Interview: Milla Jovovich zu zu Resident Evil: Apocalypse zu Resident Evil | FILMREPORTER.de
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Interview

Milla in Teil 2 der Spieleadaption Resident Evil
Ich will unabhängig bleiben!

Milla über Willensstärke und die Männer

Für ihre 28 Jahre hat Militza Natasha Jovovich einiges erlebt: Mit neun begann ihre Modelkarriere und damit das Leben im Jetset. Titelseiten, Kampagnen und Laufstegerfolge sollten folgen. Bis heute ist die in Kiew geborene Ukrainerin das offizielle Gesicht des Weltkonzern L'Oreal, und auch mit ihrer Karriere als Schauspielerin geht es weiter aufwärts. Denn trotz Kassenflops wie "Johanna von Orleans" wurde Milla mit "Das fünfte Element" und "Resident Evil" zur Kultfigur, die insbesondere ihre männlichen Fans begeisterte. Nun kommt mit "Resident Evil: Apocalypse" Teil 2 der Computerspiel-Verfilmung in die Kinos - und Milla mutiert darin mehr als zuvor zur unschlagbaren Superfrau. Wir trafen die Schauspielerin in Santa Monica.
Von  Rico Pfirstinger/Filmreporter.de,  8. Oktober 2004

Ricore: Mrs. Jovovich, warum haben Sie für den zweiten Teil von "Resident Evil" zugesagt?

Milla Jovovich: Keiner der Beteiligten hatte damals geahnt, welchen Erfolg "Resident Evil" an der Kinokasse haben würde. Wir dachten alle an einen netten, europäischen Underground-Film, der - wie auch das Computerspiel - für ein eher gesetztes Publikum in Frage kommt. Überraschenderweise spielte der Film knapp 100 Millionen Dollar ein. Noch während der Dreharbeiten haben wir das Ende umgeschrieben. Die Story der Sequels stand somit eigentlich schon fest. Wir wollten natürlich alle wieder mitmachen und sehen, wohin uns die Reise führt.

Ricore: Vielleicht zu einem dritten Teil?

Jovovich: Das steht zwar noch nicht fest, aber ich weiß, dass in Paul W.S. Andersons Kopf bereits wieder neue Ideen spuken, wie es weitergehen könnte. Mal sehen.

Ricore: Wenn man an Filme wie "Das fünfte Element", "Resident Evil" oder Ihr nächstes Projekt "Ultraviolet" denkt, dann fragt man sich, woher Ihr Faible für Frauen mit Superkräften kommen mag.

Jovovich: Oh, diese Rollen waren aber alle sehr unterschiedlich! Vor allem "Ultraviolet" ist die verrückteste Rolle, die ich jemals gespielt habe. Mein Training zu "Resident Evil: Apocalypse" war hart, aber trotzdem nichts anderes als die Basis für "Ultraviolet". In China musste ich nämlich noch einmal drei Monate dafür trainieren. Was ich im ersten Teaser gesehen habe, ist einfach unglaublich. Ich möchte jetzt nicht zu sehr übertreiben, aber es fällt mir sehr schwer, nicht stolz darauf zu sein. Violet ist einfach unglaublich cool! (lacht)

Ricore: Wie schaffen Sie es bei Ihrem Arbeitspensum Ihr Modelabel "Jovovich-Hawk" voranzutreiben?

Jovovich: Damit wurde ich etwas überrollt. Es war als Kunstprojekt geplant und hat sich wegen der riesigen Nachfrage zu einem richtigen Geschäft entwickelt. Ich komme mit den Bestellungen kaum nach.

Ricore: Auch als Sängerin sind Sie eine internationale Größe. Haben Sie so etwas wie eine Lieblingsband?

Jovovich: Jede Kultur hat gute und schlechte Musik zu bieten. Ich wage also zu behaupten, dass ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent in jedem Land zwangsläufig auf Musik stoße, die mir gefällt. Entsprechend breit ist mein Musikgeschmack: Von mongolischer Musik über akustische Gitarren bis hin zu amerikanischem Underground-Rock, von Klassikern wie Jimi Hendrix, Johnny Mitchell, Funk und Rock & Roll bis hin zu Donald Byrd oder Bobby Byrd.

Ricore: Lesen Sie?

Jovovich: Klar, mein absoluter Lieblingsschriftsteller ist Gabriel Garcia Marquez. Sein Buch "Hundert Jahre Einsamkeit" habe ich sicher an die dreißig Mal gelesen.

Ricore: Manche Kritiker wollen in "Resident Evil: Apocalypse" eine politische Aussage erkennen.

Jovovich: Das ist Quatsch. Es halte es durchaus für wichtig, dass bestimmte Filme Stellung beziehen, aber nicht so ein Horror-Action-Film. Da geht es nur um Spaß, Spannung und gute Unterhaltung. Es muss auch Filme geben, die keine tiefere Intention haben. Für die man sich Popcorn kauft, seinen Partner an der Hand nimmt und einfach genießt.

Ricore: Stichwort Partner! Welcher Typ Mann macht Sie schwach?

Jovovich: Er muss stark sein. Ich bin mit meiner Mutter aufgewachsen, hatte also in meiner Jugend nie besonders viel männliche Hilfe. Ich bin ziemlich unabhängig, habe einen starken Willen und dulde es nicht, wenn ich mich nicht auf meinen Partner verlassen kann. Ich glaube, das ist das Essenzielle: Ich muss vertrauen können. Ich will, dass ich meinen Kopf auf seine Schulter legen und mich wie ein kleines Mädchen fühlen kann.

Ricore: Stylen Sie sich privat denn manchmal wie ein richtiges Mädchen oder mögen Sie es natürlicher?

Jovovich: Nein, privat mag ich es schon natürlicher. Immer nachzuschminken, das ist nichts für mich.

Ricore: Spüren Sie am eigenen Leib, dass Sie älter werden?

Jovovich: Klar, früher konnte ich Unmengen von Hamburgern essen und war trotzdem immer dünn. Heute muss ich mich schonen, auf meine Ernährung achten und regelmäßig Sport treiben. Ein Fitnessstudio ist für mich die reinste Hölle, da kommt mir jede Minute vor wie Stunden. Ich bin heilfroh, dass ich schon sehr früh Kampfsport gelernt habe. Für uns Frauen ist das ohnehin der beste Sport. Wir brauchen keine Kraft, nur Schnelligkeit und Hirn. Für mich ist das ein toller Ausgleich.
Rico Pfirstinger/Filmreporter.de - 8. Oktober 2004

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