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Memelland

Originaltitel
Memelland
Genre
Dokumentarfilm
 
Deutschland 2008
 
90 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
27.08.2009 ( D ) bei Salzgeber & Co. Medien
 
 
Regie
Volker Koepp
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Memelland (Kino) 2008Edition Salzgeber
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Ein Landstrich und seine bewegte Geschichte

Das Memelland ist ein geschichtsträchtiger Landstreifen im Südwesten Litauens. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehört der Landstrich beiderseits des Flusses Memel zu Ostpreußen, wurde dann im Jahr 1923 von Litauen annektiert. Den Namen verdankt das Gebiet dem gleichnamigen Strom. Bis heute prägt das Zusammenspiel von Land, Moor und Fluss das Leben der Einheimischen. Es gibt nicht mehr viele, die noch die Zeit des Memellandes als ostpreußischen Landkreis Heydekrug miterlebt haben. Doch einige wenige leben noch. Dazu gehören die Schwestern Edith, Erna und Berta. Die drei Rentnerinnen konnten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ausreisen, als die Rote Armee das Gebiet teilte, da die Eltern die Reisepässe verloren hatten. Nun leben sie immer noch hier, sprechen untereinander allerdings litauisch und geben ihre Deutschkenntnisse in einem breiten preußischen Dialekt nur noch auf Wunsch zum Besten. Sie sind mit ihrem kleinen Hof im Memelland zufrieden und würden niemals, obwohl sie jetzt die Möglichkeit dazu hätten, nach Deutschland auswandern, um sich dort eine vermeintlich sichere Existenz aufzubauen.


Regisseur Volker Koepp und Kameramann Thomas Plenert kennen sich in den östlichen Gefilden Europas aus. In den letzten Jahrzehnten arbeiteten sie immer wieder im Grenzgebiet von Polen und Litauen. Besonders die russische Enklave Königsberg/Kaliningrad, die von beiden Ländern umgeben ist, hat es ihnen angetan. Aufgrund ihrer profunden Kenntnisse der Landschaft und der Mentalität der Menschen vor Ort, haben sie einen besonderen Zugang zu den Menschen im Flussgebiet der Memel. Der Landstrich ist geprägt von den geschichtlichen Ereignissen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Ein trauriges und zugleich empfindliches Thema spricht Dokumentarfilmer Koepp in seinem Film "Memelland" an, eine Bezeichnung, die nur noch im deutschsprachigen Raum geläufig ist. Früher, als noch Deutsche und Litauer friedlich nebeneinander lebten, ohne sich Gedanken über ihre nationale Zugehörigkeit zu machen, war auch der Name "Preußisch-Litauen" geläufig. Koepp nähert sich der Geschichte des Gebietes an, in dem er die Bewohner von ihren persönlichen Erfahrungen erzählen lässt. Dadurch vermeidet er zum Einen eine Schwarz-Weiß-Zeichnung der Geschichte und zollt zugleich den Menschen vor Ort Respekt für ihre Einzelschicksale.
Memelland (quer) 2008Edition Salzgeber
Galerie: Memelland
Dokumentarfilmer Volker Koepp begibt sich auf die Spuren des Memellandes, einem Landstrich zwischen Polen und Litauen. Er lässt die Menschen von der Zeit erzählen, als das...
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