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Alle Anderen

Originaltitel
Alle Anderen
Genre
Drama
 
Deutschland 2009
 
119 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
18.06.2009 ( D | CH | A ) bei Prokino Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
1,0 (1 User)
8,0 (Filmreporter)
Alle Anderen (Kino) 2008
Prokino
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungenNewsGalerieDVDsbewerten

Generationsportrait mit starken Darstellern

Eine neue Liebe beginnt und das Paar fährt zum ersten Mal gemeinsam in Urlaub. Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger) verbringen den Sommer in Ferienhaus von Chris Eltern auf Sardinien. Schon die Art und Weise wie sie mit Kindern umgeht, zeigt Gitti als ungewöhnliche Frau. Erst bringt sie der Tochter von Chris Schwester bei, laut zu sagen, dass sie Gitti nicht mag. Dann lässt sie sich scheinbar von ihr erschießen und fällt in den Pool. Noch ist Chris von den Eigenarten seiner neuen Freundin amüsiert. Er möchte sich auch nicht anpassen. Als Architekt folgt er nur seinem eigenen ästhetischen Empfinden und ist gegenüber anderen Vorschlägen kompromisslos. In die anfängliche Harmonie schleichen sich bald erste Probleme ein. Als ein erfolgreicher Architekt und frühere Studienkollege von Chris mit seiner schwangeren Freundin auftaucht, verschärfen sich diese. Gitti kann die überhebliche Art von Hans (Hans-Jochen Wagner) nicht ertragen und stellt ihn zur Rede. Das führt zu einem Streit mit Chris. Bei einem gemeinsamen Essen zur Versöhnung der beiden Paare, eskaliert die Situation erneut.


"Alle Anderen" handelt von vielem und eigentlich von ganz wenig. Wie der Titel schon andeutet, geht es um Beziehungen - auch zu sich selbst - und der Art, wie man von anderen wahrgenommen werden möchte. Es ist ein leiser, ungewöhnlicher Film, der schwer mit Worten zu fassen ist. Obwohl wenig passiert, wird eine ungeheuer intensive Stimmung erzeugt. Die Konstellation der Figuren scheint aus dem Leben gegriffen zu sein, so dass man sich den Konflikten nur schwer entziehen kann. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Regisseurin Maren Ade es schafft, aus an sich unspektakulären Szenen eine so große Dramatik zu ziehen. Das gelingt ihr vor allen Dingen mit Hilfe der starken Präsens von Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr. Sie gibt der ungewöhnlichen Gitti die nötige Komplexität, welche die Figur vom Abdriften in die reine Unzurechnungsfähigkeit bewahrt. Selbst in überspannten Situationen, bleibt Gitti nachvollziehbar. Aber auch die übrigen Darsteller tragen dazu bei, dass sich ein authentisches Bild einer Generation ergibt.
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