Das Wort - 1955 | FILMREPORTER.de
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Das Wort

OriginaltitelOrdet
GenreDrama
Land & Jahr Dänemark 1955
FSK & Länge 125 min.
KinoDeutschland
RegieCarl Theodor Dreyer
DarstellerHenry Skjær, Susanne Rud, Ove Rud, Ann Elisabeth Rud, Gerda Nielsen, Henrik Malberg
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Carl Theodor Dreyers meisterhaftes Glaubensdrama

In der dänischen Provinz Jütland lebt der gealterte und leidgeprüfte Morten Borgen (Henrik Malberg) zusammen mit seinen drei erwachsenen Söhnen. Der älteste, Mikkel (Emil Hass Christensen), ist mit Inger (Birgitte Federspiel) verheiratet. Er teilt den Glauben seiner Frau nicht, doch Inger hat die Güte in seinem Herzen dennoch erkannt und ist sich seiner Bekehrung sicher. Das Paar erwartet sein drittes Kind und hofft diesmal auf einen Knaben. Der mittlere Sohn Johannes (Preben Lerdorff Rye) leidet unter Wahnvorstellungen. Seid dem Studium der Theologie und Kierkegaards Lektüre hält er sich für Jesus. Dieses Leid hat seinen alten Vater in eine tiefe Glaubenskrise gestürzt. Der jüngste Sohn Anders (Cay Kristiansen) verliebt sich in Anne Petersen (Gerda Nielsen). Doch ihr Vater Peter (Ejner Federspiel) will sie nicht in die Borgen-Familie einheiraten lassen, da sie anderen Glaubens sind. Er ist der Kopf einer Glaubensgemeinschaft, die auf das Jenseits fixiert ist und Verzicht und Entbehrung auf Erden predigt. Als Inger schwer erkrankt und zusammen mit dem Kind in Lebensgefahr gerät, wird alle Glaube auf eine harte Prüfung gestellt.
Kaj Munks Drama "Ordet" aus dem Jahr 1925 diente dem dänischen Regisseur Carl Theodor Dreyer als Vorlage für sein Drama aus dem Jahr 1955. Der Filmemacher verstrickt fünf Handlungsstränge in einem Glaubensdiskurs. Die Handlung konzentriert sich auf zwei Tage und Nächte und spielt sich mit einer kleinen Ausnahme in den Räumlichkeiten des Borgen-Hofs ab. Jede der Figuren repräsentiert einen Glaubenstyp: Johannes' Vertrauen in Gott erscheint den anderen als Wahnsinn, Mikkel ist Agnostiker, Kinder kennen in ihrer Natürlichkeit die Grenzen der Vernunft nicht. Während der Erzählung wird Ingers Tochter Maren zur Trägerin des mächtigsten Glaubens. In seiner Ästhetik erinnert das Drama an ein gefilmtes Theaterstück, doch die langsame Kamerabewegung bricht mit dieser Illusion. Auffällig ist, dass in Szenen mit mehreren Personen meist nur eine in Bewegung ist. So spielt der Regisseur mit der Aufmerksamkeit des Zuschauers und setzt gleichzeitig Schwerpunkte in der Erzählung. Die Darsteller schaffen es, mit sparsamer Gestik dem Geschehen Intensität und Authentizität zu verleihen. Die Filmbilder erhalten oft Symbole, die Verweise auf den Glaubensdiskurs sind. In der ersten Filmszene sucht die Familie nach dem verschwundenen Johannes und die weiße Wäsche auf der Leine flattert in den Wind, als Zeichen der Hoffnung. Später im Verlauf, wird die Szene wiederholt, diesmal ist die Wäscheleine leer. Vielleicht ein symbolisches Bild für den Seelenzustand der Borgen-Familie. Die Eindringlichkeit der Bilder, die Intensität der Gefühle und die meisterhafte Inszenierung der Gottsuche machen "Ordet" zu einem Klassiker des europäischen Kinos.
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