Interview: Fabrice Eboué zu Ein Lied in Gottes Ohr | FILMREPORTER.de
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Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister, 2017)

Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister, 2017)

Fabrice Éboué: Jeder Künstler muss seine Stimme finden
Ricore Text: Sie rappen selbst. Haben Sie die verbindende Kraft der Musik selbst erfahren?

Fabrice Éboué: Ein großartiger Musiker war ich nie, in meiner Jugend habe ich ein bisschen Musik mit meinen Freunden gemacht. Damals habe ich selbst bemerkt, dass sie hilft, Grenzen zu überwinden. Im Film ist sie der Katalysator, die vierte Religion, die direkt die Seele anspricht und Menschen verbindet.

Ricore Text: Warum spielen Sie den Manager der Gruppe und haben keine der drei Hauptrollen übernommen?


Fabrice Éboué: Ich habe mich sogar gefragt, ob ich mir nicht zu viel mit der Regie und dieser kleinen Rolle abverlange. Die Produzenten haben darauf bestanden, weil mein Name Zuschauer anzieht.

Ricore Text: Haben Sie mit der Komödie ihre Ausdrucksform gefunden?


Fabrice Éboué: Jede gute Komödie hat einen ersten Kern, wem sage ich diese Binsenwahrheit. Dass ich einen gewissen ironischen und komödiantischen Abstand zum Thema brauche, habe ich schon bei meinen ersten künstlerischen Schritten an der Schule bemerkt. Als Jüngster in der Familie hatte ich zudem früh großes Geltungsbedürfnis. Ich drehte Videos, schrieb Sketche und habe eine Band gegründet. In die Professionalität bin ich dann so rein gerutscht. Die Herangehensweise an die Arbeit ist geblieben. Ich trete einen Schritt zurück und versuche, über die Situation zu lachen. Das Lachen ist einfach mein Lebensmotor. Ohne diese Metabene stehe ich die zwei Jahre Arbeit an einem Film nicht durch.

Ricore Text: Ist es schwierig, sich in der Welle guter Komödien zu behaupten, die in Frankreich seit einigen Jahren entstehen?


Fabrice Éboué: Jeder Künstler muss seine Stimme finden, egal, was um ihn herum passiert. Auf dieses Thema bin ich zufällig durch eine Popgruppe singender Priester gestoßen. Mich interessierte, ob bei ihren Konzerten der spirituellen Heiligen spürbar ist und wie sie als Gruppe funktionieren. Da ich mich von dem Vorbild lösen wollte, habe ich die Story auf drei Religionen ausgeweitet. Kommerziell ist es nicht einfach, solch breite Zielgruppe anzupeilen. Aber Künstler müssen etwa wagen und zeigen, dass die Abgründe zwischen Menschen überbrückbar sind. Mein Film wird daher oft mit "Monsieur Claude und seine Töchter" verglichen. Das empfinde ich als Kompliment, doch ich sehe auch die Unterschiede. Ich stoße die Zuschauer gerne vor den Kopf, ich hasse Kompromisse. Meine Werke müssen nicht allen gefallen. Denn letztlich ist viel erreicht, wenn die Menschen gemeinsam lachen.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de - 25. September 2018

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