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Interview
Jeff Goldblum ("Independence Day: Wiederkehr")
20th Century Fox

'Heute bin ich entspannter'

Jeff Goldblum in Independence Day: Wiederkehr

Seit dem 14. Juli 2016 ist es wieder so weit, der Welt und der Menschheit droht erneut die Vernichtung. In Roland Emmerichs "Independence Day: Wiederkehr" werden wir einmal mehr Opfer einer Alien-Invasion. Doch zum Glück gibt es erneut eine Handvoll Helden und Experten, die das Schlimmste verhindern. Einen der Wissenschaftler spielt Jeff Goldblum, den Filmreporter.de in Berlin zum Gespräch getroffen hat. Der gut aufgelegte Schauspieler verrät uns im Interview, was er von Regisseur Roland Emmerich hält und wie er sich als frisch gebackener Vater fühlt.
Von  Willy Flemmer, Filmreporter.de,  16. Juli 2016
Independence Day: Wiederkehr 3D (Independence Day Resurgence, 2016)
20th Century Fox
Independence Day: Wiederkehr 3D (Independence Day Resurgence, 2016)

Roland ist ein Schatz

Ricore Text: Mr. Goldblum, mussten Sie zum zweiten Teil von "Independence Day" überredet werden.

Jeff Goldblum: Oh nein, Roland ist ein Schatz, auf den Sie stolz sein sollten. Ein großartiger Regisseur und wundervoller Mensch. Wir wurden Freunde und ich bewundere ihn sehr. Es war ein Vergnügen, mit ihm erneut zusammenzuarbeiten und an seinem Enthusiasmus teilzuhaben. Wir hatten eine gute Zeit.

Ricore: Wie kam es zur erneuten Zusammenarbeit?

Goldblum: Sie riefen mich vor ein paar Jahren an und erzählten mir die Geschichte. Die Produktion ging durch einige Höhen und Tiefen, erlebte einige Zu- und Absagen. Dann erfuhr ich von der Besetzung. Ich war begeistert, dass auch Bill Pullman, Judd Hirsch und Brent Spiner wieder dabei sind. Aber auch über die Zusammenarbeit mit Liam Hemsworth freut ich mich. Und natürlich Charlotte Gainsbourg. Was für eine wundervolle Schauspielerin und Mensch sie ist. Ich liebe die Filme, die sie mit Lars von Trier gemacht hat: "Melancholia", "Antichrist" und "Nymph()maniac". Es war großartig, mit all diesen Schauspielern mitzuspielen. Ich bin dankbar dafür.

Ricore: Sie spielen einmal mehr einen Wissenschaftler. Wie ist ihre Beziehung zur Wissenschaft?

Goldblum: Ich mag es, Wissenschaftler zu spielen. Dadurch habe ich die Chance, mich mit unterschiedlichen Themen zu befassen. Ich selbst interessiere mich eher für Kunst, Malerei, Musik und Schauspielerei. In meiner Familie war die Wissenschaft eher durch meinen Vater vertreten, der Arzt war.


Jeff Goldblum mit Produzent Harald Kloser am Set von "Independence Day: Wiederkehr"
20th Century Fox
Jeff Goldblum mit Produzent Harald Kloser am Set von "Independence Day: Wiederkehr"

Jeff Goldblum: bin wesentlich entspannter geworden

Ricore: Seit "Independence Day" sind 20 Jahren vergangen. Inwiefern haben Sie sich in dieser Zeit verändert?

Goldblum: Als Schauspieler bin ich in den letzten Jahren wesentlich entspannter geworden. Ich sortiere heute unnötige Anstrengung aus. Ich habe größeres Vertrauen in mich. Als Mensch habe ich diese wundervolle Frau Emily [ehemalige Profi-Turnerin Emily Livingston, Red.] kennengelernt und geheiratet. Seit dem letzten Independence Day haben wir zusammen ein Baby. Ich denke also, heute bin ich doch anders als vor 20 Jahren.

Ricore: Inwiefern hat sich ihr Leben seit der Geburt ihres Sohnes geändert?

Goldblum: Das ist eine große Frage. Haben sie Kinder?

Ricore: Nein, leider nicht. Aber Sie machen mir Hoffnung.

Goldblum: (lacht). Ja, ich schätze, es ist nie zu spät dafür.


Hauptdarsteller Jeff Goldblum trommelt in Berlin für "Independence Day: Wiederkehr"
20th Century Fox
Hauptdarsteller Jeff Goldblum trommelt in Berlin für "Independence Day: Wiederkehr"

E geht nicht darum, Pirouetten zu drehen

Ricore: Zumindest nicht für Männer.

Goldblum: Das stimmt. Man ist nicht dazu verpflichtet, Kinder zu bekommen. Für mich war es eine gute Zeit und das ist es immer noch. Charlie ist ein süßes Kind. Ich habe ihn schon seit einer Woche nicht mehr gesehen. Ich vermisse ihn sehr. Wir gehen mit ihm jede Nacht baden.

Ricore: Sie sind noch immer in bestechender Form. Was ist ihr Geheimnis?

Goldblum: Es gibt kein Geheimnis. Ich habe einen gesunden Schlaf, einen disziplinierten Trainingsplan und ich ernähre mich gesund. Das ist alles. Außerdem umgebe ich mich mit Dingen und Menschen, die ich liebe. Ich habe liebevolle Beziehungen. Das macht mich glücklich.

Ricore: Man kann sich sehr gut vorstellen, dass man in ihren Schauspielseminaren nicht nur über Schauspiel-Techniken was lernt, sondern auch fürs Leben.

Goldblum: (lacht) Im künstlerischen Bestreben geht es nicht nur darum, Pirouetten zu drehen. Kunst steigert auch die Lebensqualität. Durch Kunst tritt man in Kontakt mit sich selbst und der Welt um sich herum.

Ricore: Vielen Dank für das Gespräch.
Von  Willy Flemmer, Filmreporter.de,  16. Juli 2016

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