FILMREPORTER.DE
Best Entertainment
Filmreporter-RSS

Proibido Proibir! - Verbieten verboten!

Originaltitel
Proibido Proibir
Alternativ
Forbidden to Forbid
Genre
Drama
 
Brasilien/Chile/Spanien 2007
 
105 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Regie
Darsteller
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
(0 User)
5,0 (Filmreporter)
 Es gibt noch keine Userkritik!
Proibido Proibir! - Verbieten verboten! (DVD) 2006
Icestorm

Über die harte Realität brasilianischer Favelas

Medizinstudent Paulo (Caio Blat) nimmt das Leben auf die leichte Schulter. Er vergnügt sich hemmungslos auf dem Dach des Krankenhauses, in dem er gerade ein Praktikum macht und scheut sich nicht, der an Leukämie erkrankten Rosalina (Edyr de Castro) heimlich Drogen ins Krankenzimmer zu schmuggeln. Seine Miete bezahlt er natürlich auch nicht. Als er sich jedoch in die Architekturstudentin Leticia (Maria Flor) verliebt, ändert sich sein Leben grundlegend. Nicht nur, dass sie mit seinem besten Freund und Wohnungsgenossen León (Alexandre Rodrigues) liiert ist, Leticia stellt Erwartungen an das Leben und will Missstände beheben. Anfänglich genießen die drei Freunde eine unbeschwerte Zeit. Dies ändert sich abrupt, als Paulo beschließt, Leticia und Leon mit in die Favelas zu nehmen. Er will Rosalinas Söhnen helfen, der Kriminalität aus dem Weg zu gehen und ein anständiges Leben zu führen. Die drei Freunde ahnen nicht, in welche Gefahr sie sich begeben.


Bisher zeichnete sich die Filmarbeit des chilenisch-brasilianischen Regisseurs Jorge Durán vor allem durch seine hervorragenden Drehbücher aus. "Verbieten verboten" ist seine dritte Regiearbeit. Das Drama hat zweifellos seine Stärken. Es besticht durch wunderbare Luftaufnahmen Rio de Janeiros und durch die an sich packende Geschichte, welche die harte Gegenwart brasilianischer Favelas gut wiederspiegelt. Der Film lässt den Figuren Handlungsfreiheit, das eine oder andere Mal hat man sogar das Gefühl hier sei improvisiert worden. Dies kommt einigen Darstellern zu Gute, Caio Blat und Maria Flor blühen richtiggehend auf. Doch Alexandre Rodrigues geht in dieser Freiheit etwas unter. Er kann sein schauspielerisches Talent nicht wirklich umsetzen und sein Spiel wirkt daher oft hölzern. Auch geht die Handlung nur schleppend voran. Durán verwendet viel Zeit, um das Beziehungsdreieck aufzubauen. Die Favelas und deren Problematik werden davon an den Rand gedrängt. Dennoch sollte man den Film bis an sein bitteres Ende genießen, denn gerade dieses entschädigt für einige Tiefen.
© 2020 Filmreporter.de