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Verdammnis

OriginaltitelLuftslottet som sprängdes
GenreThriller
Land & Jahr Schweden 2009
FSK & Länge ab 16 Jahren • 129 min.
KinoDeutschland
AnbieterNFP marketing & distribution
Kinostart04.02.2010
RegieDaniel Alfredson
DarstellerMichael Nyqvist, Kerstin Green, Mirja Turestedt, Georgi Staykov, Micke Spreitz, Henrik Sjöman
Homepage http://www.verdammnis-derfilm.de
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Großartige Noomi Rapace als Lisbeth Salander

Ein ehrgeiziger junger Journalist kommt mit hochbrisanten Informationen über einen brutalen Mädchenhändlerring auf Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) zu. Der Herausgeber des Magazins Millennium wittert eine große Story, da sich auch bekannte und verdiente Politiker mit jungen, russischen Frauen vergnügt haben sollen, die illegal ins Land geschafft wurden. Auch Lisbeth Salander (Noomi Rapace) scheint in die Sache verwickelt zu sein. So stellt sie eigene Recherchen an.

Sie entdeckt, dass ihr ehemaliger Vormund, Nils Bjurman (Peter Andersson) mit den Verbrechern unter einer Decke steckt. Kurze Zeit später wird der junge Journalist samt Freundin und Bjurman tot aufgefunden. Auf der Mordwaffe befinden sich Lisbeths Fingerabdrücke. Für die Polizei und die Medien scheint der Fall klar zu sein. Einzig Blomkvist steht auf Lisbeths Seite. Fortan unternimmt er alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Derweil taucht Lisbeth unter und führt ihren eigenen Rachefeldzug.
Würde Stieg Larssons Millennium-Trilogie in Hollywood produziert, so kämen mit Sicherheit rasende Verfolgungsjagden, spektakuläre Kampfszenen und unbesiegbare Helden darin vor. Glücklicherweise sind "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" europäische Koproduktionen. Nichts gegen amerikanische Blockbuster, doch was hiesige Produzenten und Regisseure dem Publikum mit der Trilogie liefern, kann ein US-Actioner nicht leisten.

Auf den ersten Blick scheint "Verdammnis" fürs Kino ungeeignet. Der Film dauert über zwei Stunden, es wird bei der Besetzung auf große Namen verzichtet und die Handlung zieht sich etwas hin. Auf Action wurde sowieso verzichtet. Erst auf den zweiten Blick offenbaren sich Dinge, die den Film fürs Hauptabendprogramm disqualifizieren. Klar, das Thema ist nichts für sanfte Gemüter. Osteuropäische Mädchen werden an betuchte Freier verkauft und gezwungen, diese zu befriedigen. Glücklicherweise verschonen die Produzenten das Publikum mit explizite Szenen, dennoch bekommt man allein durch schwammige Andeutung solcher Szenen Gänsehaut. Auch Protagonistin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ist ein Opfer. Welche Rolle sie in diesem Fall genau spielt, ist unter anderem Gegenstand der Handlung, die scheinbar langsam dahinschleicht. Dies täuscht, denn Regisseur Daniel Alfredson widmet sich detailgenau einzelnen Charakteren und Handlungssträngen. Nichts überlässt er dem Zufall. Dies führt dazu, dass der Zuschauer mit Haut und Haar in die Geschichte eintaucht.

Dass "Verdammnis" ohne Actionelemente auskommt, und dennoch bis zum Ende spannend bleibt, ist nicht zuletzt dem Hauptdarstellerduo Michael Nyqvist und Noomi Rapace zu verdanken. Spielt die junge Frau bereits in "Verblendung" ihr Können aus, so steigert sie sich in der Fortsetzung noch. Ihr Auftreten ist beeindruckend und beklemmend zugleich. Auch stimmt die Harmonie zwischen den beiden, und das, obwohl sie gerade in "Verdammnis" kaum eine Szene gemeinsam haben. Liegt die Stärke des Films in der Figur von Lisbeth Salander, bildet sie gleichzeitig auch den Schwachpunkt dieser Verfilmung. Vielleicht ließen sich Produzenten und Regisseure trotz guter Vorsätze von amerikanischen Vorbildern leiten und waren der Meinung, ein klassischer Held müsse her. Denn gegen Ende wird "Verdammnis" derart unrealistisch, dass es ärgerlich ist. So bleibt ob des hervorragenden Films, der Zuspitzung dramatischer Elemente und der bis zum Ende aufrechterhaltenen Spannung ein fahler Beigeschmack.

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