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Interview

Uwe Ochsenknecht beim Photocall von "Die Croods 3D" in Berlin
Twentieth Century Fox

"Kinder sollen die Welt entdecken"

Steinzeitvater Uwe Ochsenknecht
Uwe Ochsenknecht ist seit 1972 in zahlreichen Fernseh- und einigen Kinofilmen zu sehen. Mit 17 Jahren fliegt er von der Schule und verwirklicht sich seinen Traum, Schauspieler zu werden. Nach dem Schauspielstudium in Bochum folgen erste Rollen, so etwa in Wolfgang Petersens "Das Boot". Seine Söhne eifern ihm längst nach, sie sind ebenfalls Schauspieler geworden. Im Animationsfilm "Die Croods 3D" synchronisiert der 57-Jährige einen Vater, der aus der Sorge um seine Familie zu überängstlichem Verhalten neigt.
Von  Richard Rendler, Filmreporter.de,  21. März 2013
Uwe Ochsenknecht beim Photocall von "Die Croods 3D" in Berlin
Twentieth Century Fox
Uwe Ochsenknecht beim Photocall von "Die Croods 3D" in Berlin
Ricore: Ist eine Animationsfigur anders zu synchronisieren als eine reale?

Uwe Ochsenknecht: Ja, obwohl die Figuren in diesem Film so gut animiert sind. Sie sprechen sogar Lippensynchron. Nach kurzer Zeit vergisst man, dass es sich um animierte Figuren handelt.

Ricore: Konnten Sie sich mit der Rolle des übervorsichtigen Vaters identifizieren?

Ochsenknecht: Darum geht es nicht. Man versucht eher, dem Original so nahe wie möglich zu kommen. In meinem Fall war das die Synchronisation von Nicolas Cage.

Ricore: Haben Sie in "Die wilden Kerle" mit ihren Söhnen gespielt, damit Sie mit ihnen dieses Erlebnis teilen können?

Ochsenknecht: Nein, das wurde mir angeboten, nachdem meine Söhne besetzt wurden. Vielleicht dachte der Produzent, dass es von Vorteil wäre, gleich drei Ochsenknechts dabei zu haben.

Ricore: Waren Sie öfters bei Ihren Kindern am Set?

Ochsenknecht: Nur an den Tagen wo ich gedreht habe. Meine Kinder waren immer unter Betreuung. Sie waren sehr gut versorgt und außerdem in einem Alter, in dem sie die Eltern nicht unbedingt überall dabei haben wollen.

Ricore: Können Sie als Vater gut loslassen?

Ochsenknecht: Ja, sehr gut. Wenn ich von Produzenten und Betreuern höre, dass alles gut läuft und jeder versorgt ist, dann ist alles okay. Ich kenne das ja noch aus meiner Jugend. Es macht eben mehr Spaß, wenn die Eltern nicht überall dabei sind. Kinder sollten so früh wie möglich raus und die Welt entdecken. Ich bin selbst mit 17 zu Hause ausgezogen, um auf die Schauspielschule zu gehen. Das tat mir sehr gut.

Ricore: Machen Sie gerne Synchronarbeit?

Ochsenknecht: Zwischendurch macht es aber schon Spaß - vor allem für so einen tollen Film.


Uwe Ochsenknecht, Freundin Kirsten und Sohn Wilson Gonzalez in Berlin
Twentieth Century Fox
Uwe Ochsenknecht, Freundin Kirsten und Sohn Wilson Gonzalez in Berlin
Ricore: Wie lange dauert es, einen Animationsfilm wie "Die Croods 3D" zu synchronisieren?

Ochsenknecht: Vier Tage, etwa zehn Stunden pro Tag.

Ricore: Wie haben Sie bei der Synchronisation Ihren Sprachstil gefunden?

Ochsenknecht: Ich denke beim Synchronisiern einer Fremdsprache ist es wichtig, sich so nah wie möglich an das Original zu halten.

Ricore: Was hat Sie an der Geschichte am meisten fasziniert?

Ochsenknecht: Der Familienzusammenhalt sowie das Loslassen. Es gibt sowohl lustige als auch traurige Begebenheiten. Jeder, der Familie hat, kennt diese Situationen. Der Film ist berührend und spannend. Er enthält das ganze Paket, das man von einem guten Film erwartet.

Ricore: Sie stehen sehr viel in der Öffentlichkeit. Wie schwer ist es da, Grenzen aufzuweisen hinsichtlich persönlicher Fragen?

Ochsenknecht: Eigentlich stehe ich gar nicht so viel in der Öffentlichkeit. Ich gehe selten zu Filmpremieren, in denen ich nicht mitspiele. Wenn ich öffentlich auftrete, muss ich schon eine gewisse Beziehung zu dem Ereignis haben.

Ricore: Welche Projekte planen Sie für die Zukunft?

Ochsenknecht: Es gibt einige Film- und Fernsehangebote sowie Musical-Anfragen. Außerdem soll dieses Jahr noch eine neue CD entstehen. Es gibt also einiges zu tun.

Ricore: Steuern Sie die Planung ihrer Projekte oder lassen Sie alles auf sich zukommen?

Ochsenknecht: Das kann man schlecht steuern. Ich gehe aber durchaus mit Ideen auf Produzenten zu und dann wird eventuell etwas entwickelt. Im Moment laufen da gerade in paar Geschichten.
Von  Richard Rendler, Filmreporter.de,  21. März 2013

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