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Interview

Demi Moore in "Bobby"
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"Lachen ist bestes Gegenmittel"

Jung gebliebene Demi Moore
Mit ihren 47 Jahren hat sich Demi Moore nach wie vor ihr jugendliches Aussehen bewahrt. Vielleicht hängt das mit ihrer Ehe mit dem 16 Jahre jüngeren Schauspielkollegen Ashton Kutcher zusammen. Aussehen ist auch für ihre Rolle in "The Joneses" von großer Bedeutung. Im Drama spielt sie eine nach außen perfekt wirkende Ehefrau, die mit ihrem Stil zur Trendsetterin in ihrer Umgebung wird. Im Interview spricht Moore über ihre Rolle, Werbung und das Geheimnis ihrer Schönheit.
Von  Julia Manfredi, Filmreporter.de,  25. Februar 2011
The Joneses - Verraten und Verkauft
Universum
The Joneses - Verraten und Verkauft
Ricore: Schauspieler werden oft gefragt, was sie tragen. Geht es Ihnen also manchmal wie den Joneses?

Demi Moore: Ja, der Gedanke kam mir, als ich das Skript las. Sie haben Recht, viele Unternehmen geben uns Dinge, in der Hoffnung, dass wir damit gesehen und fotografiert werden. Das ist Stealth Marketing. Es war so brillant an Derrick Bortes Drehbuch, das er sich genau auf das bezogen hat, was wir alle kennen. Aber er hat es nicht übertrieben.

Ricore: Sehen sie sich selbst als Fashion Victim?

Moore: Es ist nichts Falsches daran, sich nach schönen Dingen zu sehnen und sie zu besitzen. Zum Problem wird es erst, wenn wir das als Maßstab für unseren Selbstwertgefühl nehmen.

Ricore: Stimmt es, dass Sie einen Werbespot für einen spanischen Sekt gemacht haben?

Moore: Es ist ein sehr berühmter und bekannter Werbespot für Freixenet, den sie jedes Jahr drehen. Sie machen ihn in Spanien mit verschiedenen Stars.

Ricore: Es geht das Gerücht um, dass Sie den Spot während der Flitterwochen mit Ashton Kutcher drehten.

Moore: Wir heirateten und es war ein Geheimnis, aber der Werbespot war bereits geplant und ich konnte nicht aussteigen - obwohl wir heirateten; also machten wir das einfach zu einem Teil unserer Flitterwochen.


Demi Moore in "The Joneses - Verraten und Verkauft"
Universum Film
Demi Moore in "The Joneses - Verraten und Verkauft"
Ricore: Dank Ihrer Million Follower bei Twitter haben Sie kürzlich dazu beigetragen, ein Leben zu retten. Fühlen Sie Sich, als hätten Sie eine soziale Verpflichtung? Wollen Sie mit Ihrer Anmeldung Einfluss zu nehmen und helfen?

Moore: Ich denke, wenn man auf einer Webseite eine Stimme hat, die gehört wird, kommt die soziale Verantwortung automatisch dazu. Aber zu sagen, ich hätte ein Leben gerettet, erscheint mir übertrieben. Es fühlt sich eher so an, dass meine Antwort einfach menschlich war, obwohl es in der virtuellen Welt war.

Ricore: Was fasziniert Sie an den Social-Media-Plattformen?

Moore: Es ist die Möglichkeit der vielen Reaktionen auf das, was man postet. Die Leute interessieren sich dafür. Das zeigt doch, dass es ein Gemeinschaftsbewusstsein dafür gibt, was mit anderen Menschen geschieht. Trotz all der Zerstörung, die es gibt. Das ist ein sehr mächtiges und wichtiges Werkzeug.

Ricore: Fühlen Sie sich verantwortlich, anderen Menschen zu helfen?

Moore: Man muss einen Weg finden, zu inspirieren, zu erziehen und zu unterhalten. Aber am wichtigsten ist es, einen Weg zu finden, um mit anderen Menschen in Verbindung zu treten.


Demi Moore hat gut lachen
Universum Film
Demi Moore hat gut lachen
Ricore: Haben Sie nach diesem Film Ihr eigenen Konsumverhalten neu überdacht? Werden Sie weniger kaufen?

Moore: In gewisser Weise schon. Ich bin natürlich in einer privilegierten Situation. Aber ich habe immer versucht, meinen Kindern Wertschätzung für die Dinge beizubringen. Und dass es wichtig ist, materielle Befriedigungen in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Es ist doch so, wer man ist ergibt sich nicht aus den Dingen, die man hat.

Ricore: Existiert diese Form des Marketings?

Derrick Borte: Ich weiß nicht, ob es genau in dieser Form geschieht. Aber ich habe vor einigen Jahren einen Artikel in der LA Times gelesen, in dem es um nicht verkaufte Häuser ging. An Besichtigungstagen haben die Immobilienhändler arbeitslose Schauspieler engagiert, die den Interessenten eine glückliche Familie vorspielten. Auf diese Weise ließen sich die Häuser besser verkaufen.

Ricore: In "The Joneses" geht es um einen bestimmten Lebensstil. Die Leute haben eine Vorstellung davon, wie die Reichen und Schönen leben.

Moore: Ich glaube nicht, dass ich von einem Lifestyle von Berühmtheiten sprechen könnte, der auf alle zutrifft. Ich denke, das Leben unterscheidet sich nicht groß von dem anderer Leute. Vielleicht besitzen sie mehr Dinge, mehr Kleider, größere Autos. Aber die Probleme sind die gleichen. Die Hoffnungen und Wünsche unterscheiden sich nicht.


Demi Moore und David Duchovny kommen sich nah
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Demi Moore und David Duchovny kommen sich nah
Ricore: Sie sind ein Vorbild für viele Frauen. Sie sehen wahnsinnig schön und jung aus. Was ist Ihr Schönheitsgeheimnis? Fühlen sie einen Druck, so gut aussehen zu müssen?

Moore: Ich glaube nicht, dass es ein besonderes Geheimnis für jugendliches Aussehen gibt. Allerdings habe ich in letzter Zeit öfter über etwas nachgedacht. Ich glaube, dass Lachen das beste Gegenmittel gegen Altern ist. Ich komme mir selber auch nicht alt vor, sondern eher wie eine Fünfjährige. Deshalb zeigt mich auch mein Twitter-Bild als Fünfjährige. So fühle ich mich einfach.

Ricore: Frauen gewinnen in Hollywood in letzter Zeit immer mehr an Einfluss. Kathryn Bigelow gewann als erste den Oscar für die beste Regie. Was bedeutet das für Sie?

Moore: In erster Linie denke ich, dass der Oscar verdient war, egal ob Mann oder Frau. Es gibt immer noch viel zu wenige Frauen, die als Regisseurin arbeiten. Wir brauchen mehr davon. Aber ich glaube, dass Kathryn die Tür ein bisschen weiter geöffnet hat. Sie wird nur die erste von vielen sein.

Ricore: Wie beeinflusst das junge Frauen?

Moore: Durch das Aufzeigen neuer Optionen werden Einschränkungen minimiert. Wenn ich meine Kinder ansehe, sehe ich, dass sie viele Dinge und Möglichkeiten gar nicht in Frage stellen. Die Dinge haben sich also schon verändert.


Demi Moore in "The Joneses - Verraten und Verkauft"
Universum Film
Demi Moore in "The Joneses - Verraten und Verkauft"
Ricore: Als Sie ein Kind waren, gab es da jemanden, der etwas hatte, was Sie unbedingt haben wollten?

Moore: Ich wollte unbedingt so ein Bonanza-Rad haben. Das war so cool. Und in dem Film mochte ich den Toiletten-Deckel am liebsten. Ich warte darauf, dass mir so einer mit der Post geschickt wird (lacht).

Ricore: In den letzten Jahren haben Sie in wenigen Filmen mitgespielt. Nach welchen Kriterien suchen sie Ihre Rollen aus und was für Projekte stehen an?

Moore: Im Juli starten die Dreharbeiten für "L.O.L." mit Miley Cyrus. Es ist ein Remake des gleichnamigen französischen Films. Darauf freue ich mich sehr darauf. Ich möchte gute und interessante Filme machen, wie "The Joneses". Gut, smart und witzig sollte es sein. Und hoffentlich mit Leuten, mit denen es Spaß macht zu drehen.

Ricore: Ist es Ihnen wichtig, Ihre Zeit mit Menschen zu verbringen, die Sie mögen?

Moore: Absolut. Am Ende unseres Lebens erinnern wir uns doch an die Erlebnisse, die wir mit anderen geteilt haben.

Ricore: Könnten Sie sich vorstellen, alles hinter sich zu lassen und nochmal bei Null anzufangen? So wie im Film.

Moore: In gewisser Weise habe ich das getan. Ja, manchmal denke ich, ich hätte auch die Kraft nochmal ganz von vorne anzufangen.


Demi Moore
Concorde
Demi Moore
Ricore: Hollywood wird etwas grüner. Wie wichtig ist Ihnen Umweltschutz?

Moore: Wir verwenden zum Beispiel keine Styropor-Becher mehr am Set, sondern welche, die recycelt sind. Und wir mussten effizient arbeiten, weil wir nicht so viel Geld hatten.

Ricore: Manche der Filme in denen sie mitgespielt haben sind zu Klassikern geworden. Denken Sie, dass Sie selbst auch zur Legende werden?

Moore: Ich denke von mir selbst nicht in solchen Begriffen. Wenn man Glück und eine lange Karriere hat, vermischen sich am Ende gute und weniger gute Filme zu einem Ganzen.

Ricore: Was ist Ihnen persönlich wichtig?

Moore: Dass ich bei all den Anstrengungen ehrlich zu mir selbst bleibe. Ich hoffe, dass das, was ich hinter mir lasse, authentisch und ehrlich ist. Und dass ich den Menschen mehr zurückgeben kann, als sie mir gegeben haben.

Ricore: Ihre Fans reden immer noch von "Ghost - Nachricht von Sam" und "Eine Frage der Ehre".

Moore: Ja, jemand erinnerte mich in einem anderen Interview, dass "Ghost" bald sein 20. Jubiläum hat.

Ricore: Sie drehen bald mit Miley Cyrus und spielen ihre Mutter. Sind Ihre Töchter Fans von Miley?

Moore: Sie bewundern ihre Arbeit. Wir haben uns kürzlich zum ersten Mal getroffen, um über den Film zu sprechen. Sie ist einfach toll. Man kann wirklich sehen, dass sie extrem talentiert ist. Und diese Rolle wird sie weiter bringen.

Ricore:Vielen Dank für das Gespräch!
Von  Julia Manfredi, Filmreporter.de,  25. Februar 2011

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