Gisela - 2005 | FILMREPORTER.de
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Gisela

OriginaltitelGisela
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2005
FSK & Länge ab 12 Jahren
KinoDeutschland
AnbieterMovienet Film
Kinostart02.11.2006
RegieIsabelle Stever
DarstellerStefan Rudolf, Johanna Roever, Camilla Renschke, Jannek Petri, Paul Oberpichler, Thomas Balou Martin
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. Datenbewerten

Gisela (Anne Weinknecht) ist Supermarkt-Kassiererin. Inmitten der kargen Plattenbausiedlung lebt sie mit ihrem kleinen Sohn und dem gleichgültigen Ehemann. Nur noch wenige Worte werden in ihrer tristen Ehe gewechselt. Deswegen stört es ihren Gatten auch nicht, als Gisela eine Einladung zu einer Party annimmt. Diese veranstaltet Jugendfreund Georg (Stefan Rudolf) in seiner verdreckten Bude. Er ist arbeitslos - genau wie sein Kumpel Paul (Carlo Ljubek). Ihr Alltag ist bestimmt von Alkoholexzessen, Prahlereien und zottigen Bettgeschichten. Auf der Feier beginnt Gisela eine Affäre mit Paul. Doch er kann Giselas Wunsch nach mehr Zärtlichkeit nicht erfüllen. Mehr als miteinander ins Bett zu gehen, ist für ihn nicht drin. Sie leben ihre sexuellen Phantasien ungezwungen und ohne jede Romantik aus. Dies passt wiederum Georg nicht, der schon früher erfolglos versucht hat, eine Beziehung mit Gisela einzugehen. Den Mangel an Zuneigung gleicht er durch Aggressionen gegen seine Umwelt aus. Auch Giselas Ehemann bekommt langsam Wind davon, dass seine Frau ihn betrügt. Doch außer sie zu verprügeln, fällt ihm nichts ein, wie die Ehe zu retten sei. Keiner will von seinem Verhalten abrücken und ihre Frustration steigert sich von Tag zu Tag.
Der zweite Spielfilm von Isabelle Stever basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anke Stelling und Robby Dannenberg. Sie inszeniert ein lakonisches Sozialdrama fernab von bekannten Klischees. Hier gibt es keine ironischen Brechungen, wie in vielen anderen Milieustudien. Die triste Alltagsmonotonie der Protagonisten ist schonungslos, ohne jeden Humor dargestellt. In den wortkargen Dialogen wird ein spannendes Verhältnis zwischen den Charakteren hergestellt. Sie alle sind geplagt von Einsamkeit und Selbsthass. Allerdings lässt Stever viele Fragen aus der Vergangenheit der Figuren unbeantwortet. Wie kann sich der arbeitslose Georg seinen nagelneuen Mercedes Benz und die teure Golfausrüstung leisten? Dadurch geht einiges der zuvor aufgebauten Authentizität verloren. Stefan Rudolf als selbstzerstörerischer Georg gehören die besten Szenen, etwa wenn Georg volltrunken zu einem Lied von Elvis Presley tanzt. Leider gelingen der Regisseurin nur wenige poetische Momente wie diese. Der Gleichmut der Figuren überträgt sich schnell auf den Zuschauer, der sich nach "Gisela" fragt, was Stever eigentlich mit ihrem Werk aussagen wollte.

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