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Hundstage

Originaltitel
Hundstage
Genre
Satire
 
Österreich 1998 bis 2001
 
121 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
01.08.2002 ( D | CH ) bei Alamode Filmdistribution
 
 
Regie
Darsteller
Links
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Hundstage (Kino)
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Bösartig, bösartiger, österreichischer Humor

Herr Hruby (Alfred Mrva) ist Alarmanlagenvertreter: Er soll für seine wütenden Kunden einen Unbekannten ermitteln, der die noblen Karossen der Nachbarschaft verkratzt. Als ihm dies nicht gelingt, belastet er einfach die geistig Behinderte Anhalterin Anna (Maria Hofstätter) und lässt zu, dass die wütenden Spießer die harmlose, aber etwas verwirrte Frau verprügeln und missbrauchen. Die hörige Klaudia lässt sich von ihrem asozialen Proletenfreund Mario wie ein Stück Dreck behandeln. Auch Ingenieur Walther ist eine Unikum. Die Einkäufe der Haushälterin werden von dem Pensionär penibel abgewogen und bei Abweichungen gnadenlos in den Laden zurückgebracht. Streitende Nachbarn werden mit einem an der gemeinsamen Hecke abgestellten laufenden Rasenmäher zur Räson gebracht. Zum 50. Hochzeitstag hat der Witwer gar die welke Haushälterin zum Striptease engagiert.


Bösartiger Spießer - die Satire des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl ist ein zutiefst schwarzhumoriger Film. Noch nie wurden Österreicher derart verspießt, niederträchtig und primitiv dargestellt. So herrlich böse ist der Film, dass er auf der Bienale in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Dass der Filmemacher seit mehr als einer Dekade Dokumentarfilme gedreht hat, ist auch Hundstage anzumerken. Der dokumentarische Stil macht manche Grausamkeiten noch schwerer verdaulich, optisch führt es zu einer gelungen Architektur der Bilder. Die akkurat geschnitten Grundstücke der Protagonisten stehen in einem erschreckenden Kontrast zu ihren aus dem Leim gegangenen, hässlichen Körpern. Zeit der Handlung sind die Hundstage, die heißen Tage zwischen dem 24. Juli und dem 23. August - kein Wunder, dass die Antihelden völlig aus dem Ruder zu laufen drohen. Oder ist das der ganz normale Alltag in der Wiener Peripherie? Seidls Humor ist derart schwarz, dass empfindlichen Gemütern der Besuch des Kinos nicht angeraten werden kann - alle anderen werden an dem konsequent radikalen Werk einen Heidenspaß haben, auch wenn manche Lacher angesichts der rohen Gewalt und Erniedrigungen im Hals stecken bleiben...
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