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Kleine Wunder in Athen

OriginaltitelAkadimia Platonos
AlternativMarenglen
GenreKomödie
Land & Jahr Deutschland/Griechenland 2009
FSK & Länge 103 min.
KinoÖsterreich
AnbieterPolyfilm
Kinostart10.09.2010
RegieFillipos Tsitos
DarstellerAntonis Kafetzopoulos, Anastasis Kozdine, Yorgos Souxes, Maria Zorba, Kostas Koronaios, Titika Sarigouli
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten

Hinreißende Komödie über interkulturelle Toleranz

Stavros (Antonis Kafetzopoulos) betreibt einen kleinen Laden in Athen. Das Geschäft würde besser laufen, würde Stavros mehr Initiative zeigen. Stattdessen sitzt der Fünfzigjährige mit seinen Freunden vor dem Laden und lässt das Leben an sich vorbei ziehen. Seine Freundin Dina (Maria Zorba) hat ihn unlängst verlassen. Ihr wurde das Leben an der Seite Stavros' und seiner pflegebedürftigen Mutter (Titika Sarigouli) zu eng. Bewegung ins erstarrte Leben des Atheners kommt, als seine senile Mutter glaubt, in dem Albaner Marenglen (Anastasis Kozdine) ihren zweiten Sohn zu erkennen. Ausgerechnet ein Albaner, denkt sich Stavros. Die gehören neben den Chinesen, die in der Nachbarschaft ein Geschäft nach dem anderen eröffnen, zu jenen Volksgruppen, die den meisten Spott der nationalistischen Freunde abkriegen. Nur zögerlich willigt er ein, den Fremden als Bruder zu akzeptieren. Als seine Mutter stirbt, werden seine Zweifel, ob Marenglen tatsächlich zur Familie gehört, wieder größer.
Regisseur Fillipos Tsitos beweist, dass es keine großen Mittel braucht, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Wie seine Oblomowschen Helden scheint auch sein Film in Bewegungslosigkeit zu erstarren. Mit wenigen Kamerabewegungen und noch weniger Schnitten wird das Geschehen festgehalten. Und doch ist "Kleine Wunder in Athen" voller Details. Es spricht für die Qualität von Tsitos' Inszenierung, dass diese dem Zuschauer nicht verborgen bleiben. Entscheidenden Anteil am Charme und dem großartig subtilen Humor, den dieser zweite Spielfilm des in Berlin lebenden Regisseurs entfaltet, haben die Darsteller. Die Inszenierung lässt ihnen in den langen und intensiven Einstellungen viel Raum für ihr pointiertes Spiel, das sie mit kleinen Gesten bewerkstelligen.

Dabei ragt vor allem die Darstellung Antonis Kafetzopoulos hervor. In seinem Minenspiel spiegelt sich die grenzenlose Melancholie seines Charakters, ganz so als trüge er auf seinen Schultern das nationale Gefühl des Niederganges der einst großen Kultur Griechenlands. Anderseits offenbart sich in seiner feinfühligen Körper- und Gesichtssprache die ganze Tragikomik dieser Figur. Zudem kristallisiert sich in seinem Charakter die Thematik von "Kleine Wunder in Athen" und macht ihn so aktuell. Sein Film liefert einen Erklärungsversuch für die aktuelle ökonomische Krise Griechenlands. Unverblümt legt Tsitos den Nationalstolz der Griechen als "Krankheit" aus, wie es der Filmemacher im Presseheft selbst schreibt. Eine Krankheit, die jede interkulturelle Annäherung aufgrund von Vorurteilen und mangelnden Respekts gegenüber Fremdem verhindert. Der Regisseur beschreibt ein bewegungsloses und erstarrtes Volk, an dem das Leben vorbeizieht und das anderen den Takt angeben lässt - im Film symbolisiert durch die Agilität der Chinesen.

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