Interview: Fabrice Eboué zu Ein Lied in Gottes Ohr | FILMREPORTER.de
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Interview

Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister, 2017)
Verliebter Priester, falscher Iman & frustrierter Rabbi

Fabrice Éboué "Ein Lied in Gottes Ohr"

Fabrice Eboué ist in Frankreich ein Superstar. Der 1977 geborene Komiker erobert zu Beginn des Jahrtausends die Bühnen von Paris, mittlerweile blickt er auf drei Soloprogramme zurück. Film und Fernsehen werden schnell auf ihn aufmerksam. Nach einigen Auftritten als Schauspieler wechselt Éboué die Seiten. Mit "Coexister" - deutscher Titel "Ein Lied in Gottes Ohr" - gibt er sein Langfilmdebüt. Er folgt darin einem Priester, der sich verliebt, einem falschen Iman und einem Rabbi, der einst eine Beschneidung vermasselte, auf ihrem gemeinsamen Weg ins Musikbusiness. Ihr Manager wird von Fabrice Éboué gespielt.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de, 25. September 2018

Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister, 2017)

Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister, 2017)

Ein gewisser Aberglaube ist geblieben


Ricore Text: Welche Rolle spielt die Religion in Ihrem Leben?


Fabrice Éboué: Ich bin in einem katholischen Haushalt aufgewachsen, sie hat mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet. Ein gewisser Aberglaube ist geblieben, aber vor allem das Wissen um die Lehren der Bibel, die christlichen Moralvorstellungen, die Rituale und die Menschen, die sich in den Gemeinden engagieren.

Ricore Text: In den vergangenen Jahren bestimmt die Religion viele Diskussionen, wobei eher die Angrenzung zwischen den drei monotheistischen Glaubensrichtungen betont wurde und nicht deren Gemeinsamkeiten. Hat Sie dies inspiriert?


Fabrice Éboué: Die Globalisierung hat in Europa eine Renaissance der Religion eingeläutet, sie ist Teil der Suche nach der eigenen Identität und Spiritualität in einer unübersichtlichen Welt. Wer bin ich, wo gehöre ich hin, wie kann ich mich kulturell definieren - diese Fragen rücken wieder ins Zentrum. Die Antworten führen oft zu einer künstlichen Abgrenzung, die ich nicht nachvollziehen kann. Meine Mutter stammt aus der Normandie, mein Vater aus Kamerun, meine Frau ist Muslima. Ihre Wurzeln führen nach Marokko. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten und Vorurteile. Und da ich meine eigene Geschichte stets in meine Kunst einbringe, prallen Menschen mit verschiedenen kulturellen Backgrounds aufeinander.

Ricore Text: Ihre drei Geistlichen können vor allem über sich selbst lachen. Ist dies nicht die beste Voraussetzung, um den anderen zu akzeptieren?


Fabrice Éboué: Das ist zumindest ein guter Anfang. Humor setzt den Willen und die Fähigkeit voraus, sich von außen zu betrachten und nicht als Nabel der Welt zu sehen. Und wenn es in einer Beziehung nicht richtig läuft, egal ob privat oder beruflich, suche ich die Ursache bei mir.

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