."

Ricore: Sie haben schon in jungen Jahren mit Ingmar Bergmann zusammen gearbeitet, beide Eltern waren Schauspieler. Gibt es bestimmte Dinge, die Sie schon in frühen Jahren geprägt hat?

Dohm: Wenn man mit Eltern aufwächst, die in diesem Beruf arbeiten, kennt man schon früh die Tücken und geht Gott sei Dank nicht so blauäugig in diesen Beruf wie andere. Man erhofft sich zwar seinen Erfolg, weiß auf der anderen Seite aber auch, dass die Schauspielerei ein sehr wankelmütiger Beruf ist. Man weiß, dass der Erfolg nicht unbedingt mit einem selber zu tun hat, sondern damit, ob man der Typ der Zeit ist oder nicht. Man weiß, dass der Erfolg viel mehr mit Zufall zu tun hat als mit dem eigentlichen Können. Man braucht einfach zur richtigen Zeit den richtigen Regisseur, die richtige Rolle, den richtigen Filmpartner. Zudem ist bei TV-Produktionen wichtig, dass der eigene Film nicht zu einer Zeit ausgestrahlt wird, in welcher auf einem anderen Programm eine Sendung läuft, die mehr geschaut wird.

Ricore: Wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis? Was muss man beachten, um als Schauspieler erfolgreich zu sein?

Dohm: Erfolg in der Schauspielerei zu haben, hat sehr viel mit Zufall zu tun. Leute, die das nicht früh lernen oder, wie ich, damit aufgewachsen sind, verzweifeln darüber oft zu Recht. Man muss zudem wissen, dass es ausgesprochen wichtig ist, auch am Theater Erfolg zu haben. Ich habe in meinen frühen Jahren die meiste Zeit am Theater verbracht, worüber ich sehr froh war, denn da gab es die großen und interessanten Rollen. Ich konnte mich ausprobieren und mein Handwerk lernen. Ich stelle es mir für meine jungen Kollegen sehr schwer vor, diese Fertigkeiten überhaupt noch zu lernen, wenn man direkt beim Fernsehen landet. Die Zeiten haben sich sehr verändert. Für einen 90-minütigen Film arbeitet man oftmals nur sieben Tage lang. So bleibt eben viel zu wenig Zeit zum künstlerischen Arbeiten. Vor allem für die jungen Kollegen finde ich das schade. Auf der anderen Seite wachsen sie damit auf und sehen das wahrscheinlich gar nicht so dramatisch wie ich, weil sie den Unterschied nicht kennen.

Ricore: Wer oder was sind Ihre Vorbilder? Gibt es in diesem Zusammenhang bestimmte Schauspieler oder Regisseure?

Dohm: Für mich sind die Bücher die wichtigste Inspirationsquelle. Wenn ein gutes Buch die Vorlage zu einer Charakterrolle darstellt, arbeitet man meistens auch in der Rolle gut. Als viel schwieriger empfinde ich es, so genannte "leichte Kost" zu drehen, Filme, die nicht so viel Gehalt haben. Daraus etwas Ordentliches zu machen kann sehr schwierig sein. Ich bin etwas altmodisch und mag die früheren Stars wie Katharine Hepburn, Audrey Hepburn oder Billy Wilder. Aber auch in Deutschland gibt es großartige Schauspieler. Vor allem unter unseren Nachwuchsschauspielern schlummern viele Talente.

Ricore: Was macht für Sie einen guten Film aus?

Dohm: Hauptsächlich die Geschichte, die spannend und außergewöhnlich sein sollte. Ich mag Filme, die die Schicksale unserer Kultur behandeln, wie es beispielsweise der Film "Sonnenallee" macht.

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