Interview: Lee Unkrich zu Coco 3D | FILMREPORTER.de
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Lee Unkrich am Set von "Toy Story 3": der Regisseur gibt Istruktionen

Lee Unkrich am Set von "Toy Story 3": der Regisseur gibt Istruktionen

Lee Unkrich: Kinder verstehen viel mehr als wir denken
Ricore Text: Mit dieser Erfahrung und dem Wunsch, Musiker zu werden, können sich auch viele Kinder identifizieren?

Lee Unkrich: Viele Kinder kennen die Erfahrung, dass sie ihre Wünsche gegen Widerstände in der Umgebung durchsetzen müssen. Dass ihre Eltern nicht anerkennen, welche Talente in ihnen schlummern und sie sich deshalb unverstanden fühlen. Wir wollten die Konstellation aber nie so anlegen, dass die Familie einfach ignorant ist und Miguel nicht versteht. Sie gehen sehr liebevoll miteinander um und stehen für einander ein. Nur bei seiner Liebe zur Musik endet die Toleranz.

Ricore Text: Wie schaffen Sie die Balance, Ihre Filme mit philosophischen Fragen für Erwachsene zu öffnen und die Kinder nicht zu verlieren?

Lee Unkrich: Kinder verstehen viel mehr als wir denken. Sie hatten nie Probleme mit "Coco". Wir achten bei Pixar darauf, dass Kinder folgen können und sie nichts nachhaltig erschreckt. Aber letztendlich entscheiden die Eltern, ob sie in den Film gehen und wie sie mit den Kindern über den Inhalt reden. Und die veränderten Fragestellungen sind wohl nicht ganz zufällig. Wir wählen die Themen, die uns interessieren. Und die verändern sich mit dem Leben. Ich war 26 als ich bei Pixars Produktion von "Toy Story" anfing. Jetzt bin ich 50, habe Kinder und einige Tragödien erlebt. Ich habe über mein eigenes Leben und meine Sterblichkeit nachgedacht. Solche Erfahrungen spiegeln sich in unseren Filmen wieder, für die unser eigenes Leben die wichtigste Inspirationsquelle ist.

Ricore Text: Bei Pixar heißt es immer, die Filme seien nicht fertig, sie müssen ins Kino. Haben Sie sich damit mittlerweile abgefunden?

Lee Unkrich: Ich sehe bei jeder Vorführung Details, die ich gerne ändern würde. Aber so ist das Leben, niemand und nichts ist perfekt.

Ricore Text: Danke für das Gespräch.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de - 8. Dezember 2017

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