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Interview

Jimi Blue Ochsenknecht wie immer ganz leger
Andrea Niederfriniger/Ricore Text

Schauspieler, Musiker und Designer

Jimi Blue macht Pläne
Mit seinem leger sitzenden Baseball-Cap und der Hose knapp unter dem Hintern beantwortet uns Mädchenschwarm Jimi Blue Ochsenknecht Fragen zu seinem neuen Film "Sommer". Anfangs etwas skeptisch gibt der jüngste Sprössling der Schauspiel-Familie dann doch bereitwillig Auskunft über seinen rasant gestiegenen Bekanntheitsgrad. Wie er damit umgeht, dass seine weiblichen Schauspielkolleginnen gar Drohbriefe nach Kussszenen erhalten und was seine Zukunftspläne sind, verrät er uns mit einem verschmitzten Lächeln.
Jimi Blue Ochsenknecht
Andrea Niederfriniger/Ricore Text
Jimi Blue Ochsenknecht
Ricore: In "Sommer" geht es um die erste große Sommerliebe. Konntest du eigene Erfahrungen einbringen?

Jimi Blue Ochsenknecht: Nein, eine solche Erfahrung habe ich bisher noch nicht gemacht.

Ricore: Wie war der Filmkuss mit deiner Schauspielkollegin Sonja Gerhardt?

Jimi Blue: Bei den "Wilden Kerle" 2, 3, 4, und 5 hatte ich auch schon einen Filmkuss. Daher war es bei "Sommer" eigentlich nichts Besonderes mehr. Wenn ich ehrlich bin, war es sogar langweilig, es haben ja rund 60 Leute zugeschaut. Es war mehr ein freundschaftlicher Kuss.

Ricore: Dann ist es also gar nicht so romantisch, wie man es als Zuschauer dann präsentiert bekommt?

Jimi Blue: Nein, überhaupt nicht. Noch nicht mal das Lagerfeuer war echt.

Ricore: Was ist für dich eigentlich "romantisch"?

Jimi Blue: Essen am Strand, zu zweit, das finde ich romantisch. Oder wenn man etwas gemeinsam unternimmt, aber so genau kann ich das nicht erklären.

Ricore: An was erinnerst du dich besonders bei den Dreharbeiten zu "Sommer"?

Jimi Blue: Es ist ja schon ein Weilchen her. Es gab aber viele lustige Tage. Als wir zum Beispiel das Schwimmen auf Malta drehten, waren die Wellen sehr stark, auch aufgrund der Windmaschine, das war sehr witzig. Ich musste meinen Kollegen Jannis Niewöhner tragen, bin aber immer untergetaucht, weil er so schwer war und der Wind so stark war. Ich habe kaum Luft gekriegt und immer wenn ich eingeatmet habe, musste Jannis lachen, obwohl er eigentlich bewusstlos sein sollte. Dann musste ich auch lachen, das war schon sehr lustig.


Jimi Blue Ochsenknecht zu seinem neuen Film "Sommer"
Andrea Niederfriniger/Ricore Text
Jimi Blue Ochsenknecht zu seinem neuen Film "Sommer"
Ricore: Bist du ein guter Schwimmer?

Jimi Blue: Ja schon.

Ricore: Was hältst du von Mutproben, denen sich auch deine Filmfigur Tim stellen muss?

Jimi Blue: Ich habe bisher noch bei keiner Mutprobe mitgemacht, jedenfalls nicht bei solchen, die lebensgefährlich waren.

Ricore: Wie entspannst du dich von den Dreharbeiten? Fußball gehört ja nicht zu deinen großen Hobbys, oder?

Jimi Blue: Nein, nicht wirklich. Nach dem Drehen gehe ich essen, oft auch mit den Schauspielern, treffe mich mit ihnen und mache noch ein bisschen Party. Dann gehe ich schlafen. Oft gehe ich auch direkt nach den Dreharbeiten schlafen. Das Gute bei "Sommer" war, dass mein Onkel und ich ein Appartement hatten - er war mein Betreuer, weil ich ja erst 15 war. Mit 16 muss ich zum Glück keinen mehr haben. In unserem Appartement gab es eine Dampfsauna, das war ziemlich cool.

Ricore: Wenn du nicht drehst, was machst du dann am liebsten?

Jimi Blue: Dann treffe ich mich mit Freunden. Zuhause habe ich mir ein kleines Studio eingerichtet, mit der Gage vom Film oder der Musik. Viel habe ich auch zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da mache ich jetzt immer Beat, aber das klingt noch nicht so gut.

Ricore: Kannst du mir eine Kostprobe davon geben?

Jimi Blue: Hmmm… nicht so gerne.


Sommer
Walt Disney
Sommer
Ricore: Entwickelt sich nach bestimmter Zeit, gerade nach "Die Wilden Kerle" so eine Art familiäre Stimmung am Set?

Jimi Blue: Auf jeden Fall. Gerade wenn man wie wir bei den "Wilden Kerlen" sechs Jahre zusammenarbeitet, sechs Wochen lang im Sommer jeden Tag zusammen ist, dann entwickeln sich schon dicke Freundschaften. Viele von den Schauspielern aus den "Wilden Kerlen" wohnen auch in München. Am besten verstehe ich mich mit Kevin Iannotta, wir haben viel Spaß zusammen. Wenn wir in München sind, treffen wir uns oft.

Ricore: Kannst du denn noch unbemerkt durch die Straßen gehen?

Jimi Blue: Es ist nicht so, dass mich viele verfolgen, sondern zwei, drei Teenies, und die möchten Autogramme haben. Sonst hält sich das in Grenzen.

Ricore: Hat dich die Schauspielerei sehr verändert?

Jimi Blue: Ja auf jeden Fall. Ich weiß jetzt, was ich machen und worauf ich achten muss. Ich weiß beispielsweise auch, wie ich spielen muss, wenn bestimmte Dinge erforderlich sind. Ich hab einfach mehr Erfahrung.

Ricore: Und persönlich? Würdest du sagen, du bist reifer geworden?

Jimi Blue: Ich habe mehr von der Welt gesehen, da ich durch die Schauspielerei viel herumreisen kann. So komme ich mehr herum, als andere in meinem Alter.

Ricore: Hast du das Gefühl, dass du dadurch etwas von deiner Jugend verpasst?

Jimi Blue: Nein, eigentlich nicht. Ansonsten würde ich die Musik und die Schauspielerei sofort aufgeben und erst in ein paar Jahre weitermachen. Aber im Moment geht's mir sehr gut.


Jimi Blue Ochsenknecht
Buena Vista
Jimi Blue Ochsenknecht
Ricore: Was die Musik betrifft, könntest du dir vorstellen, das für immer zu machen, und die Schauspielerei aufzugeben?

Jimi Blue: Dann würde ich ein Modelabel aufmachen.

Ricore: Wirklich?

Jimi Blue: Ja, das möchte ich sowieso machen.

Ricore: Interessiert dich Mode?

Jimi Blue: Ja sehr sogar. Ich mag es, Kleider zu designen.

Ricore: Hast du das schon mal gemacht?

Jimi Blue: Nein, aber ich habe schon viele Sachen gemalt, wie ich in etwa das Modelabel haben möchte.

Ricore: Dann bist du ja ein richtiges Multitalent: Musiker, Schauspieler, Modedesigner…

Jimi Blue: Ich ziehe halt mein Ding durch, manchmal geht es ins Schwarze und manchmal auch nicht.

Ricore: Hattest du je das Gefühl, dass dir Gleichaltrige deinen Erfolg missgönnen, beispielsweise in der Schule?

Jimi Blue: Klar, gab es immer wieder ein paar, die gesagt haben: "Was ist das für ein Penner? Mit dem mag ich nichts zu tun haben...". Aber es war noch nicht soweit, dass ich die Schule wechseln wollte. Ich war eigentlich immer bei den Coolen.


Sarah Kim Gries mit Jimi Blue Ochsenknecht am Set von DWK 5
Walt Disney
Sarah Kim Gries mit Jimi Blue Ochsenknecht am Set von DWK 5
Ricore: Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Jimi Blue: Ich glaube, bei manchen Dingen bin ich auch ein Außenseiter, weil nicht jeder macht Schauspielerei und Musik in einem und möchte zudem ein Modelabel aufmachen. Wenn es danach gehen würde, wäre ich sicher in fast jeder Klasse ein Außenseiter. Ich habe definitiv Glück gehabt, dass dies nicht so ist. Das war auch vor der Schauspielerei und der Musik schon so. Ich wurde nie gemobbt oder so.

Ricore: Glaubst du, dass es für dich von Vorteil ist, dass deine Eltern auch Schauspieler sind?

Jimi Blue: Ich weiß es nicht. Ich stehe auf jeden Fall dazu, dass sie auch in diesem Beruf tätig sind.

Ricore: Da dein Bruder Wilson Gonzalez auch Schauspieler ist, gibt es zwischen euch manchmal eine Art Konkurrenzkampf?

Jimi Blue: Eigentlich nicht. Jeder von uns macht sein eigenes Ding. Er fängt auch bald mit Musik an. Jeder macht seine eigene Musik und seine eigenen Filme, von daher kommen wir uns nicht in die Quere.

Ricore: Ihr seid ja zusammen in den "Wilden Kerlen" zu sehen. War es am Set einfacher oder schwerer, ein Familienmitglied dabei zu haben?

Jimi Blue: Das war manchmal schon etwas nervig - Geschwister eben. Bei den Eltern ist es dasselbe. Wenn sie mit dabei sind, dann stresst das mehr, als wenn man alleine da ist. Deswegen bin ich beim Drehen meist alleine. Da kann ich mich vielmehr austoben. Und meine Eltern sagen nicht gleich: "Das macht man nicht so, sondern anders." Ich kann dann machen, was ich will. Und die Crew von "Sommer" hat jeden Scheiß mitgemacht. Von daher war es super.

Ricore: Tendieren deine Eltern dazu, dir Tipps zu geben?

Jimi Blue: Eigentlich geben sie mir keine Tipps, da sie wollen, dass ich meine Erfahrungen selbst sammle, sonst geht es mir wie Britney Spears. Aber wenn ich sie um Tipps frage, dann helfen sie mir natürlich. Aber wenn zum Beispiel meine Mutter mir Tipps geben möchte und sagt: "Aber Jimi, morgen machst das so", dann sage ich immer "Aber Mama, das weiß ich doch, das ist jetzt schon der X-te Pressetag". Dann entschuldigt sie sich. Aber ich finde es sehr nett, dass sie mir helfen möchte - Eltern halt.


DWK5 - Die wilden Kerle hinter dem Horizont
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
DWK5 - Die wilden Kerle hinter dem Horizont
Ricore: Wie ist es denn so als Mädchenschwarm? Deine Schauspielkollegin Sonja meinte, sie hatte ein bisschen Angst vor den weiblichen Fans, dir den Filmkuss zu geben...

Jimi Blue: Es war so, dass Sarah Kim Gries von den "Wilden Kerlen" Drohbriefe bekommen hat, wegen unserer Kussszene. Das ist schon krass. Aber ich habe eigentlich kein Problem damit, wenn die Mädchen auf mich stehen.

Ricore: Aber es ist schon ein cooles Gefühl, oder?

Jimi Blue: Ja, es ist schon cool, wenn dich so viele mögen…

Ricore: Was ist denn nun mit diesem Gerücht, dass Sarah Kim Gries und du ein Paar seid?

Jimi Blue: Wollen wir wetten, dass es einen Monat nach dem Kinostart von "Sommer" heißen wird, Jimi Blue Ochsenknecht und Sonja Gerhardt sind ein Paar? Aber das stimmt alles nicht, mit den Mädels verbindet mich nur Freundschaft.

Ricore: Stören dich solche Gerüchten?

Jimi Blue: Nein, ich finde das nicht so schlimm. Hauptsache es werden keine Lügen wie 'Jimi besoffen, bekifft oder verkokst im Club' verbreitet, das würde mich aufregen und traurig machen, aber sonst ist mir das relativ egal.

Ricore: Liest du dir die Zeitungen und Zeitschriften durch, wo etwas über dich geschrieben wird?

Jimi Blue: Ja, durchaus, das interessiert mich schon.


Jimi Blue Ochsenknecht
Andrea Niederfriniger/Ricore Text
Jimi Blue Ochsenknecht
Ricore: Hast du Schauspieler oder Regisseure zum Vorbild?

Jimi Blue: Ja, hab ich. Robert De Niro mag ich sehr gerne. Auch wenn er nicht so gut aussieht, finde ich, er spielt super. Bei der Musik mag ich besonders Pharrell Williams, der ist auch ein bisschen jünger. Und Steven Spielberg ist natürlich cool, mit dem würde ich schon gerne mal arbeiten. Aber hier in Deutschland finde ich Helmut Dietl ganz cool. Ich glaube, mein Vater hat auch viel mit ihm gedreht.

Ricore: Siehst du dir die Filme von deinem Vater an?

Jimi Blue: Ich habe "Das Boot" gesehen, aber nur weil nichts anderes im Fernsehen lief.

Ricore: Ist er nicht ein bisschen eingeschnappt, wenn sein eigener Sohn, der auch Schauspieler ist, seine Filme nicht anschaut?

Jimi Blue: Nein, das findet er nicht so schlimm. Er weiß ja, dass wir Jugendlichen auf andere Filme stehen. Ich habe schon mehrere Filme von ihm gesehen, nur kann ich mich halt nicht mehr so gut daran erinnern.

Ricore: Könntest du dir eine Hollywoodkarriere vorstellen?

Jimi Blue: Ja, schon, aber vorher möchte ich hier in Europa durchstarten, Karriere in Frankreich, Polen oder London machen. Obwohl ich vor London vielleicht doch nach Amerika gehen würde, da die Londoner etwas spießiger sind als die Amerikaner. "Tokio Hotel" kam dort beispielsweise gar nicht gut an.

Ricore: Vielen Dank Jimi für das nette Gespräch.

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