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Die Spur des Fremden

Originaltitel
The Stranger
Genre
Drama, Thriller
 
USA 1946
 
95 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
DVD (Kauffassung)
 
 
Kaufstart
10.02.2004 ( D ) bei MGM Home Entertainment
 
 
Regie
Orson Welles
Darsteller
David Bond, John Brown, Neal Dodd, Nancy Evans, Fred Godoy, Joseph Granby
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
10,0 (1 User)
Die Spur des Fremden (DVD) 1946MGM
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Konventionell inszenierten Krimi von Orson Welles

Die idyllische Kleinstadt Harper in Connecticut, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der nette Charles Rankin (Orson Welles) möchte die hübsche Lehrertochter Mary (Loretta Young) heiraten. Doch am Vorabend ihrer Hochzeit kommt ein furchtbarer Verdacht auf: Ist Rankin in Wirklichkeit der ehemalige KZ-Kommandant Franz Kindler? Versteckt er sich nur hinter der Maske des Biedermanns? Der engagierte FBI-Mann Wilson (Edward G. Robinson) versucht, Licht in das Dunkel zu bringen.


Als Orson Welles 1946 "Die Spur des Fremden" drehte, war sein Einfluss in Hollywood bereits vollständig demontiert. Fünf Jahre zuvor hatte er mit seinem Debüt "Citizen Kane" eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte geschaffen, sich zugleich aber zur Persona non grata gemacht. Seine Verhohnepiepelung des Medienzaren William Randolph Hearst kam ihn teuer zu stehen: Hearst, der sich vollkommen zurecht in der Figur Kane wiedererkannte, setzte alles daran, Welles' Film zu vernichten - in der Folge wurde der Regisseur gemieden und drangsaliert wie kein anderer in der Geschichte Hollywoods.

"Der Glanz des Hauses Amberson" wurde 1942 gegen Welles' Willen umgeschnitten und inhaltlich verstümmelt, neue Projekte finanziert zu bekommen, war für das einstige Wunderkind fast unmöglich. Mit seinem dritten Film wollte Orson Welles die Wogen glätten. "Die Spur des Fremden" sollte als konventioneller, geradliniger Krimi seine Reputation als unkalkulierbares Risiko zurechtrücken und dringend benötigtes Geld in die leeren Taschen spülen. Die Folge war ein Werk, dem die innovativen Qualitäten eines Orson-Welles-Films weitgehend fehlen. Zwar geht Welles hier einmal mehr seiner Lieblingsfrage nach Fakt und Fiktion, Echtheit und Fälschung nach, jedoch stets auf dem Niveau eines Krimis von der Stange. Verglichen mit späteren Off-Hollywood-Werken wie "Othello", "Der Prozess" oder "F wie Fälschung" bleibt "Die Spur des Fremden" blass. Für Welles selbst war sein einziger konventioneller Film auch der einzige, den er für wirklich misslungen hielt. Und den Weg zurück ins Hollywood-Establishment konnte er ihm auch nicht ebnen.
Die Spur des Fremden (DVD) 1946MGM
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