Stepping Razor

Stepping Razor

Originaltitel
Stepping Razor: Red X
Regie
Nicholas Campbell
Darsteller
Beresford Thompson, Robbie Shakespeare, Mikey Chung, Earl Smith, Coxsone Chinna, Tawta Ford
Kinostart:
Deutschland, am 24.02.1994 bei Neue Visionen Filmverleih
Genre
Dokumentarfilm
Land
Kanada
Jahr
1992
FSK
ab 12 Jahren
Länge
103 min.
IMDB
IMDB
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brilliant  10|
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Die Dokumentation wirkt auf den Zuschauer wie eine Collage. Sie ist eine Mischung von Konzertmitschnitten, Tonbandaufnahmen und Interviews mit Angehörigen und Freunden des Reggaesängers Peter Tosh. Sie zeigt, dass Reggae und Drogen fester Bestandteil einer ganzen Generation sind. Der Zusammenschnitt der einzelnen Segmente im Film imitiert daher fast einen Trancezustand. Auf den Tonbandaufnahmen ist Tosh mit einer dunklen Grabesstimme zu hören. Er klingt, als ob er bereits aus dem Reich der Toten spreche. Untermalt wird sein Monolog mit Bildern aus seinem Wohnviertel. Alles wirkt ärmlich und trostlos. In seinen Aussagen beschwört er die "Wahrheit" als einzige Waffe gegen das "Scheißsystem" und die "Teufel". Tosh war ein Musiker, der in Extremen lebte. Ein Kämpfertyp mit Palästinensertuch auf dem Kopf und einer Gitarre in Gewehrform. Er erschoss nicht den Sheriff, aber...
Vier Jahre nach Peter Toshs Tod findet man im Nachlass des Sängers die so genannten "Red X Tapes". Dabei handelt es sich um besprochene Tonbänder, die er für eine Autobiografie nutzen wollte. Regisseur Nicholas Campbell dreht bereits 1992 die vorliegende Dokumentation. Doch erst im Jahr 2005 erscheint sie erstmals in deutscher Fassung. Sie zeichnet Peter Tosh als Idol des Freiheitskampfes. Er wird zu einer Symbolfigur gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit stilisiert.
Anja Boromandi/Filmreporter.de
2022