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Der schwarze Korsar

Originaltitel
Il Corsaro nero
Genre
Abenteuer, Action
 
Italien 1976
 
111 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
10.03.1977 ( D ) bei Scotia International Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
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Der schwarze Korsar, Il Corsaro nero (DVD) 1976Koch Films

Kabir Bedi und Carole André aus Sandokan vereinigt

Piraten und Korsaren werden heutzutage oft gleichgesetzt. Deswegen vorab eine kleine Begriffsklärung, damit wir bei dem Film auch wissen, woran wir sind: Der Unterschied zwischen einem Korsar und Pirat liegt in der Legitimation durch die Regierung. Der Korsar steht unter ihrem Befehl und Schutz eines Königs oder Kaisers, während der Pirat über keine staatliche Protektion verfügt und vogelfrei ist. Das soll genügen. Der schwarze Korsar, Edelmann Emilio (Kabir Bedi), wird auf einem Rachefeldzug zum gefürchteten Piraten.

Seine Brüder, der rote und der grüne Korsar wurden von Fürst van Gould (Mel Ferrer) umgebracht. Emilio will sich deshalb auf eigene Faust an seinem Erzfeind rächen. Auf einem seiner Raubzüge nimmt er des Fürsten Tochter (Carole André) unwissentlich gefangen und verliebt sich in sie. Als er ihre wahre Identität aufdeckt, überlässt er sie schweren Herzens ihrem Schicksal. Er macht sich weiter auf die Suche nach van Gould. Bis er seinem Feind gegenübersteht, muss er allerdings noch einige Herausforderungen meistern.


Unmittelbar nach dem großen Erfolg der TV-Mini-Serie "Sandokan" vereint Sergio Sollima das TV-Traumpaar Kabir Bedi und Carole André erneut - dieses Mal allerdings für eine Kinoproduktion. Das Piratenabenteuer wurde in den 1970er Jahren realisiert, zu einer Zeit, in der die Glanzzeit der Piratenfilme weit zurück lag und das Genre als tot galt. Die alte kolumbianische Hauptstadt Cartagena wurde als Drehort gewählt. Der karibische Schauplatz hat eine Korsarenvergangenheit. Die Dreharbeiten standen unter keinem guten Stern, die Produktionsfirma geriet in finanzielle Schwierigkeiten.

Daraufhin wurde sowohl an Drehzeit als auch am Personal gespart. Dazu kam ein Schiffsunglück. Beim Dreh verfehlte der Hafenschlepper die Lücke der Hafenmauer. Das gekenterte Schiff sank nicht komplett, da es von der Hafenmauer abgestützt wurde. Der Untergang wäre verheerend gewesen. Im Schiff befanden sich zahlreiche Crewmitglieder, die an Technik und Kostümen arbeiteten. Man musste sich zwischen dem Abbruch der Dreharbeiten und dem Neubau des Schiffs entscheiden. Wie das Filmresultat beweist, entschied man sich für Letzteres. Das entstandene Korsarenabenteuer hat Einiges zu bieten: einen gut aussehenden, charismatischen Hauptdarsteller, der die innere Zerrissenheit zwischen Rachsucht und Liebe glaubhaft verkörpert; exotische Schauplätze in der Karibik, die das Fernweh im Zuschauer wecken; schöne Kostüme und Schiffe; zahlreiche Degenkämpfe zum Mitfiebern und leider auch eine etwas zu vorhersehbare Story und jede Menge Kitsch.
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