Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
Movienet Film
Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern

Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern

Originaltitel
Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
Genre
Drama
Land /Jahr
Deutschland 2005
 
109 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
17.11.2005 ( Kino Deutschland ) bei Movienet Film
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailerDVDs
Bozena Nemcová (Corinna Harfouch), die berühmte tschechische Autorin ihrer Zeit, starb im Alter von 41 Jahren an einer schweren Krankheit. Ihre letzten Tage sind Thema dieses Films. Anhand von drei Briefen, die nie vervollständigt wurden, bekommt der Zuschauer einen guten Eindruck des Lebens dieser Frau. Sie versuchte im 19. Jahrhundert den Balanceakt zwischen ihrer Schriftstellerei und den Pflichten als Ehefrau und Mutter. Ihre unglückliche Ehe mit dem um einige Jahre älteren Josef Nemec (Bolek Polívka), der Tod ihres Sohnes, Hunger, Armut und schließlich eine schwere Krankheit kennzeichnen ihr Leben. Am Ende flüchtet sie vor ihrem Mann. Sie will Ruhe zum Schreiben finden und ihre Krankheit auf dem Land heilen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr. Mit letzter Kraft verfasst sie drei Briefentwürfe. Die Qualen ihres Lebens spürt man darin ebenso wie ihre Freude am Schreiben. Es war ihr Notanker und kreatives Ventil für die Schmerzen, die das Leben ihr zugefügt hat.
"Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern" - unter diesem Titel wurden die letzten drei Briefe der tschechischen Schriftstellerin Bozena Nemcová veröffentlicht. Diesen Titel wählte Dagmar Knöpfel auch für ihren Film über die letzten Tage der großen Künstlerin. Corinna Harfouch spielt die Schriftstellerin überzeugend. Man fühlt mit ihr die Schmerzen der Krankheit, die Qualen ihrer Ehe und die Traurigkeit über ihren verstorbenen Sohn. Man nimmt ihr auch das tiefe Bedürfnis ab, zu schreiben. Ihre Geschichte wird in Rückblenden erzählt. Bilder der Gegenwart und Geräusche der Erinnerung vermischen sich. Dieselbe Begebenheit wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Es ist schwer, auseinander zu halten, was Realität, Erinnerung, Dichtung und Fieberwahn ist. Die Übergänge sind fließend. Der Film spiegelt damit die geistige und körperliche Verfassung der kranken Dichterin. Der Zuschauer bleibt mit einem beklemmenden Gefühl zurück. Knöpfel nimmt sich viel Zeit für ihre Bilder. Sie zeigt das schmerzverzehrte Gesicht der Bozena, ihre verkrampften Fäuste. Die Regisseurin erzählt die Geschichte eines schmerzvollen Lebens. Sie verzichtet auf eine geradlinige Erzählstruktur oder Erzählrhythmus und lässt keinen Schimmer Hoffnung, der den Zuschauer aus seiner schwermütigen Stimmung herausholen könnte. Nur in der Kunst liegt Hoffnung. Bozena Nemcovás Leben und Schaffen wird ein Denkmal gesetzt. Um das würdigen zu können, sollte der Zuschauer jedoch Interesse am Thema und vor allem viel Ruhe mitbringen.
Simone Seidel/Filmreporter.de
Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
war die berühmteste tschechische Dichterin ihrer Zeit. So schrieb sie unter anderem den Roman "Großmutter", in dem sie ihre Kindheitserlebnisse verarbeitet. In den letzten Tagen vor ihrem Tod verfasst sie drei...
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2021