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©Neue Visionen

Im Oktober werden Wunder wahr

OriginaltitelOctubre
AlternativOctober
GenreDrama
Land & Jahr Peru 2010
FSK & Länge 83 min.
KinoSchweiz
AnbieterLook Now!
Kinostart14.10.2010
RegieDiego Vega, Daniel Vega
DarstellerGabriela Velásquez, Norma Francisca Villarreal, Humberta Trujillo, Sheryl Sánchez, Víctor Prada, Sonia Palacios
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Drama mit komödiantischen Zügen der Brüder Vega

In der peruanischen Hauptstadt Lima lebt der wortkarge Pfandleiher Clemente (Bruno Odar). Die Menschen aus dem Viertel kommen zu ihm und tauschen Wertgegenstände gegen etwas Bares. Die Schmuckstücke bewahrt Clemente solange in seinem Versteck unter dem Ofen auf, bis die Kunden zurückkommen, um ihre Wertsachen wieder einzulösen. Alles hat seine penible Ordnung. Als Clemente eines Nachts nach Hause kommt, findet er ein schreiendes Baby in seinem Schlafzimmer. Unverzüglich macht er sich auf die Suche nach der Mutter, einer Prostituierten. Clemente ist mit der Situation überfordert, darum stellt er seine Nachbarin Sofía (Gabriela Velásquez) als Babysitterin ein. Die schläft fortan auf seinem Sofa. Vergeblich versucht sie, das Interesse von Clemente zu wecken. Der lebt seine Triebe lieber bei Prostituierten aus. Bis auf geschäftliche Vereinbarungen, redet er kein Wort mit Sofía. Ihn interessiert nur eine Sache. Er will das Baby so schnell wie möglich wieder loswerden. Alles soll so schnel als möglich wieder seine gewohnte Ordnung haben.
Daniel und Diego Vega sind besessen von Symmetrie. Das spiegelt sich nicht nur im Charakter der Hauptfigur Clemente (Bruno Odar) wieder. Ihre Vorliebe ist auch im Filmaufbau zu erkennen. Die Brüder ließen die Wohnungseinrichtung millimetergenau ausrichten. Von der Couch bis hin zum Glas in der Vitrine steht alles symmetrisch an seinem Platz. Auch in der Kameraführung ist dieses Element zu finden. In einer Szene sitzt der Protagonist am Esstisch und es wirkt so, als hätte der Regisseur mit dem Maßband die Abstände genauestens ausgemessen. Die Kamera richtet die Szene mittig aus und die Schauspieler agieren in einem festen Bildausschnitt. Kamerabewegungen sind selten. Dies ist mit einer Theaterbühne vergleichbar. Durch diese Vorgehensweise wirkt der Film steril und auf Dauer eintönig. Bemerkenswert ist, wie diese Tristesse von komödiantischen Augenblicken aufgelockert werden, mit denen der Zuschauer nicht rechnet.

Zum Schluss überraschen die Regisseure mit einer schrägen Abspannmusik, die mehrere Dur- und Moll-Tonarten enthält. Der Zuschauer wird wohl indirekt aufgefordert, jetzt das Kino zu verlassen. "Im Oktober werden Wunder wahr" ist ein Gemeinschaftsprojekt der peruanischen Regiebrüder Vega. Bei den Filmfestspielen von Cannes 2010 gewannen sie den Jury-Preis in der Reihe Un Certain Regard.

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Im Oktober werden Wunder wahr

Die Brüder Daniel und Diego Vega inszenieren ein Drama mit komödiantischen Zügen. In theatralen Szenen erzählen die Regisseure die Geschichte eines...  Clip starten
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