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Interview

Robert Pattinson in "Twilight - Biss zum Morgengrauen"

Concorde Filmverleih

Bitte beiß mich!
Robert Pattinson: Autogramme sind out
Robert Pattinson spielt im Überraschungshit "Twilight - Biss zum Morgengrauen" einen jugendlichen Vampir namens Edward. In unserem Interview sprach der frisch gebackene Teenie-Schwarm über Erfolgsdruck, besondere Wünsche seiner Fans und seine Musikkarriere. Der gutgelaunte Londoner ermöglichte uns zudem einen Einblick in sein neues Lebens als Teenie-Idol mit all seinen Schattenseiten.
Robert Pattinson

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Ricore: Wie fühlt man sich als Teenie-Idol?

Robert Pattinson: Ich weiß es nicht. Es wird mir zwar gesagt, dass ich das bin, doch ich fühle keinen Unterschied. Es ist seltsam. Es kam so schnell - wie aus dem Nichts. Sehr verwirrend. Ich hätte nicht erwartet einmal ein Teenie-Idol zu sein, besonders nicht durch diesen Film.

Ricore: Wie viele Mädchen wollten schon von Ihnen gebissen werden?

Pattinson: Die genaue Zahl weiß ich nicht.

Ricore: Autogramme sind out?

Pattinson: Es scheint so, ich habe eine Menge Biss-Anfragen.

Ricore: Ist das nicht seltsam?

Pattinson: Es ist wirklich seltsam. Sie sagen dann: "Bitte, beiß mich" und ich antworte "Nein, ich glaube, das darf ich nicht." "Oh bitte, bitte!" "Nein, dann bekomm ich Probleme mit dem Gesetz". Ich habe noch nie jemanden gebissen, aber wenn ich es ein paar Mal machen würde, würden die Leute vielleicht nicht mehr danach fragen. Es ist auf jeden Fall sehr seltsam.


Twilight - Biss zum Morgengrauen

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Ricore: Welche Fans sind schlimmer, Harry-Potter-Fans oder Twilight-Fans?

Pattinson: Keiner von denen ist wirklich schlimm. In Harry Potter hatte ich nur eine Nebenrolle. Bei mir waren die Fans nicht so hysterisch wie bei den Hauptdarstellern. Ich erinnere mich an die Filmpremiere von "Harry Potter": Wenn ich Autogramme gab, und es tauchte einer der drei Hauptdarsteller hinter mir auf, sind die Fans total ausgerastet. Aber als Hauptdarsteller eines solchen Films ist es etwas vollkommen anderes. Ich spüre jetzt viel mehr Druck und viel Verantwortung.

Ricore: Kristen Stewart sagte, sie spüre überhaupt keinen Druck.

Pattinson: Das sagte sie? Wow! Beim Drehen spürte ich auch keinen Druck. Aber jetzt schon, würde ich sagen. Die Leute beobachten alles, was man tut. Meine Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt, was das Sozialleben anbelangt. Jetzt, wo man weiß, wer ich bin. Das war vor drei Monaten noch ganz anders. Nun achtet man auf alles, was ich sage. Ich muss total achtgeben, was ich sage. Selbst Kleinigkeiten werden beurteilt. Und wenn ich mal jemanden verbal angreife, rasten alle Leute vollkommen aus. Man muss wirklich vorsichtig sein bei Aussagen. Es ist wirklich seltsam, sich auf all das in so kurzer Zeit einzustellen.

Ricore: Wie haben Sie sich auf ihre Rolle vorbereitet?

Pattinson: Ich habe mich zweieinhalb Monate nach Oregon zurückgezogen, um für mich zu sein. Ich habe mich gewissermaßen von meinen Freunden in London abgeschottet, weil ich mich tatsächlich allein fühlen wollte. Ich versuchte, für lange Zeit mit niemandem zu reden. Ich denke, das war meine Vorbereitung. Die Leute machen verrücktes Zeug, wenn sie sich auf eine Rolle vorbereiten.


Kristen Stewart und Robert Pattinson in "Twilight"

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Ricore: Wie ist ihr Amerikanisch? Mussten Sie viel lernen?

Pattinson: Nicht wirklich. Ich wollte immer etwas mit amerikanischem Akzent machen. Ich wuchs mit amerikanischen Filmen auf. Es hört sich seltsam an, aber durch den amerikanischen Akzent fühlte ich mich wirklich wie in einem Film. Deine ganze Körpersprache ändert sich, denn die Worte kommen von einer anderen Stelle in der Kehle. Britisches Englisch ist sehr streng. Amerikanisch ist viel lockerer. Es ist verrückt, man fühlt sich anders.

Ricore: Also hatten Sie einen Lehrer?

Pattinson: Nein. Ich weiß nicht, ich habe es einfach gemacht. (lacht)

Ricore: Sie waren schon vorher Schauspieler, aber jetzt gibt es Millionen von Mädchen, die sie wollen. Es gibt Vergleiche mit James Dean.

Pattinson: Oh, wow!

Ricore: ...das war zu lesen. Wie gehen Sie mit diesem Hype um?

Pattinson: Es ist ein wenig beängstigend. Je mehr Aufmerksamkeit man hat, desto mehr Leute werden deine nächsten Filme beurteilen. Man hat das Gefühl, viel weniger riskieren zu können. Das heißt, man kann natürlich genau so viel riskieren wie zuvor. Aber es wird eben viel kritischer beurteilt. Wenn man einen erfolgreichen Film hatte und einen anderen Film machen soll, erwarten die Verantwortlichen, dass man die Fans aus dem ersten Film mitbringt. Wenn man dann versucht, etwas Ausgefallenes zu machen, was beispielsweise "Twilight"-Fans oder jüngere Fans im Allgemeinen nicht so gut finden, machen sich die Geldgeber sorgen. So ein Hype ist Fluch und Segen zugleich, wenn es darum geht, neue Filme zu machen. Doch das ist eigentlich irrelevant. Ich denke, wenn man gute Filme macht, ist es egal, was die Leute sagen. Man kann - hoffentlich - das tun, was man auch machen will.


Kristen Stewart und Robert Pattinson

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Ricore: Edward, den Sie in "Twilight" spielen, kann Bellas Blut kaum widerstehen. Gibt es in Ihrem Leben etwas, wozu Sie nicht Nein sagen können?

Pattinson: (denkt nach)… eigentlich nicht. Ich habe nicht viele Wünsche oder Verlangen. Ich kann gut widerstehen.

Ricore: Wie schade…

Pattinson: Ja, ich bin langweilig.

Ricore: Dürfen Sie sich mit einer Freundin zeigen oder hätten die Produktionsstudios wegen der vielen weiblichen Fans etwas dagegen?

Pattinson: Nein, es ist ja nicht so, dass ich für Disney oder so etwas arbeite. Ich denke nicht, dass irgendjemand sich daran stören würde. Aber es ist wirklich seltsam. Jedes Mal wenn ich mit einem Mädchen fotografiert werde, heißt es sofort, ich hätte ein Date. Sogar bei Männern ist das so. Als ich vor einer Zeit mit meinem Manager fotografiert wurde, hieß es sofort "Wer ist der mysteriöse Mann an Robs Seite?". Ich meine - das war mein Manager! (lacht)

Ricore: Warum sind Frauen so verrückt nach Edward, was ist das Besondere an dieser Figur?

Pattinson: Ich habe viele Fans gefragt, warum sie gerade nach Edward so verrückt sind. Die meisten sagten "Weil er so sexy ist". Dann sagten einige, es läge an der Art, wie er Bella liebt. Das kann ich verstehen. Denn vorher dachte ich: "Wenn der einzige Grund, warum ihr Edward toll findet, seine Attraktivität ist, wäre das echt ätzend." Ich meine... (lacht) das wäre lächerlich!


Regisseurin Catherine Hardwicke mit Robert Pattinson und Kristen Stewart auf der "Twilight"-Premiere

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Ricore: Sie haben zwei Songs veröffentlicht. "Never think" und "Let me sign". Schreiben Sie selbst Songs?

Pattinson: Mein bester Freund, ein fantastischer Musiker, schrieb "Let me sign". Ich schrieb letztes Jahr "Never think". Ich wollte eigentlich Musik machen. Es ist wirklich verrückt, dass ich ins Filmgeschäft gekommen bin… einfach Dusel. Um auf die Frage zu antworten: Ja!

Ricore: Planen Sie eine Zukunft als Sänger?

Pattinson: Nicht in nächster Zeit. Dann würde doch jeder sagen "Oh, jetzt versucht er durch seine Popularität mit "Twilight" eine Musikkarriere aufzubauen." Obwohl das überhaupt nicht so ist. Aber ich hätte auch gar nicht genug Songs für ein Album. Ich brauche etwa ein Jahr, um einen einzigen Song zu schreiben.

Ricore: Sind Sie für "Twilight"-Fortsetzungen bereit?

Pattinson: Ich weiß nicht, ob ich bereit bin. Ich habe eine Menge Ideen für den kommenden Film, über den dritten habe ich noch gar nicht nachgedacht. Also ich glaube, dass ich für den zweiten bereit bin. Die Dreharbeiten beginnen ja in zwei Monaten. Das nimmt ja gar kein Ende. Ja, ich bin bereit für den zweiten Film.

Ricore: In der Geschichte des zweiten Teils, "New Moon", kommt Edward kaum vor. Also eine sehr kleine Rolle für Sie…

Pattinson: Ja, es ist wirklich eine winzige Rolle. Aber mir gefällt die Geschichte. Edward ist da, aber auch nicht. Diese ominöse Präsenz im Hintergrund der Geschichte, aber doch nicht wirklich da. Und dann der große Auftritt am Ende der Geschichte, wirklich sehr dramatisch. Es ist vollkommen anders, als im ersten Teil. Die Beziehung von Edward und Bella ist vollkommen anders. Das Ganze ist weniger romantisch. Der Film ist lange nicht so fröhlich, wie sein Vorgänger. Es gibt eigentlich nur Probleme. Aber das gefällt mir. Ich finde das romantischer, als wenn man sich einfach nur sieht und alles ist toll. Wenn alles in die Brüche geht, man um alles kämpfen muss. Das zweite Buch ist auch mein Lieblingsbuch.


Robert Pattinson mit Fans auf der Münchner "Twilight"-Premiere

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Ricore: Sie haben alle Bücher gelesen?

Pattinson: Bis auf das letzte. Ich wollte nicht wissen, wie es ausgeht.

Ricore: Haben Sie zuerst das Drehbuch oder das Buch gelesen?

Pattinson: Als erstes habe ich die Scripts gelesen. Dann hatte ich das Vorsprechen. Anschließend habe ich alle drei Bücher in zwei Tagen gelesen. Dann habe ich Catherine in einer Email geschrieben, dass ich den Job unbedingt machen will.

Ricore: Im zweiten Buch versucht Edward, sich umzubringen. Ist es schwierig, sich als Schauspieler darauf vorzubereiten?

Pattinson: Es ist schwer, aber ich weiß, wie ich das spielen muss. Es braucht zwei Monate, in denen man immer depressiver wird. Edward ist im zweiten Teil am Boden zerstört. Das ist natürlich viel schwerer als jemanden zu spielen, der glücklich ist.

Ricore: Haben Sie als Kind an Vampire oder andere übernatürliche Kreaturen geglaubt?

Pattinson: Ich glaube nicht an Vampire.

Ricore: Vielen Dank für das Interview.

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