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Interview

Ein Schatz zum Verlieben

Warner

Wie man ohne Deodorant glücklich wird

Ehe, Vaterschaft und andere Übel

"Ein Schatz zum Verlieben" heißt der neue Film mit Matthew McConaughey und Kate Hudson. Im Interview verraten die beiden, warum die Dreharbeiten in Australien ein echtes Abenteuer waren. McConaughey berichtet von gefährlichen Stunts, warum er am Set in einem Wohnwagen untergebracht war und wie es ist, Vater zu werden. Kate Hudson plaudert über ihre Angst vor Haien, erzählt, warum ihr als Kind ein Fremder auf den Fuß pinkelte und spricht über die Zeit mit Ex-Ehemann Chris Robinson.

Ein Schatz zum Verlieben

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Ricore: Ihre Freundin Camila Alves ist schwanger. Sie erwartet ihr erstes Kind. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Matthew McConaughey: Das wird ein großes Abenteuer. Ein Kind zu bekommen ist ein großes Wunder. Aber eines aufzuziehen, der Architekt und der Hüter eines jungen Lebens zu sein, ist das größte Wunder, das ich mir vorstellen kann. Ich habe immer davon geträumt, ein Kind zu haben.

Ricore: Macht es Ihnen keine Angst, Verantwortung zu tragen?

McConaughey: Man tut eben einfach, was man kann, damit es der Mutter gut geht und das Kind gesund zur Welt kommt. Alles andere liegt nicht in unserer Macht. Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen. Im Augenblick sieht alles gut aus.

Ricore: Ist es wahr, dass Ihre Eltern gesagt haben, Sie seien ein Unfall gewesen?

McConaughey: Ja, das ist wahr (lacht). Ich glaube, sie haben fünf Jahre für diesen Unfall gebraucht.

Kate Hudson: Ich war wohl auch ein Unfall.

Ricore: Ist Ihr Kind auch ein Unfall?

McConaughey: Nein, das Kind ist kein Unfall.

Hudson: Du hast ganz genau gewusst, was du da tust!


Eine Szene aus "Ein Schatz zum Verlieben"

Warner

Ricore: Glauben Sie, er wird ein guter Vater?

Hudson: Oh ja, sicher. Alle fragen mich, ob Matthew ein guter Vater wird. Ich versteh das nicht ganz. Nur weil er Schauspieler ist, denken viele, er könne keine Verantwortung übernehmen. Ich bin sicher, Matthew wird ein sehr verantwortungsvoller und zuverlässiger Vater sein. Es ist aufregend für mich als Freundin zu beobachten, wie sich sein Leben verändert. Ich glaube, das wird eine ganz großartige Erfahrung für ihn.

Ricore: Werden Sie heiraten?

Hudson: Wer braucht das schon? Meine Eltern sind immer noch zusammen, obwohl sie nie verheiratet waren.

McConaughey: Die Ehe ist eine gute Sache, die für manche Menschen sicher gut funktioniert.

Ricore: Ist es wahr, dass Ihre Eltern sich drei Mal haben scheiden lassen?

McConaughey: Zwei Mal. Sie haben drei Mal geheiratet. Es hat ihnen wohl so gut gefallen, dass sie es gleich drei Mal getan haben.

Ricore: Die Scheidungen haben sicher weniger Spaß gemacht?

Hudson: Oh, das ist manchmal ziemlich hart. Ich hatte ziemlich Glück. Meine Scheidung von Chris Robinson verlief problemlos. Die einzige Schwierigkeit war, dass wir uns liebten, obwohl wir wussten, dass es mit uns nicht funktioniert. Es hat weh getan. Dass wir ein gemeinsames Kind haben, macht die Sache noch komplizierter. Man hat das Gefühl, versagt zu haben. Dann vergehen zwei Jahre und man bemerkt, dass sich im Grunde gar nichts geändert hat. Wir halten engen Kontakt, dem Kind geht es sehr gut und uns auch. Natürlich kann es passieren, dass bei einer Trennung beide sich das Leben zur Hölle machen. Aber ich habe Chris geheiratet, weil ich wusste, dass er nie so zu mir sein würde. Und er weiß das auch von mir. Wir tun alles, um für unseren Sohn gute Eltern zu sein.


Kate und Matthew am Strand von Australien

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Ricore: Könnten Sie sich vorstellen, wieder mit Chris Robinson zusammen zu kommen?

Hudson: Man soll niemals nie sagen. Aber unsere Scheidung war keine spontane Entscheidung. Wir haben uns das sehr gut überlegt. Chris gehört immer noch zu meiner Familie. Egal was uns im Leben erwartet, wir haben etwas gemeinsam. Wir haben ein Kind.

Ricore: Wie war es, in Australien zu drehen?

McConaughey: Ich glaube, wir waren so eng mit Mutter Erde verbunden, wie man sich das nur vorstellen kann. Ich meine, ich habe in einer Hütte am Strand gewohnt. Dahinter war der Regenwald, vor mir das Barrier Reef. Manchmal kommt man von einem Dreh zurück und wird gefragt, wie es da und dort gewesen sei. Oft hat man nicht viel gesehen. Diesmal war das anders. Wir waren mittendrin.

Ricore: Hatten Sie Angst?

Hudson: Bei meinem ersten Tauchgang, ja. Für mich war das ein sehr emotionaler Moment. Ich habe den Ozean vorher nie so erlebt. Es war atemberaubend schön.

Ricore: Vor was hatten Sie Angst? Vor den Haien?

Hudson: Oh ja. Ich hatte fürchterliche Angst, als ich sie gesehen habe.

McConaughey: Sie sind ja nicht hungrig. Sie haben genug zu essen...

Hudson: Ja und dann hört man diese Statistiken, dass mehr Menschen daran sterben, dass ein Süßwarenautomat auf sie fällt, als an den Folgen von Haibissen. Man denkt darüber nach und...

McConaughey: …es gibt halt mehr Menschen, die Süßigkeiten essen, als welche, die mit Haien schwimmen.

Hudson: Egal, ich war auf jeden Fall sehr ängstlich und wollte nie wirklich wissen, was da im Wasser ist.

McConaughey: Es ist eine ganz andere Welt da unten. Je länger man dort ist, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür. Das einzige, über das man sich Gedanken machen muss, ist, einem Hai zu begegnen, der verletzt ist und sich nicht so schnell bewegen kann, wie die anderen. Er ist vielleicht zu langsam, Futter zu fangen. Für den ist man leichte Beute.

Hudson: Dann gibt es noch die Quallen in Australien. Wir waren gerade zu der Jahreszeit dort, in der es am meisten von ihnen gibt. Das war bizarr. Warum tauchen wir gerade dann, wenn alles voller giftiger Quallen ist?


Das Duo hatte Spaß an den Dreharbeiten

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Ricore: Es musste Sie aber niemand anpinkeln, damit der Schmerz nachlässt?

Hudson: Nein. Das ist mir als kleines Kind passiert. Da musste mir jemand auf den Fuß pinkeln. Das war auf Ibiza. Ich war zwei. Ich kann mich nur noch erinnern, wie merkwürdig das war. In der Therapie haben wir darüber gesprochen, dass das eine meiner ersten Erinnerungen ist. Oh ja, meine erste Erinnerung ist ein Mann, der mir auf den Fuß pinkelt. Immerhin hatte ich diese Erfahrung schon einmal.

Ricore: Sie haben in Australien in einem Wohnwagen gelebt. Warum?

McConaughey: Wenn ich arbeite, will ich nicht abgelenkt werden. Ich mag es nicht, wenn da noch zwei extra Zimmer sind, weil ich sie sowieso nicht benutzen werde. Ich komme nach Hause, esse und gehe schlafen. Ich mag eine einfache, kleine Unterkunft. Das hilft mir, auf meinen Job konzentriert zu bleiben. Außerdem kann ich den Wohnwagen dahin stellen, wo ich arbeite. So spare ich zwei Stunden Schlaf. Ich gehe nicht oft aus, wenn ich arbeite. Ich bereite mich lieber auf den nächsten Tag vor oder mache mir selbst Essen.

Ricore: Sie kochen im Wohnwagen?

McConaughey: Ja.

Ricore: Haben Sie nicht auch ein Haus in Malibu?

McConaughey: Nein, im Augenblick lebe ich im Wohnwagen, aber ich schaue mich um und werde mir hier wohl bald ein Haus kaufen.


Kate Hudson in "Ein Schatz zum Verlieben"

Warner Bros. Pictures

Ricore: Im Film kommen einige gefährliche Szenen vor. Wie viel davon haben Sie selbst gespielt?

McConaughey: Ich versuche, so viel selbst zu machen, wie es geht. Ich fahre nicht mit dem Moped über die Klippe, das macht mein Stuntman Mark Norvy. Aber ich habe die Szene auf dem Wasserflugzeug gemacht. Ich verstehe mich wirklich gut mit Mark, der alles doppelt für mich überprüft. In der Szene habe ich ihn zum Beispiel gefragt, ob ich nicht gesichert sein sollte, ob da nicht ein Gurt oder eine Leine sein müsste, falls ich falle. Das ist aber keine gute Idee. Denn wenn ich wirklich falle und an einem Gurt unter dem Flugzeug hänge, wenn es landet, werde ich vom Wasser gegen das Flugzeug geschleudert. Als ich das gehört habe, musste ich schon schlucken. Ich ging einfach raus und machte es und das war ein Riesenspaß. Wir haben die Szene dreimal gemacht.

Hudson: Er hing an einem Wasserflugzeug!

Ricore: Stimmt es, dass Sie ein 20 Meter langes Boot haben und es nur zweimal benutzt haben?

McConaughey: Mein Boot ist 21 Meter lang! Wir haben es des Öfteren benutzt. Es war ein Traum von mir, einmal mit dem Boot nach Mexiko zu fahren.

Ricore: Und Sie haben ein Problem mit Deodorants?

McConaughey: Nein, ich habe kein Problem damit. Ich mag einfach mein künstliches Make-Up nicht. Ich mag es nicht, wie jemand anderes zu riechen.

Hudson: Ich habe auch immer natürliche Mittel benutzt.

McConaughey: Sie und ich…

Hudson: … riechen also beide gut.


Kate Hudson in "Ein Schatz zum Verlieben"

Warner

Ricore: Haben Sie nicht an einer Haarpflegeserie gearbeitet?

Hudson: Ja, das ist wirklich spannend. Wir haben zwei Jahre daran gearbeitet. Und werden im Frühjahr damit auf den Markt gehen. Eine Freundin von mir hatte Brustkrebs. Von all den Karzinogenen wusste ich vorher einfach nichts, weil ich mich nicht damit beschäftigt hatte. Wir benutzen so viele Pflegeprodukte. Da ist es wirklich wichtig, darauf zu achten, dass sie unbedenklich sind. Ich fand dann einfach kein Shampoo ohne krebserregende Zusätze. Also wollte ich ein Produkt machen, ohne diese ganzen Sulfate. Wir haben es getan und es ist großartig. Wir haben viele Tests gemacht und es hat sehr lange gedauert, aber wir wollten eine vertrauenswürdige Marke kreieren. Zehn Prozent unserer Einnahmen gehen an "WildAid" und unsere Verpackung ist aus recyclebarem Plastik.

McConaughey: Gib mir auch was von dem Zeug.

Hudson: Ja, die Haarpflege mag ich am liebsten.

Ricore: Im Film geht es um Schatzsuche. Haben Sie beide schon einmal etwas am Strand gefunden oder verloren?

Hudson: Chris hat einmal seinen Ehering beim Fußballspielen verloren. Wir hätten es damals schon wissen müssen. Der Ring hat sich einfach von seiner Hand gelöst, als er den Ball geworfen hat. Wir haben den ganzen Strand abgesucht und konnten nichts finden. Aber ein echter Black Crows-Fan hat den Strand noch zwei Tage mit einem Metalldetektor abgesucht und fand den Ring. Das war ziemlich cool.


Kate und Matthew wurde gar eine Affäre angedichtet

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Ricore: Ist es manchmal nicht lästig, soviel Aufmerksamkeit zu bekommen? Wie gehen Sie mit Paparazzis um?

Hudson: Es gibt manchmal Zeiten, wo ich lieber zuhause bleibe, weil sie einem auf die Nerven gehen. Sie belästigen auch meinen Sohn. In der Nacht hat er einmal zu mir gesagt, das Blitzlicht tue ihm in den Augen weh. Das ist ein vierjähriger Junge und Kinder sollten in Ruhe gelassen werden. Er hat sich das nicht ausgesucht. Er wurde in mein Leben hineingeboren. Wenn die Fotografen sich so aggressiv verhalten, habe ich dafür kein Verständnis. Am schlimmsten war es, als ich schwanger wurde.

McConaughey: Bei mir war es bisher noch nicht so schlimm. Macht eure Bilder, aber nicht in meinem Haus. Kommt mir nicht in den Weg, wenn ich losfahren will, denn ich werde losfahren. Ich versuche mein Bestes, das zu tun, was ich sowieso getan hätte.

Hudson: Die Boulevardzeitungen wollen immer nur Negatives sehen. Sie wollen Falten, sie wollen sehen, wie du auf einer Bananenschale ausrutscht und dir weh tust. Dabei ist mein Tagesablauf nicht besonders aufregend. Ich stehe auf, bringe meinen Sohn zur Schule, trinke vielleicht einen Kaffee.

Ricore: Haben Sie während der Dreharbeiten versucht, Ihnen beiden eine Affäre anzudichten?

Hudson: Sie versuchen das mit jedem. Man kann nicht einmal mit der Bedienung bei Starbucks sprechen, ohne gleich eine Affäre mit ihm zu haben.

McConaughey: Ich habe ein Bild von mir und meiner Mutter, wie ich gerade den Arm um sie lege und sie fragen mich: "Wer ist die Blonde da?". Sie ist ziemlich heiß.

Ricore: Vielen Dank für das Gespräch.

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