Interview: Marco Petry zu Doktorspiele | FILMREPORTER.de
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Interview

Marco Petry, Regisseur von "Doktorspiele"
"Zoten dürfen nicht zum Selbstzweck verkommen"

Marco Petrys "Doktorspiele"

Marco Petry legt 2000 mit dem Komödienhit "Schule" einen Traumstart hin, in "Die Klasse von '99" knüpft der 1975 geborene Absolvent der Münchner Filmhochschule inhaltlich an sein Debüt an. Trotz des Erfolgs wechselt Petry zum Fernsehen und schreibt Drehbücher. 2012 überrascht er dann mit der Tragikomödie "Heiter bis wolkig" in dem sich ein junger Mann als unheilbar krank ausgibt, um Frauen aufzureißen. In "Doktorspiele" kann der in München lebende Regisseur seine Stärke erneut ausspielen. Leichthändig inszeniert er eine temporeiche und witzige Teenie-Story um die erste große Liebe des schüchternen, 17-jährigen Andi, der sich unsterblich in die Klassenschönheit verliebt.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de, 25. August 2014

Max von der Groeben in "Doktorspiele"

Max von der Groeben in "Doktorspiele"

Nicht händeringend Teenie-Stoff gesucht...
Ricore Text: Warum haben Sie sich für einen weiteren Teenie-Film entschieden?

Marco Petry: Ich habe nicht händeringend nach einem Teenie-Stoff gesucht, obwohl ich gerne mit Jugendlichen drehe. Der Produzent schlug mir die Adaption des Romans vor, dessen Grundidee ich sehr überzeugend und filmtauglich fand. Trotzdem mussten mein Koautor und ich uns den Zugang erst erarbeiten . Wir sind an der Altersgruppe nicht mehr so nah dran wie bei der Vorbereitung von "Schule" und mussten zum Schreiben erst wieder in die Haut eines 17-Jährigen schlüpfen.

Ricore Text: Bestand die Versuchung, "Fack ju Göhte" zu kopieren?

Petry: Nein, denn als wir im Sommer 2013 drehten, kannte noch keiner das Projekt. Im Vordergrund stand für uns, dass die Sprache authentisch wirkt und sich die Schauspieler in den Szenen wohl fühlen. Wenn man das Thema Pubertät zotenreich und mit lautem Humor als Teenie-Komödie inszeniert, darf dies nicht als Altherrenwitz daherkommen. Es muss aus der Sicht der Jugendlichen erzählt werden und Zoten dürfen nicht zum Selbstzweck verkommen. Ich glaube, dass uns vor allem das typische Verstocktsein von Jungs in dem Alter ganz gut geglückt ist.

Ricore Text: Kennen Sie das von sich?

Petry: Ich kann diese Unsicherheit bei der Annäherung an ein hübsches Mädchen gut nachvollziehen. Ich war selbst oft nervös, was ich gegenüber meinen Kumpels aber nie zugegeben hätte. Da dominierte das Machohafte.

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