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Interview

Rachel Korine, Selena Gomez, Ashley Benson und Vanessa Hudgens machen Party in "Spring Breakers"
Wild Bunch

Spring Breakers Ashley Benson und Selena Gomez und...

Feierfreudige Vanessa Anne Hudgens
Vanessa Hudgens, Selena Gomez und Ashley Benson waren bisher nicht gerade für übermäßigen Alkohol- oder Drogenkonsum bekannt. Und auch im Bikini hat man die braven Teeniestars nicht so oft gesehen. Das ließ sich nicht mit dem braven Girly-Image vereinbaren. In Harmony Korines "Spring Breakers" ist das anders: die drei überfallen darin ein Fast Food-Geschäft, um sich die Reise zum Spring Break - den Frühlingsferien amerikanischer Studenten - zu finanzieren. Wie die Fans auf den Imagewechsel reagieren und was sie von einer Kultfete halten, verrät das Trio im Interview mit Filmreporter.de, das Kodarstellerin Rachel Korine krankheitsbedingt absagen musste.
Von  Heiko Thiele, Filmreporter.de,  25. März 2013
Vanessa Hudgens, James Franco und Ashley Benson in "Spring Breakers"
Wild Bunch
Vanessa Hudgens, James Franco und Ashley Benson in "Spring Breakers"
Ricore Text: War von Ihnen schon jemand bei einem echten Spring Break?

Ashley Benson, Vanessa Hudgens und Selena Gomez: Nein.

Ricore: Warum nicht?

Hudgens: Ich wurde lange Zuhause unterrichtet, danach habe ich ziemlich viel gearbeitet. Ehrlich gesagt, ist der Spring Break einfach nicht mein Ding, auch wenn ich durchaus jemand bin, der sehr gerne feiert.

Benson: Ich verspürte auch nie den Wunsch, zum Spring Break zu reisen.

Ricore: Hat sich Ihre Meinung nach Ende der Dreharbeiten geändert?

Gomez: Nein. Die Dreharbeiten zu "Spring Breakers" waren unser ganz persönliches Spring Break. Das reicht.

Ricore: Wie populär ist Spring Break in Amerika?

Gomez: Spring Break hat für junge Leute einen sehr hohen Stellenwert. Es sind zwei Wochen, in denen Studenten und Oberschüler Abstand von ihrem sonstigen Tun bekommen und völlig ungestört entspannen. Sie wollen vor allem frei sein, mit ihren Freunden Spaß haben und auch mal ohne Konsequenzen über die Stränge schlagen.

Benson: Spring Break ist eine unfassbar große Sache. Jeder kennt es und fast jeder will daran mal teilnehmen. Man geht nach Florida und besonders Miami ist sehr beliebt.

Gomez: Diese Ferien sind ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Kultur. Spring Break gibt es schon sehr lange. Ich kenne sogar Bilder von meiner Mutter, wie sie vor vielen Jahren an einem Spring Break teilnimmt. Das ist einfach etwas, dass uns Amerikaner fasziniert.

Ricore: Ist der Spring Break im Film realistisch dargestellt?

Hudgens: Natürlich wurde das Ganze auf die Spitze getrieben. Schließlich ist es ein Film, und dazu noch einer, der nur aus der Gedankenwelt von Harmony Korine stammen kann. "Spring Breakers" ist wesentlich schockierender, als es eine Dokumentation über Spring Break je sein könnte.

Ricore: Kennen Sie Korines andere Filme?

Hudgens: Ich kannte sie nicht, bevor ich das Drehbuch zu "Spring Breakers" gelesen hatte. Danach aber schon. Außerdem ist mein Vater ein großer Fan von Harmony, insbesondere von dessen Werk "Kids". Ich bin froh, dass ich diesen Typen kennengelernt habe, denn seine Art Regie zu führen, ist ungewöhnlich und hat mir gut gefallen.


Rachel Korine, Selena Gomez, Ashley Benson, James Franco und Vanessa Hudgens sind "Spring Breakers"
Wild Bunch
Rachel Korine, Selena Gomez, Ashley Benson, James Franco und Vanessa Hudgens sind "Spring Breakers"
Ricore: Zwischen vier Frauen, die über einen längeren Zeitraum eng aufeinander sitzen müssen, hat es bestimmt auch mal Streitereien gegeben, oder?

Hudgens: Nein, die gab es nicht. Wir sind wie Schwestern miteinander. Eigentlich sogar besser als Schwestern, da wir nie Kämpfe untereinander auszutragen hatten. Wir haben uns wirklich gut verstanden und ich freue mich, dass die gute Chemie zwischen uns auch auf der Kinoleinwand zu sehen ist. Wir haben eine richtig gute Beziehung zueinander entwickelt.

Ricore: Welche der Action-Szenen haben Sie selbst gemacht?

Benson: Wir haben alle Stunts selbst absolviert.

Ricore: Wie sind Sie an die Action-Szenen herangegangen?

Benson: Die Action-Szenen waren schon sehr schwierig, da wir sie alle selbst gemacht haben. Sie waren technisch sehr anspruchsvoll und wurden zu unmöglichen Zeiten gedreht. Das war oft zwischen drei und acht Uhr morgens. Wir waren immer total erschöpft, mussten aber trotzdem anstrengende Schieß-Szenen spielen. Und davon ziemlich viele, da wir diese an unserem letzten Drehtag drehten. Es war ziemlich stressig, aber es war auch das, was das Projekt besonders werden ließ. Wir alle waren voller Adrenalin, wir wollten unbedingt, dass die Szenen endlich fertig sind. Das hat uns einen totalen Schub gegeben.

Ricore: Was denken Sie über die Szene, in der James Franco ein Lied von Britney Spears singt?

Gomez: Die ist sehr ikonisch. Es sind solche Szenen, für die Harmony bekannt ist. Ihm gelingt es Sequenzen zu generieren, die einem total den Atem rauben. Ich finde James hat einen extrem guten Job gemacht und der Song funktioniert sehr gut. Die Szene ist eine Art wunderschönes Desaster.

Hudgens: Der Kontrast zwischen Melodie und Piano ist krass. Er hebt das Besondere der Szene sehr gut hervor.

Ricore: Was hält Britney Spears davon, was aus einem ihrer Lieder gemacht wurde?

Gomez: Das weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall weiß sie, was mit dem Lied gemacht wurde, schließlich hat sie - beziehungsweise ihr Management - ihre Erlaubnis gegeben, dass das Lied verwendet werden durfte.

Benson: Ich gehe davon aus, dass sie es gut findet. Das Lied ist toll und Harmony wollte es schon lange für einen seiner Filme verwenden. Was daraus wurde, ist einerseits wunderschön, andererseits auch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Fast alle, die den Film bisher gesehen haben, sagen, dass der einen Britney-Spears-Song singende James Franco am Piano eine der besten Szenen von "Spring Breakers" ist.


Spring Breakers
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Spring Breakers
Ricore: Ein Großteil Ihrer Fans ist sehr jung. Wie werden diese auf "Spring Breakers" reagieren?

Hudgens: Wir werden erwachsen und unsere Fans werden das auch. Insofern glaube ich, dass diejenigen, die "Spring Breakers" schon sehen dürfen, ihn sehr genießen werden, da er uns von einer ganz anderen Seite, als bisher zeigt. Und für die ganz jungen sollte es nicht allzu schlimm sein, diesen Film nicht sehen zu dürfen. Schließlich wird "Spring Breakers" nicht der letzte Film sein, den wir drehen. Wir lieben unsere jungen Fans und speziell Selena tut mit ihrer Musik und ihrer Modelinie viel für sie. Ich glaube aber, dass wir am Ende des Tages all diese Dinge für uns selbst tun, weil es uns gefällt, unsere Fans mit dem was wir tun zu unterhalten und wir gerne schauspielern und gerne unsere Grenzen austesten. "Spring Breakers" war für jede von uns eine hervorragende Möglichkeit, um etwas Neues zu machen und eine Figur zu spielen, die wir noch nie zuvor verkörpert haben. Wir haben unsere Grenzen ausgetestet.

Ricore: Ist der Film nicht dennoch ein großer Schock für Ihre angestammte Fangemeinde?

Hudgens: Es ist ein Schock für jeden, der diesen Film sieht. Ich habe mir "Spring Breakers" angesehen und mich hat es total durchgeschüttelt. Aber das ist etwas, das Harmony auch erreichen wollte. Es war ein Teil seiner Vision, dass die Menschen in ihren Gewohnheiten gestört werden.

Ricore: War es schon immer Ihr Traum, ein Teil des Showbusiness zu sein?

Gomez: Ja. Ich stand zum ersten Mal auf der Bühne, als ich sieben Jahre alt war.

Hudgens: Mir hat es auch schon immer gefallen auf der Bühne zu stehen und zu singen, oder zu schauspielern. Zu schauspielern hat mir auch insofern sehr gefallen, als dass ich früher ein sehr schüchternes Mädchen war. Auf der Bühne zu stehen und mich hinter einer Figur verstecken zu können, gab mir die Möglichkeit viele Dinge auszuprobieren und mich selbst zu erforschen, was sonst wahrscheinlich nicht so gut geklappt hätte. Wenn ich schauspielern durfte, fühlte ich mich frei.

Ricore: Schüchtern wirken Sie heute allerdings nicht mehr...

Gomez: Das stimmt, heute ist sie alles andere als das!

Hudgens: Ja, die Schauspielerei half mir, meine Schüchternheit abzulegen.

Ricore: Haben Sie je davon geträumt, das Leben eines ganz normalen Teenagers leben zu dürfen?

Hudgens: Nein, denn ich darf wirklich das machen, was ich auf der Welt am liebsten mag. Es ist toll, dass ich die ganze Welt bereisen kann, unfassbar viele verschiedene talentierte Künstler kennenlerne und mit ihnen zusammenarbeiten kann. Ich bereue zu keiner Zeit, dass ich schon sehr früh auf der Bühne gestanden habe. Ich darf mich sehr glücklich schätzen und es ist ganz normal, dass Fans mehr über dich wissen wollen, wenn sie dich mögen und interessant finden, das gehört dazu.

Ricore: Nach dem Ende der "High School Musical"-Reihe machten Sie ein Jahr lang nichts, bis es mit "Sucker Punch" weiterging. Wie bewusst war diese Pause gewählt?

Hudgens: Nach dem Ende von "High School Musical" ging es mir darum, auf das richtige Projekt zu warten. Ich wollte eine Figur spielen, die sich stark von meinem Charakter in "High School Musical" unterscheidet. Schon als Kind wollte ich in einem Drama mitwirken, weshalb "Sucker Punch" für mich die richtige Wahl war. In "High School Musical" spielte ich drei Mal hintereinander Gabriella Montez, nun war es an der Zeit flügge zu werden und nach neuen Dingen Ausschau zu halten. Niemand macht gerne immer das Gleiche. Nur wenn man ab und zu etwas Neues ausprobiert, kann man sich weiterentwickeln.


Rachel Korine, Selena Gomez, Ashley Benson und Vanessa Hudgens in "Spring Breakers"
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Rachel Korine, Selena Gomez, Ashley Benson und Vanessa Hudgens in "Spring Breakers"
Ricore: Frau Gomez, in "Spring Breakers" sind Sie die einzige Gute. Hätten Sie lieber auch ein Bad Girl gespielt?

Gomez: Nein. Faith passt genau zu den anderen. Sie ist das Baby der Vierergruppe. Und nach einiger Zeit, kommt ja auch sie ganz gut aus sich heraus, auch wenn sie diejenige ist, die von allen über ihr Verhalten am meisten nachdenkt.

Ricore: Weshalb waren Sie so davon begeistert, in "Spring Breakers" improvisieren zu dürfen?

Gomez: In diesem Ausmaß durfte ich das vorher noch nie, das war wirklich eine unfassbar tolle Erfahrung. Harmony brachte mich in Situationen, in denen ich Sachen machte, von denen ich zuvor niemals dachte, dass ich sie je machen würde. Speziell in der Szene, in der James Franco mich auf verschiedene Weisen davon zu überzeugen versucht zusammen mit den anderen Mädchen bei ihm zu bleiben. Das war teilweise echt schräg. Ich wusste fünf Minuten vor dem Dreh der Szene noch nicht, was James mit mir anstellen würde. So spontan agieren zu können, war wirklich unglaublich. Es wäre zu schön, wenn ich dies auch in all meinen zukünftigen Filmen machen könnte.

Ricore: Für amerikanische Verhältnisse ist "Spring Breakers" in Bezug auf Drogen, Alkohol und nackte Haut sehr offenherzig. Gab es aus Amerika diesbezüglich bereits Kritik?

Gomez: Wenn man einen Film macht, kann man nie allen gefallen. Es gibt immer jemanden, der etwas scheiße findet. Für "Spring Breakers" war es besonders essentiell, dass die Macher ihren eigenen Weg gehen und nicht zu sehr auf Stimmen von außen hören. Nimmt man am Spring Break teil, ist es völlig normal einen Haufen nackter und Drogen konsumierender Menschen zu treffen, man ist am Strand und läuft die ganze Zeit im Bikini herum. Warum sollte es im Film also anders sein? Mit "Spring Breakers" wollen wir die Leute auch ein wenig schocken und zeigen, was dort alles passieren kann. Ich denke, das konnten wir ganz gut deutlich machen.

Benson: Das ist auch ein Grund, weshalb Harmony so ein spezieller Typ ist. Er ist selbst Amerikaner und traut sich dennoch die Dinge so zu zeigen, wie sie sind und die Menschen mit dem was er macht zu schocken.

Ricore: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Gomez: Ich hoffe, dass ich dann noch immer glücklich und vor allem gesund bin.

Hudgens: Ich würde mich freuen, wenn ich noch immer das tun könnte, was mir am meisten Spaß macht: möglichst viel reisen und die Zeit mit den Menschen verbringen, die ich liebe.

Ricore: Frau Gomez, neben der Schauspielerei, singen Sie auch und haben sowohl eine eigene Mode - als auch eine Parfüm-Linie. Auf was werden Sie sich zukünftig konzentrieren?

Gomez: Ich habe gerade mein viertes Album abgeschlossen, bald werde ich meine erste Welttournee starten und dann hoffentlich auch in Deutschland Station machen. Außerdem kommen noch zwei Filme heraus, die ich im letzten Jahr gedreht habe. Aber auch meine Mode und das Parfüm werde ich weiterhin verfolgen. Insofern konzentriere ich mich nicht auf eine einzige Sache, sondern werde alles in Angriff nehmen.

Ricore: Was gefällt Ihnen am besten?

Gomez: Das Schauspielen und das Singen. Es freut mich die Leute zu unterhalten.

Ricore: Wie hart ist es für Sie ständig reisen zu müssen, wenig zu schlafen und so viele neue Bekanntschaften zu machen?

Hudgens: Es ist ermüdend, das steht mal fest!

Benson: Ja, es ist schon verdammt anstrengend. Aber es macht trotzdem Spaß, weil ich auf diese Weise Städte kennenlerne, die ich sonst nie in meinem Leben bereist hätte.

Gomez: Mich stört das nicht so sehr, schließlich ist das viele Reisen ein Teil unseres Jobs.

Ricore: Vielen Dank für das Gespräch!
Von  Heiko Thiele, Filmreporter.de,  25. März 2013

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