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Mardock Scramble - The First Compression

Mardock Scramble - The First Compression

Originaltitel
Marudukku sukuranburu: Asshuku
Genre
Animation/Trickfilm, Science Fiction
Land /Jahr
Japan 2010
 
69 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
- ( D )
Regie
Susumu Kudo
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
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Konventionelles Anime mit dichter Atmosphäre
"Mardock Scramble - The First Compression" greift ein klassisches Motiv des Cyberpunk-Genres auf: den Kampf von Mensch gegen Maschine. Im Zentrum dieses Konflikts steht Protagonistin Rune Ballot. Zu Beginn wird sie vom zwielichtigen Shell Septinous als Sklavin gehalten. Als dieser ihrer überdrüssig wird, will er sich des Mädchens entledigen. Im Glauben, er habe sie getötet, lässt er sie nachts im urbanen Dschungel von Mardock City zurück. Wissenschaftler Dr. Easter rettet Rune und erschafft aus ihrem gemarterten Körper einen Cyborg. Als hocheffiziente Tötungsmaschine wiederauferstanden beginnt sie ihren Rachefeldzug gegen Shell.

Auf die philosophischen Implikationen der Prämisse geht Susumu Kudos "Mardock Scramble" nur am Rande ein. Der Film greift den äußeren Konflikt zwischen Mensch und Maschine auf, Runes innerer Konflikt wird nur angedeutet. Das Anime lebt in erster Linie von der Atmosphäre und erst in zweiter Linie vom Plot. Hinter der hochtechnisierten Fassade steckt ein konventionelles aber weitgehend klischeefrei erzähltes Rachedrama. Die Figuren sind eher skurril als komplex gezeichnet. Ein Großteil der mit 69 Minuten ohnehin kurzen Spieldauer benötigt Regisseur Kudo, um die Handlung actionreich voranzutreiben. So bleibt für die Entwicklung vielschichtiger Charaktere zu wenig Zeit.
Ein Sportwagen schleicht durch schwach beleuchtete Häuserschluchten. Im Vordergrund flackert eine einzelne Laterne. In den Pfützen, in den Fenstern und auf der glatt polierten Motorhaube spiegelt sich das Licht. Langsam verschwindet das Cabriolet hinter einer Hügelkuppe. Der Blick fällt auf die Skyline im Hintergrund, die in grünlich schimmerndes Stadtlicht getaucht ist.

Die Atmosphäre von "Mardock Scramble" ist sehr stimmungsvoll. Optisch setzt der Film zwar keine neuen Maßstäbe. Zu auffällig ist der stilistische Anklang an "Akira" und "Ghost in the Shell", die Vorreiter des Cyberpunkt-Animes. Doch Regisseur Susumu Kudo versteht es, die optischen Konventionen des Genres stimmig einzusetzen. Dass dies mehr mit dem handwerklichen denn mit künstlerischen Mitteln gelingt, tut der Atmosphäre keinen Abbruch. Die Liebe zum Detail ist sichtbar, Kudo vertritt einen sehr realistischen Stil. Hintergründe sind in "Mardock Scramble" selten starr, dies verhilft dem Anime zu einem sehr organischen Look.

Schwächen hat die deutsche Synchronübersetzung, die viel zu umständlich formuliert ist. Verunglückte Formulierungen wie "ich nehme jetzt Mordabsichten wahr" oder "das ist meine Nützlichkeit" lassen den Zuschauer aufhorchen und lenken vom Fortgang der Geschichte ab. Solche Stellen sind leider eher die Regel, als die unrühmliche Ausnahme. Trotz Schwächen in Figurenentwicklung und Übersetzung überwiegen die positiven Eindrücke. "Mardock Scramble" ist ein solide umgesetztes Anime, das zwar nichts wirklich überragend macht, aber eben auch nichts katastrophal.
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2021