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Der Prozeß

Originaltitel
Le Procès
Alternativ
Der Prozess
Genre
Drama
 
Frankreich/Italien/BRD/Jugoslawien 1962
 
118 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
02.04.1963 ( D ) bei Schorcht International
 
 
Regie
Orson Welles
Darsteller
Katina Paxinou, Van Doude, Orson Welles, Michael Lonsdale, William Chappell, Wolfgang Reichmann
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
1 10,0(Filmreporter)
9,2 (4User)
Der ProzeßKinowelt Home Entertainment
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Filmklassiker von Orson Welles nach Franz Kafka

"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." Bei der Verhaftung des jungen Bankprokuristen K. (unglaublich intensiv: Anthony Perkins) handelt es sich um keine gewöhnliche Festnahme, denn der Angeklagte bleibt auf freiem Fuß ohne seine Anklage je zu erfahren. Dennoch wird ab diesem Moment sein Leben durch das ominöse Gerichtsverfahren überschattet. Der Prozess gegen ihn läuft, doch das Gericht, vor dem er sich verantworten muss, bleibt unfassbar. K.s vielfacher Versuch, zu erfahren, wessen er angeklagt wird, schlagen fehl.

Stattdessen verfällt der junge Bankangestellte zunehmend der unsichtbaren Bedrohung und verliert sein psychisches Gleichgewicht. Nur mit größter Mühe vermag er seine Arbeit zu bewältigen, während im Laufe der Zeit sein soziales Gefüge zusammenbricht. An seinem 31. Geburtstag fügt sich Josef K. schließlich dem Urteilsspruch der mysteriösen Instanz.


Orson Welles "Der Prozeß" zählt zurecht zu den besten Klassikern der Filmgeschichte. Der 1915 in Wisconsin geborene Schauspieler und Regisseur ist einer der originellsten und mutigsten Meisterregisseur aller Zeiten. Seine einzigartige Handschrift ist auch in der Adaption von Franz Kafkas wohl bekanntestem Roman unübersehbar. Wie kaum bei einem anderen Schriftsteller eignet sich Kafkas Werk für eine filmische Umsetzung. Die Bildlichkeit seiner Texte, deren Sprache in der Forschung nicht umsonst auch als kinematographische Schreibweise bezeichnet wird, schreit regelrecht nach ihrer Verfilmung. Welles ist dieser mit einem überragenden Szenenbild, das die äußeren Räume in innere, seelische Sphären verwandelt, mehr als gerecht geworden.

Eine große Rolle für die Qualität des Films spielt das grandiose Schauspielerensemble: Romy Schneider, Jeanne Moreau, Elsa Martinelli und Orson Welles selbst bieten Anthony Perkins ein ideales Umfeld, um seine ganze schauspielerische Brillanz zu entfalten. Wie kein zweiter Schauspieler verkörpert Perkins den für viele Helden bei Kafka typischen Zustand der inneren Zerrissenheit. Die einzige etwas störende Note des Films ist dessen starker Bezug zum Holocaust. Dadurch erfährt die Deutungsvielfalt von Kafkas Vorlage eine Verengung, die Welles Verfilmung einen Teil ihrer Universalität raubt.
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