Verdammnis

Originaltitel
Luftslottet som spr├Ąngdes
Genre
Thriller
 
Schweden
 
129 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
04.02.2010 ( D | CH | A ) bei NFP marketing & distribution
Regie
Daniel Alfredson
Darsteller
Michael Nyqvist, Kerstin Green, Mirja Turestedt, Georgi Staykov, Micke Spreitz, Henrik Sj├Âman
Homepage
http://www.verdammnis-derfilm.de
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
6,0 (1 User)
VerdammnisNFP Marketing
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Gro├čartige Noomi Rapace als Lisbeth Salander

Ein ehrgeiziger junger Journalist kommt mit hochbrisanten Informationen ├╝ber einen brutalen M├Ądchenh├Ąndlerring auf Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) zu. Der Herausgeber des Magazins Millennium wittert eine gro├če Story, da sich auch bekannte und verdiente Politiker mit jungen, russischen Frauen vergn├╝gt haben sollen, die illegal ins Land geschafft wurden. Auch Lisbeth Salander (Noomi Rapace) scheint in die Sache verwickelt zu sein. So stellt sie eigene Recherchen an.

Sie entdeckt, dass ihr ehemaliger Vormund, Nils Bjurman (Peter Andersson) mit den Verbrechern unter einer Decke steckt. Kurze Zeit sp├Ąter wird der junge Journalist samt Freundin und Bjurman tot aufgefunden. Auf der Mordwaffe befinden sich Lisbeths Fingerabdr├╝cke. F├╝r die Polizei und die Medien scheint der Fall klar zu sein. Einzig Blomkvist steht auf Lisbeths Seite. Fortan unternimmt er alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Derweil taucht Lisbeth unter und f├╝hrt ihren eigenen Rachefeldzug.


W├╝rde Stieg Larssons Millennium-Trilogie in Hollywood produziert, so k├Ąmen mit Sicherheit rasende Verfolgungsjagden, spektakul├Ąre Kampfszenen und unbesiegbare Helden darin vor. Gl├╝cklicherweise sind "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" europ├Ąische Koproduktionen. Nichts gegen amerikanische Blockbuster, doch was hiesige Produzenten und Regisseure dem Publikum mit der Trilogie liefern, kann ein US-Actioner nicht leisten.

Auf den ersten Blick scheint "Verdammnis" f├╝rs Kino ungeeignet. Der Film dauert ├╝ber zwei Stunden, es wird bei der Besetzung auf gro├če Namen verzichtet und die Handlung zieht sich etwas hin. Auf Action wurde sowieso verzichtet. Erst auf den zweiten Blick offenbaren sich Dinge, die den Film f├╝rs Hauptabendprogramm disqualifizieren. Klar, das Thema ist nichts f├╝r sanfte Gem├╝ter. Osteurop├Ąische M├Ądchen werden an betuchte Freier verkauft und gezwungen, diese zu befriedigen. Gl├╝cklicherweise verschonen die Produzenten das Publikum mit explizite Szenen, dennoch bekommt man allein durch schwammige Andeutung solcher Szenen G├Ąnsehaut. Auch Protagonistin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ist ein Opfer. Welche Rolle sie in diesem Fall genau spielt, ist unter anderem Gegenstand der Handlung, die scheinbar langsam dahinschleicht. Dies t├Ąuscht, denn Regisseur Daniel Alfredson widmet sich detailgenau einzelnen Charakteren und Handlungsstr├Ąngen. Nichts ├╝berl├Ąsst er dem Zufall. Dies f├╝hrt dazu, dass der Zuschauer mit Haut und Haar in die Geschichte eintaucht.

Dass "Verdammnis" ohne Actionelemente auskommt, und dennoch bis zum Ende spannend bleibt, ist nicht zuletzt dem Hauptdarstellerduo Michael Nyqvist und Noomi Rapace zu verdanken. Spielt die junge Frau bereits in "Verblendung" ihr K├Ânnen aus, so steigert sie sich in der Fortsetzung noch. Ihr Auftreten ist beeindruckend und beklemmend zugleich. Auch stimmt die Harmonie zwischen den beiden, und das, obwohl sie gerade in "Verdammnis" kaum eine Szene gemeinsam haben. Liegt die St├Ąrke des Films in der Figur von Lisbeth Salander, bildet sie gleichzeitig auch den Schwachpunkt dieser Verfilmung. Vielleicht lie├čen sich Produzenten und Regisseure trotz guter Vors├Ątze von amerikanischen Vorbildern leiten und waren der Meinung, ein klassischer Held m├╝sse her. Denn gegen Ende wird "Verdammnis" derart unrealistisch, dass es ├Ąrgerlich ist. So bleibt ob des hervorragenden Films, der Zuspitzung dramatischer Elemente und der bis zum Ende aufrechterhaltenen Spannung ein fahler Beigeschmack.
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Videoclip: Verdammnis
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2021