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Scary Stories to Tell in the Dark

OriginaltitelScary Stories to Tell in the Dark
GenreHorror
Land & Jahr USA 2019
FSK & Länge ab 16 Jahren • 107 min.
KinoDeutschland
AnbieterEntertainment One Germany
Kinostart31.10.2019
RegieAndré Øvredal
DarstellerZoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Dean Norris, Gil Bellows, Lorraine Toussaint
Homepage https://www.scarystoriestotellintheda...
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailersGaleriebewerten

Jugendliche werden von bösen Monstern gejagt

Es ist Ende Oktober im Jahr 1968. Die Menschen der US-Kleinstadt Mill Valley freuen sich auf Halloween. Sich als Gruselmonster verkleiden und eine Nacht lang auf den Putz hauen, das haben sich auch Stella Zoe Margaret Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) vorgenommen. In einem Autokino lernen die drei den gleichaltrigen Rámon (Michael Garza) kennen.

Das Abenteuer geht nun zu viert weiter. Es führt sie in ein altes, leerstehendes Haus, wo es spuken soll. Als Stella ein handgeschriebenes Buch mitgehen lässt, werden die Freunde das bald bereuen. Denn in dem Buch werden unheimliche Geschichten von einer Geisterhand verfasst. Nicht nur das! Jede neue Geschichte ereignet sich bald auch in der Wirklichkeit. Als die ersten Menschen in ihrem Umfeld sterben, erkennen Stella und ihre Freunde die Gefahr, die vom Buch ausgeht.
"Scary Stories to Tell in the Dark" beginnt vielversprechend. Zügig und temporeich, formal verspielt und einfallsreich führt der norwegische Regisseur André Øvredal ("Trollhunters") in seinem zweiten englischsprachigen Film die Charaktere ein. Der Fokus von Roman Osins ("Im Labyrinth des Schweigens") Kamera liegt parallel dazu auf der Detail verliebten Ausmahlung einer US-amerikanischen Kleinstadt des Jahres 1968. Der Horror-Thriller bietet also auch das, was in seinem Genre kein Muss, aber die Spreu vom Weizen trennt: Atmosphäre, die filmische Entsprechung also dessen, was in der Musik die Klangfarbe, in der Malerei das Kolorit ist.

Zunehmend aber begibt sich die Erzählung in ausgetretene Pfade. Die einfallsreiche Regie und gelungene Kameraarbeit zu Anfang werden von zunehmenden Klischees überlagert. Etliches hat man schon hier und da gesehen. Das zentrale Monster ist - mal wieder - die gequälte Seele einer Frau, die keine Ruhe findet und sich an den Lebenden für zugefügtes Leid rächt. Wenn es Øvredal und seine Drehbuchautoren doch bei diesem einen Gruselwesen belassen hätten! Stattdessen gehen sie in die Breite und führen auf Kosten der Tiefe weitere Gruselwesen ein. Diese Agenten des Bösen können sich visuell zwar durchaus sehen lassen - was sich auch dem Einfluss von Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") verdankt, der "Scary Stories" produziert und am Drehbuch mitschreibt. Doch haben auch sie weder Substanz noch rühren sie am Wesentlichen des Horror-Genres: der Urangst des Zuschauers.

Sonderlich substanziell ist auch die Figurencharakterisierung nicht geraten. Dass die junge Frau schriftstellerische Ambitionen hat, ist kaum mehr als Behauptung. Sie und manch andere Figur zeichnen sich entweder durch traumatische Verlusterfahrungen oder erlittenes Leid aus, die durch Taten - seien es aggressiv-destruktive oder rettende - überwunden werden. Wie diese Küchenpsychologie kratzen auch die halbherzig eingestreuten sozialpolitischen Verweise an der Oberfläche. Sowohl mit der angerissenen Rassismus-Thematik als auch dem noch weniger ausgearbeiteten Vietnam-Motiv scheinen die Filmemacher eher einer Schuldigkeit nachgekommen zu sein, als dass sie damit etwas zu bewirken hofften. Denn auch das gehört zum Horrorfilm heutigen Datums dazu: Er darf um Gottes willen nicht nur gruseln, sondern muss auch eine Meinung haben, Stellung beziehen, die Welt verändern wollen - insgesamt also ernst und erwachsen sein.

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