Movienet Film
Hitlerkantate

Hitlerkantate

Originaltitel
Hitlerkantate
Regie
Jutta Brückner
Darsteller
Holger Handtke, Hubertus Hartmann, Jurij Kramer, Simon Newby, Dieter Rupp, Georg Tryphon
Kinostart:
Deutschland, am 18.05.2006 bei Movienet Film
Genre
Drama
Land
Deutschland
Jahr
2005
FSK
ab 12 Jahren
Länge
114 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
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Drama über Liebe und Fanatismus im Dritten Reich
Adolf Hitler hat in Deutschland die Macht ergriffen. Mit seiner groß angelegten Propagandamaschine verführt er das Volk. Auch Ursula (Lena Lauzemis) ist eine Verehrerin des Führers. Zu seinen Ehren komponiert sie ein Singspiel und bewirbt sich an der Berliner Musikhochschule. Von Professor Hanns Broch (Hilmar Thate) wird sie jedoch abgewiesen - weil sie eine Frau ist.

Der Komponist übernimmt gegen seine innere Überzeugung den Auftrag, eine Kantate zum fünfzigsten Geburtstag des Führers zu arrangieren. Mit Hilfe ihres Verlobten Gottlieb (Arnd Klawitter) gelingt es Ursula, als Assistentin Brochs engagiert zu werden. Auf dem finnischen Landhaus des Komponisten kommt es zu einer Affäre zwischen den beiden.

Trotz Brochs Abscheu gegen Hitler, verfällt Ursula dem Komponisten - die Kantate gerät dabei ins Hintertreffen. Die kurzweilige romantische Idylle wird von der jüdischen Geliebten des Professors gestört. Sie verscheucht die Nazi Sympathisantin. Ursulas Verlobter ist in der Zwischenzeit zum SS-Offizier aufgestiegen und darf sie wegen der Rassengesetze nicht mehr heiraten. Ursula hingegen kann weder eine arische Abstammung nachweisen, noch ist sie gebärfähig. Ihr Weltbild gerät total aus den Fugen. Schließlich verhilft sie sogar der jüdischen Geliebten ihres Vetters zur Flucht und versucht sich anschließend desillusioniert das Leben zu nehmen. Wenig Monate später steht Broch vor ihrer Türe.
Jutta Brückners "Hitlerkantate" fängt viel versprechend an, lässt aber viele Fragen offen und sorgt für reichlich Verwirrung. Zu Beginn wird dem Zuschauer verdeutlicht, dass es sich bei der politischen Gesinnung von Ursula und Professor Broch um Gegensätze handelt. Ursula ist enttäuscht, weil ihr angehimmelter Komponist den Führer verabscheut. Broch dagegen ist von ihrem nationalsozialistischen Fanatismus entsetzt. Trotzdem findet das ungleiche Paar auf unerklärliche Weise zusammen und verbringt einige romantische Tage in einsamer Idylle. Es ist nicht verwunderlich, dass sie sich verlieben.

Dennoch ist es für den Zuschauer schwer nachzuvollziehen, dass die Beziehung zustande kommt. Es wird keine plausible Motivation aufgezeigt. Die Handlung zu Beginn des Films hat wenig mit dem theatralen Finale zu tun. Wer meint, einen Film über das Entstehen der Hitlerkantate zu sehen, irrt. Vielmehr finden sich die Zuschauer in einer sperrigen Liebesgeschichte wieder. Der rote Faden fehlt und auch die Leistungen der Schauspieler weisen Schwächen auf. Hilmar Thate wirkt zu steif, er kann als liebestoller Komponist nicht überzeugen. Arnd Klawitter scheint vor seiner Aufgabe ebenfalls zu erstarren.
Peter Gaal, Filmreporter.de
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2022