Interview: Detlev Buck zu zu Asphaltgorillas | FILMREPORTER.de
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Detlev Buck und Samuel Schneider am SET von "Asphaltgorillas"

Detlev Buck und Samuel Schneider am SET von "Asphaltgorillas"

No risk no fun
Ricore Text: Wird zu wenig riskiert?

Detlev Buck: No risk no fun. Nicht nur beim Film. Risikominimierung ist für mich das Unwort des Jahres, nachdem die deutsche Fußballnationalmannschaft risikominimiert spielte und in der Vorrunde rausflog. Spätestens beim Dreh von "Die Vermessung der Welt" in Ecuador habe ich gelernt, mit einem hohen Risiko zu leben. Ich habe keine Angst mehr, alles auf eine Karte zu setzen. Ich bin mir nie sicher, obwohl ich gut vorbereitet bin und mich nichts nachhaltig erschüttern kann. Ein Restrisiko bleibt immer.

Ricore Text: Wieviel Verunsicherung ist nötig?


Detlev Buck: Verunsicherung ist etwas anderes. Wer verunsichert ist, hat keinen Spaß. Ich bin gerne am Set. Mein Adrenalinspiegel ist irre hoch, ich bin hoch konzentriert. Plötzlich hat einer einen Dreher, der ganze Kahn hängt und du denkst, das kann doch nicht sein. Es war doch ganz simpel. So wird ein Tag zur Katastrophe. Im Hinterkopf bleibt, dass es so laufen kann. Aber diese Anspannung treibt auch den Einfallsreichtum hoch.

Ricore Text: Hat Ihnen Ihre Karriere als Schauspieler geholfen, besser auf Schauspieler einzugehen?


Detlev Buck: Jeder kann in eine Situation kommen, wo er unsicher wird. Dann hilft mir schon die eigene Erfahrung. Ein Aufmuntern, wenn der andere denkt, er hat total versagt und findet keinen Zugang zur Rolle. Wichtig ist, den Schauspielern auf Augenhöhe zu begegnen und herauszukitzeln, was sie bereit sind zu geben. Das Drehbuch ist nur die Anleitung. Der Kopf muss frei sein.

Ricore Text: Warum haben Sie vor der Kamera rarer gemacht?


Detlev Buck: Das ist dem Alter geschuldet, ich bin jetzt der Opa. Ich muss mich auch nicht sehen, ich hatte nur Daddelrollen in meinen letzten Filmen. Der Mann vom Tierheim ist ja nicht gerade eine Traumrolle. Ich kann damit leben, ich bin ja eher jemand, der Regie führen möchte. Andererseits bin ich schon froh, dass ich nicht vom Schauspiel leben muss. Ein Autor oder Regisseur kann so lange an einem Projekt arbeiten, wie er Lust hat. Aber du kannst keinen zwingen, lass mich spielen.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de - 23. September 2018

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