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Das Gespenst (unzensierte Version von 1982)

OriginaltitelDas Gespenst
GenreDrama
Land & Jahr Bundesrepublik Deutschland (BRD) 1982
FSK & Länge ab 12 Jahren • 88 min.
MediumDVD (Kauffassung)
AnbieterAL!VE
Verkaufsstart27.08.2010
RegieHerbert Achternbusch
DarstellerHerbert Achternbusch, Annamirl Bierbichler, Werner Schroeter, Kurt Raab, Dietmar Schneider, Josef Bierbichler
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Achternbusch der naivster Christus aller Zeiten

Christus (Herbert Achternbusch) steigt in einem bayerischen Kloster vom Kreuz und legt sich in ein Bett. Da es das Bett der Klosteroberin ist, scheint es ihm folgerichtig, fortan als Ober für seinen Lebensunterhalt zu sorgen und die Gäste der Klosterschänke zu bewirten. Zwei Polizeibeamte verlangen mit "mehr Scheiße" nach Schnaps. Christus nimmt das wörtlich und bittet in der Münchner Innenstadt mit zwei Schnapsgläsern um Scheiße. Aus Angst seine Anstellung als Ober zu verlieren, fragt er um Hilfe. Er findet sich in der Moderne nicht zurecht. Schließlich landet er auf einer Polizeiwache. Dort wollen ihm zwei Polizisten helfen und versuchen die Schnapsgläser zu füllen. Als sie nach einer langen Zeit verzweifelter Mühe keinen Stuhlgang haben, erschießen sie sich gegenseitig. Christus und die Oberin machen daraufhin einen Spaziergang und unterhalten sich über die Sexualität.
"Das Gespenst" löste 1983 einen kulturpolitischen Streit aus. Zunächst verbot die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft den Schwarzweißfilm weil er "das religiöse Empfinden und die Würde des Menschen grob" verletze. Nachdem das Verbot nach kurzer Zeit doch aufgehoben wurde, verweigerte der Bundesminister des Inneren dem Regisseur Herbert Achternbusch eine zugesagte Förderung. Es folgte der Protest von 50 Regisseuren gegen die Filmpolitik des Bundes und für mehr Fantasie und Kreativität.

Achternbusch riskierte bewusst den Vorwurf der Blasphemie. In einem fort provoziert er hemmungslos. Der von ihm selbst gespielte Christus wird als Mensch dargestellt, der weder die moderne Welt noch sich selbst versteht. Dabei versucht Achternbusch nicht nur inhaltlich, sondern auch mit unästhetischen Szenen zu schockieren. Bezeichnend ist die neunminütige Szene, in der zwei Polizisten gemeinsam versuchen, sich in Schnapsgläser zu erleichtern. Viele Wortspiele ziehen sich durch die Satire, so ist Christus nicht in der Lage abstrakte Bilder oder Metaphern zu konkretisieren.

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